Ein gerissener kleiner Egmatinger

Bub geht nachts zur Feuerwehr - die hat jetzt eine Überraschung

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Ein kleiner Egmatinger (2) hat sich nachts auf den Weg zur Feuerwehr gemacht - sehr zum Schrecken seiner Eltern. Alles ging gut aus - und eine Überraschung gibt es nun auch noch. 

Egmating– Er hat mit seinen zwei Jahren bereits alles, was man als Feuerwehrmann braucht. Körperliche Fitness, Orientierungssinn und kommunikativ ist er auch: In Egmating im Landkreis Ebersberg ist ein zweijähriger Bub nachts aus dem Haus seiner Eltern ausgerissen, weil er offensichtlich zu den Feuerwehrautos im örtlichen Gerätehaus wollte. Der Ausflug nahm ein glückliches Ende – und wird jetzt sogar eine Fortsetzung haben.

So ist es passiert: Das zwei Jahre alte Kind kletterte laut Polizeibericht in der Nacht auf Montag in Egmating zuerst aus seinem Gitterbett. Anschließend machte es sich, „ausgestattet mit Kuscheltier und Trinkflasche auf den Weg zu seiner geliebten Feuerwache“, berichten die Ebersberger Polizeibeamten. Großes Glück dabei: „Unterwegs fiel einem aufmerksamen Verkehrsteilnehmer der kleine Ausreißer auf.“ Die Polizei wurde gerufen.

Der Kleine konnte die Polizisten zum Elternhaus zurücklotsen

Während der Bub bis zu dieser Stelle bereits eine beachtliche Unternehmungslust an den Tag gelegt hatte, bewies er anschließend noch ein erstaunliches Orientierungsvermögen. „Trotz seines Alters von gerade mal zwei Jahren konnte der kleine Mann die verständigten Beamten der Polizeiinspektion Ebersberg zurück zu seinem Elternhaus lotsen“, berichtet die Polizei.

Ganz so einfach machte es der Bub den Polizisten aber wohl doch nicht, vielleicht weil er angesichts der neuen Lage statt der Besichtigung des Feuerwehrhauses lieber der Fahrt mit dem Streifenwagen den Vorzug geben wollte. „Das war schon auch eine Glückssache“, berichten die Beamten. „Die Kollegen sind mit dem Buben im Ort herumgefahren und haben ihn gefragt: ,Wo Mama?’“ Kurze Zeit später muss der Zweijährige dann sein Elternhaus wiedererkannt haben, weil er den Polizisten zu verstehen gab: „Da drin.“ Und das war nicht geschwindelt: Tatsächlich konnte das Kind dort seinen „schockierten Eltern übergeben“ werden. Sie hatten überhaupt nicht bemerkt, dass ihr Sohn sich nachts heimlich auf eine Entdeckungsreise gemacht hatte. „Wir hatten Glück“, sagt der Vater des Buben am anderen Tag erleichtert. Der Kleine sei ein sehr aufgewecktes Kind. „Wir werden Sorge dafür tragen, dass das nicht noch einmal passieren kann.“

Die Feuerwehr lädt den Buben ins Gerätehaus ein

Die Polizei rätselt jetzt, welche Schlüsse der kleine Ausreißer aus seinem nächtlichen Abenteuer ziehen wird: „Der Bub ist in seiner Berufswahl nunmehr zwischen Feuerwehr und Polizei hin- und hergerissen“, mutmaßen die Beamten.

Zur Berufsfindung des Kindes will übrigens auch die Egmatinger Feuerwehr beitragen. „Der Kommandant hat schon bei uns angerufen“, berichtete die Ebersberger Polizeidienststelle am Montag.

 Die Wehr will den Buben nämlich ins Gerätehaus einladen und eine Rundfahrt mit einem Blaulichtfahrzeug wird wohl auch drin sein. Das Stichwort lautet Nachwuchswerbung. „Die Egmatinger Feuerwehr ist sehr familiär eingestellt“, weiß der Vater von einem früheren Besuch im Gerätehaus, der sich „zufällig“ ergeben habe und bei dem auch der Sohn dabei gewesen sei. Möglicherweise ist der nächtliche Ausflug des Buben auf diese Erfahrung zurückzuführen, mutmaßt der erleichterte Papa. Der Bub jedenfalls hat schon das eine oder andere Stück geliefert, wie der Vater  berichtet. „Wenn der so weitermacht, steht er bald in der Zeitung.“ Genau.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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