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Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidat der SPD? Im Landkreis Ebersberg wird darüber diskutiert.

„Sympathie für SPD-Chef muss noch wachsen“ 

Das sagen SPD-Politiker aus dem Landkreis zu Gabriel als Kanzlerkandidat 

Landkreis – Dass SPD-Chef Sigmar Gabriel Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl im September werden soll, sorgt auch im Landkreis Ebersberg für Gesprächsstoff. Wir haben bei führenden SPD-Politikern nachgefragt. Ihre Reaktion: verhalten.

Einer Meldung der Bild zufolge stünde bei der SPD intern bereits fest, dass Gabriel ins Rennen gegen Angela Merkel (CDU) gehe. Offiziell wollte die Partei eigentlich bei einer Klausur am 29. Januar in Berlin bekanntgeben, wer Kanzlerkandidat wird.

Im Landkreis Ebersberg steht man einer möglichen Kandidatur Gabriels offen, aber auch mahnend gegenüber. Der Ebersberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer sagt, dass Gabriels Sympathie-Skala noch nach oben gehen müsse. Interne Informationen über eine Kandidatur, wie die Bild schreibt, habe der oberbayerische SPD-Chef nicht. Aber: „Gabriel hat in den letzten Wochen Signale gegeben, dass er antritt.“ Wichtiger als der Name des Kanzlerkandidaten sei für Schurer, „dass die SPD offensiv auftreten muss“ und das Thema soziale Gerechtigkeit wieder mehr in den Fokus setzen müsse. Gabriel unterstütze er dennoch.

Poings Bürgermeister Hingerl: Gabriel hat „Vorzüge und Macken“

Albert Hingerl, SPD-Bürgermeister aus Poing, betont: „Eine Kandidatur Gabriels überrascht mich nicht.“ Ob der SPD-Chef und Wirtschaftsminister die richtige Entscheidung sei, kommentiert Hingerl so: „Das wird die Wahl zeigen.“ Enttäuscht wäre er aber von Gabriel nicht. Dieser habe „Vorzüge und Macken“, wie jeder. Viel Arbeit gebe es im Wahlkampf der kommenden Monate auf jeden Fall; das Thema soziale Gerechtigkeit sieht Hingerl als „das Wichtigste“, das betreffe konkret auch den Landkreis Ebersberg, beispielsweise beim Bau neuer Wohnungen. 

Doris Rauscher, SPD-Landtagsabgeordnete.

Doris Rauscher, SPD-Landtagsabgeordnete aus Ebersberg, sieht das ähnlich. Wichtig seien Inhalte – wie Frieden in der Gesellschaft. Wenn diese Themen vertreten würden, sei Gabriel recht. Natürlich habe Gabriel als Parteichef ein „Zugriffsrecht“ auf eine Kandidatur.

SPD-Kreischef Thomas Vogt aus Zorneding wäre von Gabriel als Bundeskanzler überzeugt. Persönlich komme „der Sigmar sehr gut rüber“. Das Bild in der Öffentlichkeit müsse aber noch verbessert werden.

Christoph Hollender

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