Besorgte Egmatinger Eltern vor dem Eingang zum Kinderhort (v.l.): Tomas Langara, Stefanie Götz, Elena Krosi, Katharina Sölch, Stefanie Kleineher, Daniel Jilke, Azra Jilke, Simone Heiler, Claudia Lindemann, Ane Tomcici, Katrin Kellerman, Martin Kellermann.
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Besorgte Egmatinger Eltern vor dem Eingang zum Kinderhort (v.l.): Tomas Langara, Stefanie Götz, Elena Krosi, Katharina Sölch, Stefanie Kleineher, Daniel Jilke, Azra Jilke, Simone Heiler, Claudia Lindemann, Ane Tomcici, Katrin Kellerman, Martin Kellermann.

Egmatinger Eltern fürchten Engpass bei Hortplätzen

Egmatinger Eltern sind in großer Sorge, dass es zum nächsten Schuljahr nicht genügend Hortplätze in der Gemeinde geben könne.

Egmating– Für Ludwig, Marwin, Lois, Jessica, Jure, Marilena, Paul-Bastian und neun weitere Schulanfänger und deren Eltern ist derzeit noch gar nichts gut. 16 Familien in Egmating befürchten, dass es fürs Schuljahr 2020/21 zu wenig Hortplätze gibt. Die Sorge ist berechtigt. BRK-Bereichsleiter Christian Althoff sagte derEZ, dass nur sechs Hortplätze frei würden (Schuljahr 2020/21). Die Eltern wissen, dass 16 Familien einen Hortplatz brauchen.

Bürgermeister beruhigt

Bürgermeister Ernst Eberherr beruhigt: „Wir haben 50 Plätze, der Hort war noch nie ausgebucht.“ Am Dienstag dieser Woche lag ein Schreiben in den Fächern der Vorschulkinder im Kindergarten. Ohne Briefkopf und Unterschrift, Verfasser bislang unbekannt! Doch mit Hinweis: die Hortplätze sind knapp. Hinweis zwei: Die Gemeinde bittet die Eltern von Vorschulkindern, an der Bedarfsermittlung teilzunehmen. Hinweis drei: Die Bedarfsermittlung sei keine Hortanmeldung!

Eltern wollen Gewissheit

Paul-Bastian wird im Herbst eingeschult, schon im November hatte Stefanie Kleineher Hortplatzbedarf angemeldet. „Wir arbeiten beide und haben Angst, dass wir keinen Platz bekommen. Was machen wir dann mit unserem Kind?“ Diese Unsicherheit quält alle Eltern mit Hortplatzbedarf. Verlieren sie Ihren Job? Müssen sie ihre Schulanfänger zurückstellen lassen? Weil keiner konkrete Zahlen nennen konnte, sammelten die Mütter in Eigenregie letzte Woche die Bedarfszahlen: „Wir zählten 29 Schulanfänger, davon brauchen 16 Kinder einen Hortplatz“, sagt Kleineher.

Etliche Eltern beteuern, ihre Kinder seien bereits angemeldet. Teils persönlich, teils wurden die Anmeldebögen im Briefkasten des Horts eingeworfen. BRK-Bereichsleiter Althoff ist für die Horteinrichtungen in Oberpframmern und Egmating zuständig. Die Aufregung der Eltern kann er nicht nachvollziehen, sein Argument: Die endgültigen Zahlen stehen noch nicht fest. Als Stichtag für die Hortanmeldung nennt Althoff den 21. Februar, da ist von 15 bis 17 Uhr im Egmatinger Hort „Tag der offenen Tür“.

Zukunft hängt am Neubau

Noch ein Detail der Situation: Die Zukunft des Horts hängt eng mit dem Bau des neuen Doppelgebäudes Rathaus/ Schule und mit der Sanierung des alten Schulhauses zusammen. Der Hort ist im Augenblick im Keller des alten Rathauses untergebracht, das abgerissen werden soll. Möglicherweise zieht der Hort in zwei Klassenzimmer des neuen Schulhauses um. „Da wäre Platz für mehr Kinder, soweit wir ihn nicht für eine Ganztagesschule brauchen – es geht um die Aufteilung der Räumlichkeiten“, sagt Eberherr. Das könnte dann funktionieren, wenn der Bau rechtzeitig fertig wird. Denn während der Neujahresversammlung im Januar verkündete der Rathauschef: „Schule und Rathaus werden voraussichtlich im August fertig.“

Die Schule beginnt im September, bis August ist alles offen. Was – wenn die Gebäude nicht fertig sind zum Schulbeginn? Die Egmatinger Schule hat bereits Zahlen zur Menge der Schulanfänger erhalten, von der Verwaltungsgemeinschaft Glonn. Die kann aber aus Datenschutzgründen keine Zahlen nennen. Die Schule verweist ans Schulamt in Ebersberg. „Wir haben keine konkreten Zahlen zu den Schulanfängern 2020/21, die liegen erst nach den Osterferien vor“, sagt Schulamtsdirektorin Sigrid Binder. „Anmeldestichtag ist im März, den genauen Tag können die Schulen selbst festlegen“, informiert Binder weiter.

Zur Not Mittagsbetreuung

Egmatings Bürgermeister Eberherr weiß von den Sorgen der Eltern und versucht, zu beruhigen: „Es gibt in allen Einrichtungen genug Plätze, auch im Hort. Falls es doch anders sein sollte, werden wir über eine Mittagsbetreuung nachdenken“, versichert er.

Zu den frei werdenden Hortplätzen hat der Bürgermeister andere Zahlen als Althoff vom BRK. Der Rathauschef spricht von 15 freien Plätzen und versichert: „Der Hort war noch nie völlig ausgebucht.“

Susann Niedermaier


Lesen Sie auch: Egmatings neue gute Stube

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