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Telekom macht Ärger!

Bürger sind frustriert 

Telekom: Der Ärger geht weiter

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Der Ärger mit dem Festnetz- und Internetkonzern geht in die nächste Runde. Es geht um unseriöse Hausbesuche, Leitungsblockade und um unverschämte Mitarbeiter am Telefon. 

Ebersberg – Der Ärger mit der Deutschen Telekom im Landkreis Ebersberg wächst. Nach einem Bericht unserer Zeitung über untragbare Zustände in Holzen (Gemeinde Aßling) – eine Familie muss dort seit Jahren ohne stabile Internet- und Telefonverbindung leben – häufen sich die Beschwerden vieler anderer Kunden.

Im Fall in Holzen musste der Konzern eingestehen, dass es – entgegen der anfänglichen Aussage – eine „immense Historie“ an Störungen gebe. Der „Fehler liegt definitiv auf unserer Seite“, heißt es in einer Telekom-Mail.

Auch Thorsten Schneider aus Anzing hat seit Monaten Ärger mit dem Unternehmen, wie er unserer Zeitung mitteilt. Trotz Kündigung seines Anschlusses zum 30. März diesen Jahres, blockiere das Unternehmen die Leitung bis heute.

Alles begann 2016, als die Telekom Schneider darauf hinwies, dass sein bisheriges Festnetz auf Internet-Telefonie umgestellt werde und er dafür sein Einverständnis geben soll. Schneider sagte aber erst einmal nein. Der Grundschullehrer, der eigentlich Telekom-Kunde bleiben wollte, forderte „nur mehr Informationen zur Umstellung und einen schriftlichen neuen Vertrag dazu“, da er die Umstellung nicht am Telefon, wie von der Telekom gewollt, machen wolle. Das wurde abgelehnt.

Telekom-Mitarbeiter in Bomberjacken

Unangekündigt seien Mitarbeiter des Telekom-Konzerns zu Hause bei Schneiders Frau aufgetaucht, dubiose Männer mit Bomberjacken, unseriös, erzählt er. Drängen wollte sich die Familie nicht lassen, immer mehr Zeit verging und im Herbst flatterte dann die Kündigung ins Haus. Dabei haben es Schneiders belassen. Thorsten Schneider plante einen Wechsel zu einem anderen Anbieter, im Februar habe es erste Gespräche gegeben. Doch bis heute klappe das nicht. „Ein Wechsel wird von der Telekom immer wieder blockiert“, schreibt er sauer in zahlreichen Beschwerdemails und Briefen an das Unternehmen und forderte den Wechsel zuzulassen, das Lastschriftverfahren einzustellen – für April und Mai hat die Telekom Geld vom Konto eingezogen, obwohl der Anschluss gekündigt ist – und sich schriftlich zu entschuldigen. Bis heute sei auch davon nichts passiert.

Die Telekom begründet in einem Schreiben, dass ein Anbieterwechsel erst 2018 möglich sei. Für März 2017 sei die Kündigungsfrist von einem Monat nicht eingehalten worden. Zu Erinnerung: Bereits im Oktober 2016 hat Schneider die offizielle Kündigung bekommen, dass sein Anschluss Ende März 2017 abgeschaltet wird. Einem Anbieterwechsel wurde in einer Mail im Frühjahr 2017 ebenfalls zugestimmt.

„Das Verhalten der Telekom und der Mitarbeiter ist eine bodenlose Frechheit“, sagt Schneider. Man werde mit widersprüchlichen Informationen und Floskeln hingehalten und müsse sich noch unverschämte Unterstellungen gefallen lassen. Stunden habe der Lehrer an Zeit investiert, um Mails und Briefe zu schreiben oder in Warteschleifen am Telefon zu warten, um am Ende Gefahr zu laufen, dass der Servicemitarbeiter einfach auflegt, was andere Kunden ebenfalls berichten. Schneider wird jetzt einen Anwalt einschalten.

Der Bürgermeister persönlich musste an Telekom schreiben

An der Grundschule Anzing sorgt die Telekom ebenfalls für miese Laune, Internet und Telefon haben im April knapp zwei Wochen nicht funktioniert, der Service der Telekom sei gefragt gewesen. Die Rektorin persönlich habe versucht das Problem zu lösen, sei aber an den langen Warteschleifen gescheitert. Daniel Zygalakis von der Gemeinde Anzing versuchte die Störung an der Schule mit der Telekom zu klären, doch einen richtigen Ansprechpartner habe er nicht ans Telefon bekommen. Bürgermeister Franz Finauer musste einen Beschwerdeschreiben an den Servicechef schicken, erst dann habe das Unternehmen reagiert. Mittlerweile habe die Schule wieder eine funktionierende Leitung.

Spärliche Auskunft 

Trotz mehrmaliger Anfragen gab der Konzern keine Auskünfte über die Kritik am Service. Zum Fall Thorsten Schneider teilte ein Sprecher mit, dass die Kündigung durch eine Wechselanfrage zu einem neuen Anbieter außer Kraft gesetzt worden sei, der Kunde nun aber zum 13. Juni wechseln dürfe.

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