Ebersbergs Ökostrom wird noch ökologischer

Ebersberg - Die Stadt Ebersberg bezieht schon jetzt zu 100 Prozent Öko-Strom. Jetzt soll auch noch eine Komponente zur CO2-Reduzierung eingebaut werden. Die Ausschreibung erfolgt europaweit.

Der Landkreis, Vaterstetten und Poing sind in Sachen Strombezug schon Vorreiter. Vorbild will auch die Kreisstadt sein. Der Ebersberger Finanzausschuss legte ein Verhältnis von 80 zu 20 beim Preis und der CO2-Komponente fest, das schließlich bei der Bewertung der Angebote den Ausschlag geben soll. Rund 10 000 Euro Mehrkosten werde dieser Beitrag zur Linderung der Folgen des Klimawandels jährlich kosten. Der neue Vertrag soll auf drei Jahre befristet sein. Um auch kleinere Anbieter zum Zug kommen zu lassen, werden bei der Ausschreibung drei Lose gebildet: für die Straßenbeleuchtung, dann für Klär- und Wasserwerk sowie das Hallenbad und schließlich für die städtischen Gebäude samt Rathaus.

Das strengere Bewertungsverhältnis kam auf Antrag der Grünen-Stadträtin Susanne Schmidberger zustande. Ursprünglich war nur 90 zu 10 angedacht. „Wir haben als Kreisstadt eine Vorbildfunktion“, appellierte Schmidberger. Sie zeigte sich „sehr froh darüber, dass hier bei uns in Ebersberg die Angelegenheit öffentlich behandelt wird.“ Dadurch werde der Bürger animiert, nachzuziehen.

Doris Rauscher (SPD) fragte nach der Zertifizierung der Anbieter beziehungsweise wie man ausschließen könne, „dass wir neben dem Ökostrom keinen Atomstrom erhalten“. Bei der Vergabe vor einem Jahr habe man schließlich „nicht ganz genau das bekommen, was außen draufstand“. Erik Ipsen, der neue geschäftsführende Beamte im Rathaus, beruhigte: „Die Frage, welcher Strom genau aus der Steckdose kommt, ist eine andere, es geht um den Marktanteil von Ökostrom.“ So zwinge man jedenfalls andere Anbieter etwas in die Knie. Vorgabe der Ausschreibung sei, dass es sich um Ökostrom handeln müsse.

Auch für Georg Schuder (CSU) geht es darum, ein Zeichen zu setzen. „Wir wollen einiges an Schadstoffen einsparen und dafür auch eventuell etwas mehr bezahlen.“ Auch er plädierte für das strengere Vergabeverhältnis. „Das darf für uns keine Frage sein“, konstatierte SPD-Stadträtin Brigitte Schurer. Das Fazit von Bürgermeister Walter Brilmayer nach dem einstimmigen Beschluss lautete: „Jetzt sind wir vorbildlich.“

Von Eberhard Rienth

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