Vorstoß der Fraktion im Kreistag

SPD fordert Wohnraumberaterfür Flüchtlinge im Landkreis

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Einen „Wohnraumberater“ speziell für Flüchtlinge und anerkannte Asylbewerber will die Kreis-SPD. Er soll überörtlich und landkreisweit auf der Suche nach geeigneten Wohnraum unterstützen und dadurch die Helferkreise, die Asylbewerber und nicht zuletzt auch die Kommunen entlasten.

Landkreis – Als wichtigste Aufgabe einer derartigen, vom Landkreis bezuschussten Stelle, sieht die SPD unter anderem das Sammeln von Angeboten kommunaler und privatwirtschaftlicher Anbieter in den Kommunen des Landkreises, die Beratung von Anbietern bei der Vermietung ihrer Immobilie an Flüchtlinge sowie die Beratung von ehrenamtlichen Helfern, die den Flüchtlingen zur Seite stehen, sagte Albert Hingerl, SPD-Fraktionssprecher im Kreistag.

Im Landkreis Ebersberg sind derzeit laut SPD 1076 Flüchtlinge und Asylbewerber in 43 dezentralen Unterkünften untergebracht. Um ihnen eine Unterkunft zu bieten und sie menschenwürdig zu betreuen, seien die Landkreisverwaltung, die Kommunen und vor allem die ehrenamtlichen Helfer bis an ihre Grenzen gefordert.

Wenn Flüchtlinge anerkannt sind, sollen beziehungsweise müssen sie ihre zugewiesenen Unterkünfte verlassen. Sie sollten eigentlich eine eigene Wohnung beziehen, kommen aber laut SPD aufgrund der Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht zum Zuge. Folge: Sie bleiben derzeit in den Unterkünften, da ihnen sonst die Obdachlosigkeit droht. Im Landkreis gibt es aktuell 350 dieser sogenannte Fehlbeleger. Damit stünden nicht nur die Wohnungssuchenden vor einer großen Herausforderung, sondern auch die Kommunen selbst, da sie für die Unterbringung von Obdachlosen verantwortlich sind, erklärt Hingerl.

Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, haben sich in verschiedenen bayerischen Kommunen spezielle Wohnraumberater für diese Zielgruppe etabliert. Im Landkreis Mühldorf würden beim BRK mit einer vom Landkreis bezuschussten Stelle leer stehende und neu zu vermietende Wohnungen erfasst, so die Genossen. Dann werde Kontakt mit dem Vermieter aufgenommen und die Wohnung an den anerkannten Asylbewerber vermittelt.

„Dieses Konzept, ebenso wie ein ähnlich gestaltetes Modell in Neusäß, ist sehr erfolgreich und kann als gelungenes Vorbild für eine Wohnraumberatung auch im Landkreis dienen“, so die SPD.

Rubriklistenbild: © dpa

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