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Sie haben die Nase voll: Eltern und Kinder bei einem Ortstermin in Neumünster, bei dem sie auf die Raserei a uf der Verbindungsstrecke nach Münster aufmerksam machten. 

Protestnote an den Bürgermeister

Egmatinger Eltern reicht‘s: Stoppt die Raserei!

Zwischen Münster und Neumünster liegt ein Kilometer Straße, der bringt derzeit Zunder in die beiden Egmatinger Ortsteile. Die Autos fahren viel zu schnell, sorgen sich Eltern um ihre Kinder.

Egmating – Auch in Neumünster selbst herrscht länger schon Unmut. Trotz Zone 30 rasen dort Fahrzeuge durch den Ort, beschweren sich Neumünsterer Bürger. Schon 2016 hatte die Gemeinde mittels Messfinger (ein Monat) in Neumünster massenhaft Übertretungen festgestellt, darunter vielfach Geschwindigkeiten zwischen 60 und 100 km/h in Zone 30. Jetzt ist die Stimmung am Überkochen, besonders in Neumünster.

Dort wohnt Senta Meyer (37), Mutter von zwei Kindern. Sie stellte nach Rücksprache mit anderen Familien einen schriftlicher Antrag an Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU) und einige Gemeinderäte. Hauptanliegen: der Raserei Einhalt gebieten.

Regelmäßiges Blitzen gefordert

Konkrete Wünsche: Die Gemeinde möge dem Kommunalen Zweckverband Oberland beitreten – um die Autofahrer an die vorgegebenen 30 km/h in Neumünster durch regelmäßiges Blitzen zu erinnern. Weiter wünschte sich Meyer eine Sperrung der Straße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Neumünster und Münster auf 60 km/h – insbesondere in der gefährlichen Kurve beim „Schertl-Holz.

„Jetzt ist das Fass voll“ informierte Meyer die Ebersberger Zeitung. „Wir werden nicht ernstgenommen, speziell vom Bürgermeister“, sagte Meyer und entschied, ein Treffen der betroffenen Familien zu organisieren.

Rettender Sprung in die Wiese

„Das mit der Raserei war immer schon so, wir wohnen hier seit 2011“, sagte Christine Poos (38), sie hat ein vierjähriges Kind. „Mein Mann musste schon vom Straßenrand in die angrenzende Wiese springen, um nicht überfahren zu werden“ erzählte sie weiter.

Eine andere Frau berichtete: „Ich wollte wie gewohnt in mein Grundstück in Neumünster einbiegen, dabei wurde mein Wagen von einem entgegenkommenden Raser beschädigt, ein paar Wochen später wird mir der Spiegel vom Fahrzeug gerissen.“

„Unsere Kinder sollen gefahrlos die Nachbarskinder besuchen können, um am Sozialleben in Münster und Neumünster teilnehmen zu können“, wünschte sich Meyer. Matthias Weber-Jansen (43) stimmte ihr zu, der Vater von vier Kindern erlebte Skurriles – zu Fuß unterwegs auf der Rennstrecke. „Wir gingen am Straßenrand entlang, plötzlich machte ein Autofahrer eine Vollbremsung und begann, uns zu beschimpfen.“

Die Familien betonten, dass sie weiter in Kommunikation mit der Gemeinde treten werden, ihre Wünsche haben sie nicht aufgegeben, jedoch etwas anders formuliert. 

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Wichtigstes Ziel: die Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Münster und Neumünster auf 60 km/h und dort einen Kiesstreifen am Fahrbahnrand. Weiterer Punkt: eine Fahrbahnverengung im Ort Neumünster an drei Stellen. Bürgermeister und Gemeinderäte sollen zu einer Wanderung entlang der gefährlichen Straße eingeladen werden.

Susann Niedermaier

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