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Bürgermeister Ernst Eberherr musste viele Fragen der Egmatinger beantworten.

Bürgerversammlung macht deutlich

Kinderbetreuung ist Top-Thema in Egmating

So viele Fragen haben die Egmatinger wohl noch nie gestellt – wie bei dieser Bürgerversammlung im gut gefüllten Gemeindesaal.

Egmating – Nach der Präsentation der wichtigsten gemeindlichen Eckdaten und Vorstellung laufender Projekte stellte sich Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU) den Fragen der Bürger.

Ein älterer Egmatinger meldete sich. „Ich habe eine junge Familie im Haus, die suchte verzweifelt einen intakten Kinderspielplatz im Ort, fand aber keinen.“ „Ja, da müssen wir was machen, die Plätze sind in die Jahre gekommen, da braucht es Renovierungen und neue Geräte“, gab der Bürgermeister freimütig zu. Dann beschrieb er eine Situation, die die Verwaltung bislang gebremst haben könnte, sich um die Spielplätze im Ort zu kümmern: „Problem ist, dass die Spielplätze nach der Renovierung wieder intensiv genutzt werden und sich dann Anwohner bei uns erneut massiv über den Lärm der Kinder beschweren“, sagte Eberherr.

Wie viele Hortplätze gibt es?

Caro Lindemann stellte sich als eine der 29 Mütter vor, deren Kinder im Herbst in die Schule kommen. Als Berufstätige zählt sie unter den Schulanfängermüttern zu den Frauen, die einen Hortplatz brauchen. „Wie viele Hortplätze gibt es tatsächlich?“, legte Lindemann die öffentlich bereits diskutierte Frage nun auch in der Bürgerversammlung auf den Tisch.

Genehmigung für 50 Kinder

Eberherr ging auf diese Frage nicht direkt ein. Dafür streute der Bürgermeister andere Infos zum Hort in den Saal: „Wir hatten schon über 50 Kinder im Hort, momentan sind es nicht so viele, aber wir haben die Genehmigung für 50 Kinder.“ Lindemann warf Eberherr vor: „Es wird viel zugesichert hier und nicht alles eingehalten. Ich habe das selbst erlebt und fühle mich nicht abgeholt.“ Eberherr beteuerte erneut: „Wir hatten noch nie Kapazitätsprobleme, wenn – dann Probleme, Personal zu bekommen. Derzeit gibt es kein Personal.“ Dann zeigte er sich als Familienberater: „Ich weiß, dass Kinderbetreuung ein Problem sein kann, ich habe selbst vier Enkel.“ Darauf Gelächter im Saal. Doch Eberherr ließ sich nicht beirren: „Ich bin bekannt dafür, dass ich Lösungen finde, gerade was Kinderbetreuung betrifft.“

Eine Bürgerin interessierte sich für die Schule: „Sie wollen das Schulgebäude aufstocken, was wird da genau gemacht? „Toiletten renoviert, Brandschutz erneuert, neue Türen, neue Böden“ zählte Eberherr auf. „Wie sieht es bei der Renovierung mit dem Lärm für die Schulkinder aus?“, fragte die Bürgerin weiter. „Lärmträchtige Arbeiten werden wir in die Ferien verlegen, auch der Abriss des Rathauses erfolgt in der Ferienzeit. Zunächst wird aber das Treppenhaus als zweiter Fluchtweg fertig gestellt. Sollte es doch Lärm geben, werden die Kinder in Containern unterrichtet oder wir lagern die Schüler nach Oberpframmern aus.“

Lärm an der Schule

Gesamt beurteilte Eberherr die Lärmsituation schon während der vergangenen Bauphase als „nicht so schlimm“ und meinte: „Lärm von vorbeifahrenden Lastwagen oder Traktoren ist lauter.“

„Baulärm war schon da“, widersprach Cornelia Lang, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Egmating-Oberpframmern und berichtete aus ihren Erfahrungen „Wenn es sehr schlimm wurde, gingen wir auf die Baustelle und baten die Arbeiter, doch bitte die Maschinen abzustellen, weil wir gerade Probe schreiben.“

Lesen Sie auch: Egmatinger Eltern fürchten Engpass bei Hortplätzen

„Wir haben Gäste aus Eritrea oben im Rathaus, was ist mit den Menschen, wenn das alte Rathaus abgerissen wird?“, wollte eine andere Bürgerin wissen. „Die werden derzeit bei uns als Obdachlose geführt, die müssen möglicherweise nach Glonn ins Obdachlosenhaus. Meines Wissens nach haben die alle Arbeit, die müssen halt eine Wohnung suchen. Wir können nicht die Probleme der ganzen Welt lösen“, sagte Eberherr.

Susann Niedermaier

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