Eine Visualisierung der drei geplanten Windkraftanlagen im Höhenkirchner Forst vom Egmatinger Weiler Neuorthofen aus. Entstehen sollen die Rotoren auf der Flur von Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Kreis München).
+
Eine Visualisierung der drei geplanten Windkraftanlagen im Höhenkirchner Forst vom Egmatinger Weiler Neuorthofen aus. Entstehen sollen die Rotoren auf der Flur von Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Kreis München).

Windräder im Höhenkirchner Forst

Emotionale Debatte ändert nichts - Erneute Verlegung vom Windkraftstandort abgeschmettert

  • VonHelena Grillenberger
    schließen

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Egmating, am 23. November, ging es in erster Linie um den Standort der geplanten Windräder im Höhenkirchner Forst. Mindy Konwitschny (SPD), Bürgermeisterin der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn, wollte den Egmatingern ihre Zweifel nehmen.

Egmating – Bittere Tränen der Enttäuschung flossen in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Egmating. Dabei ging es um den Antrag von Magdalena Wagner (SPD), auf die Einhaltung von 5H (also 1250 Meter) der Windräder im Höhenkirchner Forst zu Neuorthofen (Gemeinde Egmating). Deshalb bei der Sitzung anwesend: Mindy Konwitschny (SPD), Bürgermeisterin der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn, und Robert Sing, dessen Ingenieurbüro federführend in der Planung der Windkraftanlagen ist.

Das Problem: Das dritte Windrad, das sich am nächsten an der Gemeinde Egmating befindet, wäre nur 930 Meter vom nächstgelegenen Ort Neuorthofen entfernt – nach dem neuen Plan. Zuvor wären es 860 Meter gewesen, eine mögliche Versetzung wurde aber aufgrund des Antrags Wagners geprüft und möglich gemacht. Beide Abstände würden die 3H einhalten – Wagner, zuletzt Bundestagskandidatin der Genossen, die selbst in Neuorthofen wohnt, fordert aber einen Abstand von 5H. Die Windräder werden auf dem Grund der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn gebaut, die Fläche, auf der sie entstehen sollen, wurde bereits 2014 beschlossen.

Magdalena Wagner (SPD), Gemeinderätin in Egmating.

Anderer Standort: Planer warnen vor langen Verzögerungen

Ingenieur Sing erklärte, eine Verschiebung des fraglichen Windrades nach Osten, näher an die Gemeinde Oberpframmern, sei geprüft worden: Zum einen müsste dann aber das Windrad mindestens 1000 Meter von den anderen beiden entfernt gebaut werden, wegen der Windabschattung. Außerdem würde eine neue artenschutzrechtliche Erhebung notwendig, da man zwar für die aktuell geplanten Standorte und großflächig darum geprüft habe, nicht aber für alternative und ungünstigere Standorte. Eine Neuprüfung würde für das Projekt eineinhalb bis zwei Jahre Verzug bedeuten (sogar vier Jahre, merkte Konwitschny an, da aktuelle Gutachten dann ungültig wären und neu erstellt werden müssten) und nicht bezifferbare Mehrkosten und Risiken bergen. Die aktuell geplanten Standorte bedeuteten den geringsten Eingriff und hätten den größten Nutzen.

Die Diskussion drehte sich anschließend viel im Kreis. Egmating fühle sich übervorteilt von der „gesagten weichen Linie, aber gefahrenen harten Linie“, so Maria Riedl (ABE). Zwar spreche Höhenkirchen-Siegertsbrunn davon, gemeinsam arbeiten zu wollen und niemanden außen vor zu lassen, gleichzeitig hieße die Devise aber: „Wenn ihr was dagegen sagt, seid ihr raus“, fasste Wagner ihren Eindruck von den Gesprächen zusammen.

Mindy Konwitschny (SPD), Bürgermeisterin der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn.

„Wir sind auf dem Gebiet der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn, das möchte ich ganz klar sagen“, erklärte Konwitschny daher eindringlich und wiederholte immer wieder: „Das heißt, wir könnten diese drei Windräder einfach so bauen. Das wollen wir aber nicht.“ Dass sie an der Sitzung teilnehme, zeige doch, dass sie die Egmatinger mitnehmen möchte.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn gibt sich kompromissbereit - Entäuschte Stimmen im Gemeinderat

Das sah Wagner anders. Die Neuorthofener Dorfgemeinschaft würde „stiefmütterlich behandelt“, klagte sie mit Tränen in den Augen und brechender Stimme, als zum wiederholten Male erklärt wurde, der Standort 930 Meter entfernt sei der beste.

Eineinhalb Stunden etwa zog sich die Diskussion mit immer gleichen Argumenten und Bedenken.

Auch Gegenstimmen meldeten sich gelegentlich zu Wort: „Wenn wir dem Antrag zustimmen, sind wir de facto raus aus der Arge“, warf Michael Egerland (ABE) zweimal ein. „Das heißt, die Planungen finden ohne uns statt und wir können überhaupt nicht mehr mitreden.“ Den Antrag Wagners lehnte der Gemeinderat daher schließlich ab.

Noch mehr Nachrichten aus der Region Ebersberg lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Ebersberg-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare