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Mäßiges Interesse zeigten die Egmatinger an ihrer Bürgerversammlung. Links: Rathauschef Ernst Eberherr.

Grundeigentümer in Egmating noch unentschlossen

100 neue Wohnungen in Aussicht

Wenn in einem Saal weit über die Hälfte der Stühle leer bleiben, lässt sich berichten: Die Egmatinger Bürgerversammlung war mit rund 70 Bürgern mager besucht. Doch Bürgermeister Ernst Eberherr zeigte sich wie jedes Jahr bestens gelaunt und optimistisch beim Blick in den Gemeindesaal: „Es freut mich, dass so viele Leute gekommen sind“. Etwas leiser wünschte er sich dann aber doch: „Ein wenig mehr könnten es schon sein.“

Egmating – Wichtigstes Projekt im vergangen Jahr: Egmating hat nach 22 Jahren Wartezeit seit Kurzem mit der Allgemeinmedizinerin Dr. Ivana Seso eine Landärztin im Ort. „Die Egmatinger Filiale der Raiffeisenbank war stillgelegt worden, die Immobilie konnten wir erwerben und in kurzer Zeit in eine Arztpraxis umbauen“, so Eberherr. Für Kauf und Umbau der Immobilie investierte Egmating zusammen 497 000 Euro.

Als weiteren großen Schritt nach vorne sieht der Bürgermeister den Erwerb von acht Grundstücken im Baugebiet Wolframsweg, die Gemeinde investierte rund 600 000 Euro. „Auch den Grund für die öffentlichen Flächen konnten wir kaufen, das Bauleitverfahren ist bereits eingeleitet.“ Doch Bauinteressenten müssen sich noch gedulden. „Verkauft wird erst, wenn die Bauleitplanung abgeschlossen und mit der Erschließung begonnen ist – derzeit sind Bewerbungen zwecklos, es gibt später eine öffentliche Ausschreibung“, so Eberherr.

Was der Bürgermeister dann weiter veröffentlichte, könnte für einige junge Familien, die in der Heimatgemeinde bauen wollen, eine herbe Enttäuschung sein: „Das Ganze wird sicher kein Einheimischen-Gebiet werden, die Verkaufspreise werden sicher auch nicht wesentlich unter den üblichen Marktpreisen liegen.“ Laut Eberherr sind genügend weitere Bauplätze im Ort vorhanden. „Leider haben die Eigentümer momentan aber keinen Geldbedarf für eine Veräußerung“, berichtete er weiter, wies aber darauf hin: „Das kann sich schnell ändern – dann könnten 100 Wohnungen gebaut werden.“

Bei den Kinderbetreuungseinrichtungen kalkulierte Egmating vorausschauend großzügig. So sind Krippe, Kindergarten und Hort derzeit noch nicht ausgelastet. An der Kinderkrippe am Birkenweg sind ganze zehn Plätze frei, auch im Katholischen Kindergarten finden noch zehn Kinder Platz. Den Hort beschreibt Eberherr als gut ausgelastet, obwohl dort noch 13 Plätze frei sind. „Immer mehr Eltern wünschen sich eine Ganztagesschule, die könnte nach dem Schulhausumbau Realität werden.“

Als endlose Geschichte beschrieb das Gemeindeoberhaupt die Festlegung eines neuen Wasserschutzgebietes. Die Verantwortung für die Verzögerung dafür schiebt Eberherr aber von Egmating ins Wasserwirtschaftsamt nach Rosenheim. „Die forderten immer wieder neue Unterlagen an, mit der Begründung, dass die alten nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Wir lieferten jedes Mal schnell, die Bearbeitung im Wasserwirtschaftsamt dauerte aber immer so lange, bis die Unterlagen veraltet waren. Irgendwann wird’s dann schon klappen.“

Größere Sorgen bereitet dem Gemeindeoberhaupt die Idee der Zornedinger Gruppe, im Egmatinger Wassereinzugsgebiet einen neuen Brunnen zu bohren. „Das wird sicher für unsere Gemeinde nicht positiv sein“ befürchtete Eberherr und begründete: „Der Brunnen läge dann so, dass er Wasser von unserem abzieht – da müssen wir noch harte Gespräche führen.“

VON SUSANN NIEDERMAIER

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