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Die Baustelle im Atteltal erforderte Vorarbeiten. Unter anderem wurde eine künstliche Furt angelegt, für die große Plastikrohre in die Attel gelegt und vergraben wurden, durch die der Fluss ungehindert abfließen kann.

Umfangreiche Arbeiten im Atteltal

Das ist die größte Umweltbaustelle im Landkreis Ebersberg

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Landkreis - Die Attel ist derzeit eine der größten Umweltbaustellen, die im Landkreis jemals abgewickelt wurden. Bei Henneleiten auf Höhe von Straußdorf sind umfangreiche Erdarbeiten im Gang. Was ein bisschen aussieht wie eine Mondlandschaft, soll aber später ein Vorzeigeobjekt werden.

Schnurstracks verläuft die Attel südlich von Grafing durch das Tal, dem das Fließgewässer einst seinen Namen gab. Da war das Flüsschen zwischen Grafing und Aßling noch über sieben Kilometer lang. Jetzt sind es nur mehr 3,4 Kilometer, dafür gibt es entlang des begradigten Gewässerverlaufs mehr landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim geht aktuell aber in die „Verlängerung“. Es werden wieder zusätzliche Mäander eingebaut.

Zwar hat der landwirtschaftliche Anbaudruck im Laufe der vergangenen Jahrzehnte abgenommen. Jüngst aber hat er wieder zugenommen, weil die Bauern auf den Flächen Mais anbauen wollen. Die Nachfrage nach diesem Rohstoff hat durch die Biogasanlagen erheblich zugenommen. Für die Aufwertung dieses Landschaftsabschnitts im Atteltal werden nach Auskunft von Marion Natemeyer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim 240 000 Euro investiert.

Der bisherige Flusslauf bleibt bei der Maßnahme erhalten und soll zum Altwasserarm umgestaltet werden, in dem mit steigendem oder fallendem Wasserspiegel ein Rückstau oder eben ein langsamer Ablauf möglich sein wird – eine Kinderstube für die dortige Fischpopulation. Was das Verfahren vereinfacht, ist die Tatsache, dass das betreffende Gelände sich im Besitz der Stadt Grafing und des Freistaates Bayern befindet. Die Arbeiten gehören zu einer Reihe von Eingriffen in den Attelverlauf, die nicht zufällig jetzt angegangen werden. Damit sollen die Lebensraumfunktionen des Gewässers verbessert werden, so wie es die Europäische Wasserrahmenrichtlinie vorschreibt – und das wird kontrolliert. Auch die Maßnahme im Gemeindegebiet von Emmering bei Hofberg gehört zu diesem Paket. Es wurde ein ständig durchflossener Seitenarm angelegt, an den ein Gewässeraltarm angeschlossen ist. Das Gewässerbett wurde mit unregelmäßigen Uferlinien und wechselnden Böschungsneigungen gestaltet. Hier wurden 140 000 Euro investiert.

Dort, wo auf Grafinger Flur jetzt großflächig der Oberboden abgeschoben wird, um an dieser Stelle einen neuen Flusslauf zu gestalten, ist überall Landschaftsschutzgebiet, das sich auf einer Fläche von 490 Hektar bis zur Ortsgrenze von Aßling erstreckt. Durchgeführt werden die Arbeiten unter Federführung des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim. Die Attel soll durch zahlreiche Einzelmaßnahmen, deren eine der größten die derzeit laufende ist, wieder ihren natürlichen Flusscharakter erhalten – und davon haben auch die vielen Spaziergänger etwas, die dort bei nahezu jedem Wetter die Feldwege zu Wanderungen nutzen. Obwohl in diesem Fall erheblich in ein Landschaftsschutzgebiet eingegriffen wird, musste keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.

Die Baustelle erforderte Vorarbeiten. Unter anderem wurde eine künstliche Furt angelegt, für die große Plastikrohre in die Attel gelegt und vergraben wurden, durch die der Fluss ungehindert abfließen kann. Über diese provisorische Brücke fahren die schweren Muldenkipper, die das abgeschobene Material abtransportieren. In der Hauptsache handelt es sich dabei um Sand, der nicht zur Geländemodellierung gebraucht wird. Die Baustellenfahrzeuge sind so schwer, dass die alten Brücken, die an dieser Stelle über die Attel führen, unter ihrer Last möglicherweise zusammenbrechen oder zumindest Schaden nehmen würden.

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