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Rollbrett-Enthusiasten bei der Arbeit: Einer fährt, einer filmt, drei begutachten.

Ebersberger Verein „Rollsport“ feiert zehnten Geburtstag

Hinfallen und wieder aufstehen

Mit einem rauschenden Fest hat der Ebersberger Verein „Rollsport“ sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Auch Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer war vor Ort und lobte das Engagement des Jugendvereins.

Ebersberg – Zehn Jahre „Rollsport Ebersberg“ – das sind zehn Jahre hinfallen und wieder aufstehen. Zehn Jahre Kultur und Jugendarbeit im Landkreis, zehn Jahre Skate- und BMX-Sport. Zur großen Feier anlässlich des Jubiläums hatte der Verein keine Kosten und Mühen gescheut, um gemeinsam mit Freunden, Unterstützern und Familienangehörigen am Skatepark hinter der Volksfesthalle in Ebersberg ordentlich auf den Putz zu hauen. Aus der Musikanlage schallte den ganzen Tag über Musik, es gab Freigetränke und sogar eine Jubiläumstorte. Ebenfalls veranstaltete der Verein jede Menge kleine Contests, bei denen die Skateboarder ihr Können unter Beweis stellen durften – und nebenbei zahlreiche Preise abräumen konnten.

Fachsimpeln und feiern: Die Rollsportler sind stolz auf ihre zehnjährige Vereinsgeschichte mit Höhen und Tiefen.

Nach einer extrem verregneten Woche hatte es Petrus mit den Skatern gut gemein: Pünktlich zum Beginn der Feier klarte der Himmel auf und bescherte den Anwesenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Als Ehrengast war Bürgermeister Walter Brilmayer anwesend. Der lobte insbesondere das große Engagement der Vereinsmitglieder und betonte, dass es ihn sehr stolz mache zu sehen, wie sich der Skatepark inzwischen entwickelt habe. „Ich bin sehr stolz auf die Leistung und Arbeit des Vereins“, sagte der Rathauschef. „Sowohl der Skatepark als auch die idealistische Arbeit der Vereinsmitglieder, ist für die Stadt Ebersberg ein Mehrwert“, so Brilmayer. Für die Renovierungsarbeiten und den Umbau des Parks, hatte die Stadt rund 10 000 Euro investiert. Die andere Hälfte hatte der Verein selbst aufgebracht, insbesondere auch durch die Unterstützung des Kreisjugendrings (KJR) und vielen Spenden.

„Es ist wirklich toll, dass heute so viele Leute gekommen sind, um mit uns zusammen unseren neuen Park und unser Jubiläum zu feiern“, sagte Vorstand Maxi Leitner der Ebersberger Zeitung. Der Skatepark in Ebersberg habe sich inzwischen zu einem Ort entwickelt, an dem die Jugendarbeit aktiv gefördert und gelebt werde. Die vielen Probleme, die man noch vor wenigen Jahren am Park gehabt habe, seien mit vereinten Kräften und dem gemeinsamen Arbeiten „für die richtige Sache“ aus der Welt geschafft worden, so Leitner.

Noch vor wenigen Jahren war der Ebersberger Skatepark vielen Bürgern ein Dorn im Auge gewesen. Vandalismus, Müll und Ruhestörung hatten das Image der Sportanlage beschädigt. Erst durch den Idealismus der Rollbrett-Enthusiasten, sowie der Rundum-Erneuerung der Anlage durch den Verein, konnte das Problem in den Griff bekommen werden. „Dieser Park ist für viele aus dem Landkreis inzwischen ein zweites Zuhause geworden“, sagte Leitner. Auch würden inzwischen auch viele Skater aus anderen Landkreisen nach Ebersberg kommen.

Die vielen Gäste der Jubiläumsfeier ließen es sich jedenfalls gut gehen. Während die einen ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Skateboarden, nachgingen, entspannten andere auf der neuen Dachterrasse des Vereins-Containers. Es wurde gegrillt, geratscht, gefachsimpelt und in alten Erinnerungen geschwelgt. Besonders die große Foto-Collage aus zehn Jahren Vereinsgeschichte, begeisterte die Anwesenden und sorgte für viele Lacher und auch den ein- oder anderen Kopfschüttler. Auch mit Einbruch der Dämmerung standen die Kugellager nicht still. Dank der großen Flutlicht-Anlage konnte bis in die Nacht gesportelt und getanzt werden. Am Ende gab es sogar noch eine kurze DJ-Performance von bekannten und weniger bekannten Ebersbergern. Um ca. 1 Uhr nachts wurde die Feier dann durch einen sintflutartigen Regenschauer abrupt beendet.

Ob eine Fest erfolgreich war oder nicht, offenbart sich meist erst am nächsten Morgen. Bei einem Blick über den völlig verwüsteten Platz, der mehr einem Schlachtfeld als einer Sportanlage glich, traf daher durchaus Ersteres zu. Manche Rollsportler hatten sogar, trotz Regen und Schlamm, eisern am Park übernachtet. Das kollektive Aufräumen war geradezu eine Metapher für das Vereins-Credo: Hinfallen um wieder aufzustehen. Mit schweren Kopf und müden Augen sammelten die sichtlich angeschlagenen Vereinsmitglieder Flasche für Flasche auf und brachten den Park wieder auf Vordermann. Nach einem derart grandiosen Jubiläum steht für den Verein fest: Die nächsten zehn Jahre können kommen.

Max Marquardt

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