+
Der Gesellschafterrat (v.l.): Hans Heiler, Bernhard Wagner, Nikola Fischer, Max Fürst und Peter Ribinski.

Erfolgreiche Gründungsversammlung

Egmating macht großen Schritt in Richtung Dorfladen

„Ja, wir wollen unseren Dorfladen!“ 136 Egmatinger haben sich zur Gründung eines Dorfladens getroffen. 86 Bürger zeichneten bereits einen Genossenschaftsanteil, damit schufen sie ein Startkapital von 28 000 Euro.

Egmating – „Ich bin überwältigt“, staunte Wolfgang Gröll mit Blick in den prall gefüllten Saal fünf Minuten vor Beginn. Er begleitet die Dorfladenidee seit Frühjahr vergangenen Jahres. Mit so einer Resonanz hatte der Geschäftsführer der Newway-Handelsberatungs-GmbH nicht gerechnet. Seine bisherigen Erfahrungen in vergleichbaren Gemeinden in der Anfangsphase einer Dorfladenidee sind anders. „Da kamen zu ersten Versammlung meist 20 bis 30 Leute, in Egmating sind es weit über 100, das ist sensationell.“

Auch Dorfladeninitiator Hans Heiler jun. strahlte übers ganze Gesicht. „Ich bin völlig überrascht über so einen Andrang und freue mich sehr.“ Daumen hoch zeigte auch Bernhard Wagner, Mitglied des Arbeitskreises Dorfladen. Vom Gemeindeoberhaupt wünschte sich Wagner eine weiter konstruktive Unterstützung der Dorfladenidee.

Gröll wies im Rückblick der bisherigen Aktionen darauf hin, dass auch die Möglichkeit überprüft worden sei, einen Supermarkt in die Gemeinde zu holen. „Das macht aber keinen Sinn, Egmating ist keine Wachstumsgemeinde, ein Supermarkt ist hier also nicht entwicklungsfähig“. Diese Erkenntnis führte den Berater, wie er sagte, früh im Vorfeld zum Entschluss, hier in Egmating einzusteigen. „Ein Dorfladen macht Sinn in der Gemeinde, wenn wir das Umland mit einbeziehen.“ Anschließend wies Gröll die Zuhörer in die komplexe Materie der rechtlichen Rahmenbedingungen ein, die einer Dorfladengründung vorangehen müssen. „Um den Bürgern eine möglichst große Beteiligung zu schaffen und die Haftung möglichst gering zu halten, wählen wir für Dorfläden die Handelsform einer Dorfladen UG (haftungsbeschränkt)“, erklärte Gröll. „Die Bürger sind stille Gesellschafter, ein Gesellschafterrat vertritt die Belange und Interessen der stillen Gesellschafter gegenüber der Dorfladen UG“, klärte er weiter auf. Mit überwiegender Mehrheit gaben die Anwesenden ihr Einverständnis zu dieser Rechtsform für den Egmatinger Dorfladen.

In der Pause zeichneten 86 Bürger Anteile im Gesamtwert von 28 000 Euro (ein Anteil 250 Euro). „Ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Dorfladen ist geschafft“, freute sich Bernhard Wagner. Anschließend wählten die Gesellschafter den Gesellschafterrat. Dieser vertritt später die Rechte der stillen Gesellschafter gegenüber der Dorfladen UG. Zur Wahl gestellt hatten sich Bernhard Wagner, Hans Heiler jun., Max Fürst, Peter Ribinski und Nikola Fischer, die alle von der Versammlung bestätigt wurden.

Wagner und Gröll beendeten die Versammlung, jetzt beginnt die Arbeit in verschiedenen Arbeitskreisen. Ein wichtiger Teil der kommenden Arbeit ist, wie Gröll sagte, noch mehr Bürger für den Kauf eines Anteils am Dorfladen zu motivieren, derzeit fehlen auf die Startsumme von 40 000 noch 12 000 Euro. Weitere Veranstaltungen wie ein Dorfladentag, bei dem die regionalen Erzeuger ihre Produkte präsentieren können, werden folgen. Falls nötig, wird es auch eine Haus-zu-Haus-Aktion geben, da wird dann versucht werden, die Egmatinger persönlich vom Dorfladen zu überzeugen.

Susann Niedermaier

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Parkplatzproblem am Bürgerhaus bleibt im Fokus
In der Herbstversammlung des Vereinskartells Pliening ist ein neuer Vorsitzender gewählt worden. Außerdem sprach Bürgermeister Roland Frick über das Parkplatzproblem am …
Parkplatzproblem am Bürgerhaus bleibt im Fokus
Lärmschutz für Moos und Schwaberwegen
Die Gemeinde Forstinning sieht im Planfeststellungsverfahren für die neue Umgehungsstraße viele ihrer Forderungen erfüllt. Zum Beispiel in Sachen Lärmschutz.
Lärmschutz für Moos und Schwaberwegen
Markt Schwaben wird „Klimaschutzzone“
Markt Schwaben wird zur „Klimaschutzzone“ erklärt. Das hat der Gemeinderat beschlossen - mit knapper Mehrheit.
Markt Schwaben wird „Klimaschutzzone“
Weniger Verpackung, mehr Fahrrad fahren
Zum zweiten Mal war Poings Bürgermeister Albert Hingerl zum Klima-Dialog in einer Schule. Dieses Mal sprach er mit Zehntklässlern der Anni-Pickert-Mittelschule.
Weniger Verpackung, mehr Fahrrad fahren

Kommentare