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Am bisher jüngsten Gymnasium des Landkreises in Kirchseeon wird im Masterplan ein Erweiterungsbedarf an Fach- und Klassenräumen festgestellt. Das ist auch der Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums geschuldet.

Der Masterplan im Überblick

So geht’s mit den Schulen im Landkreis Ebersberg weiter

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Der Landkreis Ebersberg wird in den nächsten Jahren massiv in sein Bildungswesen investieren. Hier ein Überblick der Maßnahmen.

Landkreis– Die großen Entscheidungen für die Entwicklung der weiterführenden Schulen im Landkreis Ebersberg sind gefallen und wurden in einem „Masterplan“ festgelegt. Verantwortlich dafür war eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Kreisverwaltung und Kreisräten der verschiedenen Fraktionen. Das Programm ist für die kommenden zehn Jahre angelegt und umfasst Investitionen von rund 160 Millionen Euro. Hier sind die Einzelheiten:

Das fünfte Gymnasium des Landkreises wird in Poing entstehen. Als Grundstück ist ein rund drei Hektar großes Areal in einem Neubaugebiet im Norden der Gemeinde in Richtung Ottersberg (Gemeinde Pliening) vorgesehen. Poings Bürgermeister Albert Hingerl (SPD) freute sich über die Entwicklung. „Wir haben immer seriös argumentiert“, betonte er gegenüber der Ebersberger Zeitung. „Wir haben auch nie den Anspruch erhoben, wichtiger zu sein als die Gymnasien in Markt Schwaben und Vater-stetten.“

Beschlossen ist auch, dass der Landkreis Ebersberg in Kooperation mit dem Landkreis München eine Berufsschule baut. Als Standort ist bisher Zorneding im Gespräch. Dort laufen aktuell Grundstücksverhandlungen. Ein früher vorgesehenes Areal im Osten von Pöring, nördlich der Bahnline, das schon mal für einen Gymnasiumsbau im Gespräch war, stieß bei der Bevölkerung auch wegen der befürchteten Verkehrsbelastung, auf Widerstand. Unter anderem gab es eine Unterschriftensammlung. Der Landkreis hält sich eine Option offen. Beschlossen wurde im zuständigen Ausschuss des Kreistages jetzt: Voraussetzung für die Errichtung ist, dass die Gemeinde Zorneding oder eine andere Gemeinde ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellt.

Für das neue Berufsschulzentrum werden rund 2000 Schüler erwartet. Vorgesehen sind derzeit die Ausbildungsberufe Kaufmann im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandel, Lagerlogistik, zehnmedizinische Fachangestellte und Kfz-Mechatronik. Zusätzlich ist eine Berufsfachschule für Kinderpflege mit 160 Plätzen und und eine Fachakademie für Sozialpädagogik mit 50 Plätzen geplant. Zu diesem Thema seien die Verantwortlichen „aus verschiedenen Richtungen angesprochen worden“, erklärte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) bei der Präsentation des Masterplans. „Das haben wir aufgenommen.“

Zusammen mit dem Landkreis München wird geprüft, ob gegebenenfalls Vorläuferklassen der Berufsfachschule in München-Riem errichtet werden können.

Neben diesen beiden großen Neubauprojekten sind auch Investitionen in den weiteren Schulen in der Trägerschaft des Landkreises vorgesehen. Am bisher jüngsten Gymnasium des Landkreises in Kirchseeon wird im Masterplan ein Erweiterungsbedarf an Fach- und Klassenräumen festgestellt. Das ist auch der Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums geschuldet. Überlegungen gibt es zudem für den dortigen Verwaltungs- und Lehrerbereich. Bereits beim Bau der Schule wurde eine mögliche Erweiterung berücksichtigt. An diese Planung kann nun angeknüpft werden.

Im Gymnasium Grafing wird der Altbau saniert. Kosten: 7,3 Millionen Euro. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein. In diesem Zusammenhang wird auch ein größerer Veranstaltungsraum, die sogenannte „Badewanne“, umgestaltet.

Am Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten, der mit aktuell 1539 Schülern größten Schule des Landkreises, wird erweitert. Das Projekt wird mit rund 14,3 Millionen Euro veranschlagt. Start soll ebenfalls im kommenden Jahr sein.

Durch die Errichtung eines fünften Gymnasiums in der Nachbargemeinde Poing besteht laut Masterplan am Gymnasium Markt Schwaben kein Erweiterungsbedarf. Mittelfristig soll allerdings der Bauteil D, in dem auch die Mensa unter gebracht ist, saniert werden.

Grundsätzlich will Landrat Niedergesäß bei den Gymnasien auf die Breite des Angebots Wert legen. Es gebe derzeit noch keinen Standort mit einer musischen oder einen wirtschaftswissenschaftlichen Ausrichtung. Darüber müsse man reden.

Die Realschule in Vatersteten wurde bereits ausgebaut. Träger der Bildungseinrichtung und damit auch finanziell zuständig ist ein Zweckverband, dem neben dem Landkreis Ebersberg der Landkreis München sowie die Gemeinden Haar und Grasbrunn angehören. In Haar ist jedoch der Bau einer Realschule geplant. Wenn diese in Betrieb genommen wird, soll der Zweckverband der Realschule Vaterstetten aufgelöst werden. Der Landkreis Ebersberg will dann alleiniger Träger sein. Die bisherigen Partner werden ausbezahlt. Die Kreis-Verwaltung wird beauftragt, die Trennungskosten mit allen Beteiligten zu verhandeln.

An der Dr.-Wintrich-Realschule in Ebersberg ist geplant, den Verwaltungstrakt zu sanieren. Am Standort wurde bereits erweitert. An der Dominik-Brunner-Realschule in Poing mit derzeit 626 Schülern und der Lena-Christ-Realschule Markt Schwaben mit 628 Schülern ist laut Masterplan aktuell kein Erweiterungsbedarf erkennbar.

Einvernehmen bestand in der Arbeitsgruppe „Masterplan“ darüber, dass die beiden sonderpädagogischen Förderzentren im Landkreis, die Johann-Comenius-Schule in Grafing und die Seerosenschule in Poing, in geeigneter Form bei den Investitionsplanungen berücksichtigt werden sollen. „Die Förderzentren leer ausgehen zu lassen, kommt politisch nicht in Frage“, so Niedergesäß. Die Bildungseinrichtung erfreuten sich inzwischen wieder größeren Zulaufs. Mit der Diskussion um die Inklusion hatte es den Trend gegeben, betroffene Kinder in die Regeschulen zu schicken. Aber inzwischen würden Eltern wohl darüber nachdenken, ob ihre Kinder vielleicht doch besser in einem Förderzentrum aufgehoben sind.

Am Montag, 9. Oktober, wird sich der Kreisausschuss mit dem Masterplan beschäftigen. Der Kreistag beschließt dann am 23. Oktober.

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