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Schnitzen, was das Zeug hält: Magdalena (9), Irmgard (10) und Lena (10, v.l.) waren am Freitagnachmittag zu Gast beim Obst- und Gartenbauverein Frauenne uharting. Sie durften unter Anleitung Kürbisse aushöhlen.

Ein Riesenspaß für Kinder

Reif für die Tonne

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Viele Halloween-Freunde im Landkreis Ebersberg wissen oft nicht, was wirklich im Kürbis steckt. Die Mitglieder in den Gartenbauvereinen wissen das schon.

Landkreis – Alle schauen bei ihm aufs Äußere, nur wenige im Landkreis kennen seinen wahren Kern, obwohl er doch so viele davon hat. Wochen vor „Halloween“, wie die Nacht vor Allerheiligen auf Neudeutsch genannt wird, leuchtet er an zahlreichen Verkaufsständen an den Straßenrändern im Landkreis einladend seinem Besitzerwechsel entgegen, um alsbald ausgehöhlt zu werden. Das Fleisch des Kürbisses landet dagegen oft in der Biotonne. Dafür ist es aber viel zu schade. Das finden vor allen Dingen die Mitglieder der örtlichen Gartenbauvereine.

Die Begeisterung darüber, dass „Halloween“ dem Kirchenfest Allerheiligen den Rang streitig macht, ist im Landkreis nicht ungeteilt. Aber auch unabhängig von kirchlichen Aspekten hat’s das Gemüse manchmal schwer, auf den Tisch zu finden: „Bei uns im Verein bestand kein Interesse am Thema Kürbis“, berichtet Josef Obermeier, Vorsitzender des Vereins für Gartenbau und Landespflege Poing-Angelbrechting. Er selbst schätzt das Fruchtfleisch als „Suppe oder Beilage als Ofengemüse zum Kotelett“, sagt aber auch: „Die meisten werfen es nach dem Aushöhlen weg. Die nehmen den Kürbis nur zum Schnitzen.“

Besonders dem Nachwuchs kann man damit aber jede Menge Spaß bereiten. Das weiß Johann Ametsbichler, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Frauenneuharting. Am Freitagnachmittag wurde am Feuerwehrhaus deshalb geschnitzt, was das Zeug hielt. „Die Kinder haben so viel Freude dabei“, berichtet Ametsbichlers Frau Anni begeistert. Die Familie hat selbst keinen Kürbis im Garten. „Da braucht man so viel Platz“, sagt Anni Ametsbichler. Anna Federauer, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Straußdorf sieht das auch so: Ihr Garten sei nur 800 Quadratmeter groß. „Wenn ich mehr Platz hätte, würde ich eher noch einen Obstbaum pflanzen“, meint Federauer. Einen Kürbis hat sie nicht in ihren Kulturen. „Wir sind nur zu zweit, was mache ich mit dem ganzen Fruchtfleisch?“, überlegt sie. Freilich hat das Gemüse auch bei ihr Eingang gefunden in den Speiseplan. „Ich hab’ vor zehn Tagen eine Kürbissuppe gemacht, auf provencalische Art, mit Muskatnuss, Olivenöl und Kern-öl“, berichtet Federauer. „Früher gab’s bei uns Kindern keine Kürbisse, höchstens Kohlrabi und Kraut.“

Dass es ganz tolle Kürbisrezepte gibt, weiß Franz Bichlmeier, Vorsitzender des Vereins Ortsverschönerung Vaterstetten, seitdem Kürbisfachfrau Rosemarie Habeker aus Haar einen Vortrag vor seinen Mitgliedern gehalten hat über die vielseitige Verwendbarkeit dieses Gemüses. Habeker betreibt sogar einen eigenen Kürbishof. „Das war sehr überraschend“, berichtet Bichlmeier, der seitdem eine Lieblingsmarmelade hat – die Kürbis-Zitronen-Marmelade. Das Rezept sehe so aus, schildert er: Zutaten: Ein Kilo geraspelter Kürbis (z.B. Gelber Genetzter, Roter Zentner), zwei unbehandelte Zitronen, 500 Gramm Gelierzucker 2:1.

Die Zubereitung: Ganze Zitronen waschen, in kleine Würfel schneiden, mit wenig Wasser 15 Minuten glasig dünsten (am besten in der Mikrowelle). Geraspelte Kürbisse in einem Topf mit Gelierzucker und vorbereiteten Zitronen vermengen. Unter Rühren erhitzen, ca. fünf Minuten sprudelnd kochen. In Gläser füllen. „Hält problemlos ein Jahr lang“, verspricht Bichlmeier.

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