+
Wie teuer darf der Strom sein, wenn man damit politische Ziele verfolgt? Darüber diskutierte jetzt der Egmatinger Gemeinderat.

Im Egmatinger Gemeinderat wird es beim Thema Eberwerk spannend

Für teureren Strom gestimmt - weil es politisch gewollt ist

Ist es egal, wie teuer oder billig man den Strom einkauft? Darüber wurde jetzt im Egmatinger Gemeinderat diskutiert.

Egmating – Der Wille zur Umsetzung der Energiewende ist auch in Egmating angekommen. Das demonstrierte die Mehrheit der Gemeinderäte in jüngster Sitzung des Gremiums mit ihrer Entscheidung (8:5) für den Ökostrom der Eberwerke. Zudem sprachen sich die Räte für die Umstellung der gemeindlichen Straßenbeleuchtung auf LED aus.

Eberstrom ist etwas teurer

Obwohl die Rosenheimer ihren Strom als Festpreis auch für die nächsten drei Jahre weiter günstig angeboten hatten (4,965 Cent/pro KWh) und Eberstrom etwas teurer ist, sprach sich das Gremium für die Eberwerke aus. Eberstrom kostet schon im Lieferjahr 2019 mehr: 5 Cent/pro KWh plus Abwicklungsgebühr von 1,17 Cent pro KWh.

2500 Euro im Jahr mehr

Vor der Abstimmung hatte Bürgermeister Ernst Eberherr darauf hingewiesen, dass Eberstrom rund 2500 Euro mehr im Jahr koste, zugleich plädierte das Gemeindeoberhaupt intensiv für eine Verlängerung des Vertrages mit den Rosenheimer Stadtwerken.

Bürokratie ist sehr groß

Dann sprach Eberherr Sachverhalte an, die ihm am Eberwerk nicht gefallen: „Das Eberwerk gehört zwar dem Landkreis, die Bürokratie ist aber sehr groß und das Eberwerk selbst kauft auch Strom von den Stadtwerken Rosenheim zu.“ „Was sind 2500 Euro im Gesamthaushalt dieser Gemeinde“, warf Lena Wagner (SPD, Parteifreie) in die Runde und weiter: „Es geht hier nicht nur ums Geld, sondern darum, ob wir als Gemeinde konsequent weiter nur aufs Geld schauen, oder ob wir unseren Beitrag zur Energiewende leisten wollen. Das Eberwerk sorgt hier vor Ort dafür, dass es mehr grünen Strom gibt. Die Gemeinde wird künftig durch die Umstellung auf LED Geld einsparen, ich spreche mich dafür aus, an Eberstrom zu übergeben.“

Als Privatverbraucher lieber sparen

„Ich bin von meiner Meinung her noch zwiespältig“, gestand Markus Winter (CSU/FW) und erklärte dies: „Einerseits müssten wir uns als Landkreisgemeinde fürs Eberwerk aussprechen, als Privatverbraucher stimme ich aber eher fürs Sparen.“

Unsichere Preisentwicklung

Hier stieg Eberherr wieder in die Diskussion ein und gab zu bedenken: „Es ist auch nicht abzusehen, wie sich die Preise beim Eberwerk in den nächsten drei Jahren entwickeln werden.“ Auch Oliver Gehrmann (AEB) stellte die Kosten einem größeren Ganzen gegenüber: „Wir reden hier über 2500 Euro – wir müssen den Bürgern gegenüber ein Zeichen setzen. Erst stimmen wir für die Eberwerke, dann würden wir weiter in Rosenheim kaufen. Schon wegen der Außenwirkung kann ich nicht für Rosenheim stimmen.“

Stadtwerke im „Kampfpreis“

„Klar, dass Stadtwerke Rosenheim mit einem Kampfpreis einsteigen, doch wir reden hier über Peanuts“, sagte Bernhard Wagner (SPD/Parteilose) und unterstrich: „Das Eberwerk hat 100 Prozent regenerativen Strom, es wäre ein schlechtes Zeichen, dieses örtliche Unternehmen nicht zu unterstützen, ich fordere eine namentliche Abstimmung.“

Heinz Ott (CSU/FW). erwiderte darauf: „Jeder hat seine eigene Meinung dazu, die er nach seinem Gewissen trifft.“ Für eine Verlängerung des Stromliefervertrages mit den Rosenheimer Stadtwerken stimmten also folgende Gemeinderäte der CSU/FW: Ernst Eberherr, Heinz Ott, Franziska Herbst, Georg Stündler und Anton Werner. Für den regenerativen Eberstrom stimmten: Andreas Voglrieder (CSU/FW), Markus Winter CSU/FW, Michael Egerland (ABE), Oliver Gehrmann (ABE), Peter Müller (ABE), Andreas Riedl (ABE), Lena Wagner (SPD/Parteilose) und Bernhard Wagner (SPD/ Parteilose). Uschi Breithaupt und Johann Heiler (beide ABE) waren nicht anwesend.

Vertrag läuft Ende 2019 aus

Der Stromliefervertrag zwischen Egmating und den Stadtwerken Rosenheim läuft Ende 2019 aus, ab dann bezieht Egmating den Ökostrom.

Unter dem Dach des Eberwerks finden sich 19 Kommunen zusammen, um gemeinsam Ökostrom, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz im Landkreis Ebersberg voranzutreiben.

VON SUSANN NIEDERMAIER

Lesen Sie dazu auch: Landrat-Vize: Nein zu neuen Windrädern im Landkreis Ebersberg.

Ebenfalls interessant:  Energieversorgung im Landkreis Ebersberg Wechsel zu EBERwerk ist jetzt möglich

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft
Großbrand im Zentrum von Ebersberg: In der Eberhardstraße steht das Haus der Glaserei Mascher in Flammen. Rund 60 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz.
Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen - Großeinsatz läuft
Bayernpartei will in den Stadtrat
Die Grafinger Bayernpartei hat ihre Stadtratsliste für die anstehende Kommunalwahl im März nächsten Jahres aufgestellt. Zwölf Kandidaten wurden jeweils einstimmig …
Bayernpartei will in den Stadtrat
Die Verkehrswende kommt vom Balkan
Das traditionsreiche Glonner Busunternehmen Ettenhuber investiert in die Zukunft und erweitert seine MVV-Linien. Unterstützung kommt aus Osteuropa.
Die Verkehrswende kommt vom Balkan
Volksfest Poing: Termin für 2020 steht
Der Termin fürs Volksfest Poing 2020 steht fest. Und auch, wie viel Geld die Gemeinde für 2019 ausgegeben hat.
Volksfest Poing: Termin für 2020 steht

Kommentare