Idylle am Löschweiher: Um die Kosten für die Renaturierung ging es im Gemeinderat. Foto: sro

Eglhartinger Wasser bleibt günstig

Kirchseeon - Den Eglhartingern bleibt ihr Wasserbeschaffungsverband (WBV) und damit auch der günstige Wasserpreis erhalten. Das neue Eglhartinger Baugebiet an der Bucher Straße soll jedoch von Kirchseeon aus versorgt werden.

Der Unterschied ist beträchtlich. Das Wasser aus dem Kirchseeoner Wasserwerk kostet die angeschlossenen Bürger laut Gemeinde 1,40 Euro pro Kubikmeter, ohne Mehrwertsteuer. Der Preis in Bereich des WBV Eglharting inklusive Riedering und Ilching beträgt 0,65 Euro, im kleinen WBV Buch 0,73 Euro pro Kubikmeter. Begründet ist das darin, dass in den beiden letztgenannten Verbänden Genossenschaften aktiv sind, in denen Ehrenamtliche Verantwortung tragen.

Auslöser für die Debatte im Gemeinderat war der Antrag eines Gemeindebürgers, den WBV Eglharting aufzulösen. Unterstützung fand diese Position nur bei den Grünen. Deren Fraktionssprecher Frank Költerhoff befürchtet, dass bei einem Beibehalten der derzeitigen Strukturen Konflikte entstehen. Langfristig könne es deshalb nur ein Ziel geben, nämlich nur einen Wasserverband für den gesamten Ort Kirchseeon.

Dem widersprach Vizebürgermeisterin Maria Wollny (CSU), die in Eglharting wohnt, und betonte: „Der Verband hat super gearbeitet, das Wasser ist einwandfrei.“ Auch Bürgermeister Udo Ockel (CSU) sprach von „untadeliger Arbeit“. Es gebe keinen Anlass, den WBV in Frage zu stellen. Im Gegenteil. Man könne auch darüber nachdenken, das Wasserschutzgebiet für den Eglhartinger Brunnen zu erweitern. Gegen die Stimmen der Grünen votierte die Mehrheit im Gemeinderat für den Erhalt des WBV.

Dennoch soll das neue Baugebiet im Westen von Eglharting von Kirchseeon aus mit Wasser versorgt werden. Hintergrund ist, dass ein weiteres Wachsen der Gemeinde in diesem Bereich zukünftig möglich sein könnte. Und die Versorgung dieser Erweiterung könnte der WBV dann möglicherweise nicht mehr leisten. Aus verschiedenen Gründen muss zur Versorgung aus Kirchseeon jedoch eine neue Wasserleitung gebaut werden. Länge: 550 Meter, Kosten: 350 000 Euro. Und dieser neue Strang würde teilweise parallel zu einer bestehenden Leitung des WBV verlaufen.

Dazu hatte es im jüngsten Werkausschuss des Gemeinderates kritische Stimmen gegeben (wir berichteten). Inzwischen ist jedoch klar, dass zur Sicherheit der Wasserversorgung ein Notverbund mit der VE München Ost notwendig ist. Dazu wir aber eine Leitung mit größerem Durchmesser gebraucht, als sie vom WBV zur Verfügung gestellt werden könnte. Allein schon aus diesem Grund ist eine neue Leitung notwendig.

Zur Kasse bitten wollte ein Gemeindebürger unter anderem den WBV für die inzwischen abgeschlossene Renaturierung des Ilchinger Weihers. Schließlich sei der Verband für den Unterhalt des „Löschweihers“ zuständig, so das Argument.

Der Gemeinderat musste sich nun mit einem entsprechenden Antrag beschäftigen. Bezahlt hat die Maßnahme die Gemeinde Kirchseeon. „Wir wollten etwas für den Naturschutz tun“, betonte Bürgermeister Ockel in der Sitzung. Den Auftrag habe die Gemeinde erteilt. Die Kommune müsse daher auch dafür aufkommen und niemand anderer. Das sahen auch die Gemeinderäte so. Antrag abgelehnt.

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