So sah es am Tag des Starkregens im Juni 2015 bei Georgenberg in der Marktgemeinde Glonn aus. Richard Hanisch, Ex-Feuerwehrkommandant von Egmating, war damals vor Ort im Einsatz. Er sagt, dass hier die Ursache des Unglücks liegt.

Hochwasser in Berganger

Feuerwehrmann sagt: Ein verstopfter Gully war schuld

Berganger/Egmating  - Im   Juni 2015 schossen Wassermassen durch Berganger und hinterließen Schlammberge und schwere Schäden. Bis heute ist die Ursache für die Behörden und das mit der Untersuchung beauftragte Ingenieurbüro ein Rätsel. Ein Feuerwehrmann glaubt, den Grund der Katastrophe zu kennen. 

Dieser Gully soll verstopft gewesen sein.

„Ich weiß, was die Ursache war“, sagt Richard Hanisch, ehemaliger Kommandant der Egmatinger Feuerwehr. Hanisch war von der Nachbargemeinde Baiern mit seinen Kameraden zum Helfen nach Berganger gerufen worden. „Die Egmatinger Wehr ist spezialisiert auf Hochwassereinsätze“, sagt Christian Filies, der in Egmating als Gerätewart und Zugführer der Feuerwehr dient. Hanisch sagt, dass sich von Glonn Richtung Berganger kommend auf Höhe Georgenberg rechts neben der Staatsstraße 2079 ein riesiger See gebildet habe, aus dem ein reißender Fluss links neben einem Baum die Straße und den Hang hinab Richtung Berganger geflossen sei. Als Ursache für den See nennt Hanisch einen Gully, der „ mit Gras eingewachsen, total mit Erde verstopft und komplett dicht“ gewesen sei. „Wir haben den Gullydeckel mit dem Fuß weggetreten und der See begann sofort abzufließen.“

Baierns Bürgermeister Josef Zistl bestätigt, dass es einen See an genannter Stelle gab. Vom verstopften Gully weiß er auch und betont, dass auch alle Gemeinderäte Kenntnis davon hätten. Zistl hat, wie er sagt, auch Fotos gesehen. Wer die Bilder machte und wo die derzeit sind, sei ihm nicht bekannt.

Könnte bei weiteren Unwettern erneut ein reißender Fluss Berganger heimsuchen? „Der Gully und das darunterliegende Rohr müssten vergrößert, verbreitert werden“ sagt Feuerwehrmann Hanisch. Zistl meint: „Den Gully vergrößern hilft nichts, wenn das Rohr darunter nicht passt.“ Wie der Bürgermeister gegenüber der EZ sagt, sei die Angelegenheit aber nicht Sache der Gemeinde Baiern, weil das Gebiet Georgenberg im Bereich der Gemeinde Glonn liege. Für eine Staatsstraße sei das Straßenbauamt Rosenheim zuständig, mit dem er, Zistl, immer in Kontakt sei.

See und Gully sieht Zistl nicht als Ursache der Wassermassen, die Berganger trafen. „Gullys sind ausgelegt für einen Gewitterregen, die spielen bei solchen Jahrhunderthochwassern keine Rolle mehr“, meint der Bürgermeister. Denis Weisser, Inhaber des von der Gemeinde Baiern kurz nach dem Unwetter beauftragten Ingenieurbüros, weiß nichts von einem See, vertritt den Gully betreffend aber die gleiche Meinung wie Zistl. „Bei einem Niederschlag dieser Dimension wird jede technische Einrichtung versagen, die Ursache lässt sich nicht an einem Gully festmachen.“

Weisser nennt sechs Maßnahmen für künftigen Hochwasserschutz, die von Seiten seines Ingenieurbüros aus den Untersuchungen heraus der Gemeinde Baiern vorgeschlagen wurden. Der Gully ist nicht dabei, der gehört nach Glonn. „Die Gemeinde macht ihre Hausaufgaben gut“, lobt Weisser. Zwei Maßnahmen würden derzeit bereits umgesetzt versichert er, die anderen Maßnahmen habe „Baiern derzeit finanziell nicht im Kreuz".

Susann Niedermaier

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