Ein Obststand auf einem Wochenmarkt.
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Beliebte Einkaufsmöglichkeit: Ein Wochenmarkt. (Symbolbild)

Mehr Einkaufsmöglichkeiten für die Bürger

Wochenmarkt in Egmating schon ab dem Sommer - Nur Händler fehlen noch

Seit Jahren ist die mangelhafte Nahversorgung ein Thema, das die Egmatinger beschäftigt. Nun plant die Gemeinde, schnellstmöglich einen Wochenmarkt einzurichten.

Egmating - Zwar gibt es im Ort einen kleinen Laden mit Lebensmitteln für den täglichen Bedarf, doch Einkäufe größerer Art erledigen die Bürger in umliegenden Gemeinden. Auch frische Waren wie Salat, Obst und Gemüse kaufen die Egmatinger anderenorts. Eine Umfrage ergab 2017: 82,7 % der befragten Egmatinger kritisieren die Versorgungssituation, ein Großteil der Befragten fordert einen Dorfladen.

Die Dorfladenidee liegt aber auf Eis, weil sich keine Immobilie fand (wir berichteten). Frischen Wind ins Thema kommt jetzt durch einen Antrag von Johann Christian Lang (CSU/FWG) an die Verwaltung. Lang sitzt seit März 2020 im Gemeinderat. Läuft alles glatt, können die Bürger künftig wöchentlich einmal – zumindest frische Waren – auf einem Markt mitten im Ort direkt vor dem Haus der Gemeinde kaufen. „Mein Wunsch wäre Frühsommer“, sagte Lang über den Starttermin des Wochenmarktes.

Bürger ohne eigenes Auto müssen Einkäufe im ÖPNV schleppen: „In der Pandemie eine Zumutung“

Möglicherweise umsetzbar, denn der Egmatinger Gemeinderat stimmte Langs Antrag am Dienstagabend zu. „Der Wochenmarkt soll keinesfalls Jahrmarktcharakter haben, vielmehr an einigen Ständen Obst, Gemüse, Backwaren und anderen frische Produkte anbieten“, erläuterte Lang seinen Ratskollegen. „Wir brauchen eine rasche Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten“, fuhr er fort. „Unsere Bürger ohne eigenes Auto müssen mit ihren gefüllten Einkaufstaschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, dies ist in Zeiten einer Pandemie eine Zumutung.“

Bürgermeisterin: Gemeinde stellt kein Personal, aber eventuell die Marktfläche

Bürgermeisterin Inge Heiler (ABE) zeigte sich der Idee gegenüber eher verhalten. „Das ist nicht mit zwei, drei Stunden Arbeitsaufwand abgetan“, sagte sie. Vonseiten der Verwaltung gebe es keinerlei personelle Kapazitäten, um das Vorhaben zu unterstützen. Kurz vor der Kommunalwahlwahl im Februar 2020 hatte Heiler den Bürgern versprochen, sie werde sich als Bürgermeisterin um Nahversorgungsmöglichkeiten kümmern und „dafür alle Hebel in Bewegung setzen“.

In der Sitzung am Dienstag stellte sie in Aussicht, dass Egmating Flächen für den Wochenmarkt zu Verfügung stellen würde. „Beispielsweise vor dem Haus der Gemeinde oder auf einem Teil der zugehörenden Parkplätze.“

Große Zustimmung - Ehrenamtliche sollen es richten

Bei den Gemeinderäten fand die Idee Wochenmarkt quer durch alle Fraktionen Zustimmung. Uschi Breithaupt (ABE) regte an, die Organisation ehrenamtlich zu gestalten. Ihr Ratskollege Lang erklärte sich dazu nach kurzer Denkpause bereit – Kontakte mit Standbetreibern aufzunehmen – und bat wiederum die Räte um Unterstützung. Lediglich zweiter Bürgermeister Andreas Riedl (ABE) sagte konkret sein Mitwirken fest zu. „Uns ist wichtig, dass die Nahversorgung verbessert wird, aber ein bisserl Zeit müssen’s schon aufbringen“, forderte Lang konkret Inge Heiler auf.

„Das Ganze ist sehr arbeitsreich, ich sehe meine Verantwortlichkeiten und Prioritäten woanders“, stellte die Bürgermeisterin erneut klar und betonte, dass auch die Dorfladenidee auf ehrenamtlicher Basis beruhe. „Natürlich unterstütze ich euch“ versicherte Heiler. Bei den möglichen Standplätzen seien aber noch verwaltungsrechtliche Fragen zu klären.

Aufruf an Standbetreiber

Die Gemeinde sucht Standbetreiber, die ab Frühsommer in Egmating frische Waren wie Obst, Gemüse, Bäckereiwaren, Molkereiprodukte und andere frische Lebensmittel anbieten möchten. Kontakt per E-Mail an: wochenmarkt-egmating@email.de

Susann Niedermaier

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