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Hannes Müller betreibt in Grafing im Gewerbegebiet eine Autowaschanlage, die am Sonntag zu bleiben muss. 

Wo Autopflege im Landkreis Ebersberg am Sonntag erlaubt ist und wo nicht

Waschgang erster und zweiter Klasse

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Am Sonntag zum Autowaschen statt in die Kirche? Das geht gar nicht, meinten die Grafinger Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung. Autowaschen an Sonn- und Feiertagen bleibt in der Stadt deshalb verboten. In anderen Kommunen hingegen ist das erlaubt.

Landkreis – Als Autofahrer kann man ausweichen, ein Unternehmer hingegen muss die von den Kommunalgremien diktierten Bedingungen akzeptieren. Eine Waschanlage ist schließlich nicht mobil. Wer in Grafing wohnt und nach der sonntäglichen Autowäsche gerne mit der Familie auf einen Kaffee und Kuchen einkehren möchte, muss weiter fahren. Zum Beispiel nach Poing, Hohenlinden, Ebersberg, Kirchseeon oder Vaterstetten. In diesen Gemeinden ist die Fahrzeugpflege an Sonn- und Feiertagen in einigen Waschanlagen gestattet – aber eben nicht in allen. Geöffnet wird dabei jeweils um 12 Uhr, geschlossen in Poing und Hohenlinden um 22 Uhr, in Ebersberg im Gewerbegebiet an der Anzinger Straße um 16 Uhr und in Vaterstetten und Kirchseeon um 18 Uhr. So die Informationen der Verwaltung vor Eintritt in die Debatte und Abstimmung. In Aßling ist die Waschanlage am Lagerhaus sonntags sogar von 12 bis 20 Uhr geöffnet und die in der Bahnhofstraße von 12 bis 18 Uhr.

In Vaterstetten hat der Gemeinderat wegen einer Liberalisierung der Öffnungszeiten schon vor Jahren Anlieger angeschrieben. Eine Verpflichtung dazu hätte es nicht gegeben. Angesprochen wurden 27 Anlieger, nur drei haben überhaupt geantwortet und die waren gegen eine Verkürzung der Sperrzeiten. Der Beschluss fiel in Vaterstetten mit 23:6 Stimmen pro sonntägliche Waschzeiten.

In Grafing hingegen entschied sich das Gremium aktuell mit 17:4 Stimmen dagegen, eine entsprechende Verordnung zu erlassen. Die Waschanlagen bleiben deshalb am Sonntag zu. Dabei spielte ein Argument eine entscheidende Rolle, das Regina Offenwanger (SPD) so formulierte: „Sonn- und Feiertag haben in unserem Kulturkreis ihre Bewandtnis. Am Sonntag sollen nur die allernötigsten Institutionen geöffnet sei, wie die Krankenhäuser.“ Für Wolfgang Huber (Grüne) war deshalb klar: „Wir bleiben bei der alten Regelung.“ Und SPD-Gemeinderat Franz Frey bekräftigte: „Mit Rücksicht auf das Personal ist irgendwann mal Schluss. Die Kirchen müssen aufhaben und die Gasthäuser“, erläuterte er seine Sicht der richtigen Sonntagsregelung.

Antragsteller war Hannes Müller, der in Schammach eine Waschanlage betreibt. Er habe den Antrag nicht aus betriebswirtschaftlichen Gründen gestellt. „Ich verstehe das eher als Service.“ Für viele Kunden sei Autopflege „ihr Freizeitvergnügen“. Und zum Personalschutz meinte Müller: „Der Mitarbeiter macht das freiwillig, bekommt am Montag dafür frei, einen Zuschlag und steuerliche Vorteile.“ Der Betriebsinhaber hat für seine Anlage ein Immissionsschutzgutachten machen lassen. „Ich halte alle Vorschriften ein“, sagt Müller und würde sich vom Grafinger Stadtrat „manchmal mehr Unterstützung“ wünschen.

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