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Ist das Erbbaurecht eine Möglichkeit, jungen Familien in Egmating zu einem Eigenheim zu verhelfen? Die örtliche SPD glaubt das, konnte sich damit aber vorerst nicht durchsetzen.

Junge Familien in Egmating können sich kaum mehr ein Eigenheim leisten

Erbbaurecht vertagt - die SPD ist nicht traurig darüber

Wer nicht erbt, hat schlechte Karten auf ein Eigenheim in seiner Heimatgemeinde Egmating. Das bleibt vorerst so.

Egmating – Junge Bauwillige müssen dort für den Erwerb von Grundstücken zum Bau des eigenen Nestes sehr tief in den Geldbeutel greifen. Als Beispiel stehen hier acht Grundstücke, die Egmating als Kommune selbst im letzten Jahr erwarb. „Das Ganze wird sicher kein Einheimischen-Gebiet, die Verkaufspreise liegen sicher nicht wesentlich unter den üblichen Marktpreisen“, hatte Gemeindeoberhaupt Ernst Eberherr während der Bürgerversammlung Anfang des Jahres gesagt. „Ich weiß keine Lösung“, kommentierte er anschließend die Frage nach einer Lösung für die schlechte Zukunftssituation junger Egmatinger Familien.

Antrag stieß nicht auf Begeisterung

Eine mögliche Lösung des Problems glaubten SPD und Parteilose in Egmating gefunden zu haben. Mitte Februar dieses Jahres stellten sie einen Antrag an die Gemeinde auf Vergabe von Einheimischen-Bauland im Gemeindegebiet ausschließlich auf Erbpachtbasis. In jüngster Sitzung des Gemeinderates mussten die Genossen nun hinnehmen, dass ihr Antrag im Gremium zwar nicht abgelehnt wurde, aber auch nicht auf Begeisterung stieß.

Jungen Leuten wird Chance genommen

Dennoch konnten die Antragsteller ihre Ratskollegen dazu bewegen, den Antrag zu vertagen. „Wir Jungen wollen hier alle gemeinsam weiter leben, diese Chance wird uns genommen“, monierte Lena Wagner (SPD/Parteilose). „Wir erfinden hier keine Neuerung, die Katholische Kirche hat das mit den Erbpachtverträgen lange schon vorgemacht“, sagte Bernhard Wagner (SPD/Parteilose). „Ich begrüße das Modell, doch dieser Antrag geht mir zu weit – ich lehne es ab, grundsätzlich alle Flächen nur noch per Erbpacht weiterzugeben“, sagte Michael Egerland (ABE). Eine Abwägung im Einzelfall könne er sich aber vorstellen.

Gemeinde könnte ein Zeichen setzen

„Das Modell gäbe gerade jungen Leuten die Möglichkeit zu bauen. Als Gemeinde sollten wir Flagge zeigen, wir wollen was für junge Familien tun, das hier wäre ein Zeichen“, versuchte Bernhard Wagner die Ratskollegen zu motivieren. „Ja, die Gemeinde könnte hier ein Zeichen setzen“, stimmte Andreas Voglrieder (CSU/FW) Wagner zu. „Für zukünftige Ausweisungen ist das möglicherweise denkbar, aber nicht mit Flächen, die schon verplant sind“, schränkte Voglrieder dann aber ein. „Wir könnten den Kämmerer fragen, wie das auf lange Zeit wäre, und wir könnten abfragen, welche Bürger sich für so ein Modell interessieren würden“, setzte Bernhard Wagner an.

Keine Grundstücksreserven

Markus Winter (CSU/FW) berichtete über Gespräche mit Menschen in seinem Bekanntenkreis, die ihr Haus in Form eines Erbpachtvertrages bauten. „Die sind jetzt fast alle traurig, weil sie nichts an ihre Erben weitergeben können, da ihnen der Grund nicht gehört. Ich weiß nicht, ob solch eine Vertragsform Zukunft hat.“ „Die Gemeinde verfügt über keine Grundstücksreserven im bebaubaren Bereich. Wir bauen eine neue Schule, haben weitere Aufgaben und brauchen das Geld aus den Grundstücksverkäufen“, statuierte der Bürgermeister erneut und beendete die Diskussion mit dem Hinweis: „Es ist schwierig, aber die jungen Leut’ werden es schon schaffen, mia hams auch g’schafft, zu bauen.“

Manche Ideen brauchen länger

Wie Lena und Bernhard Wagner der Ebersberger Zeitung sagten, sind sie nicht enttäuscht darüber, dass ihr Antrag nicht angenommen, sondern vertagt wurde. Lena Wagner zeigte sich optimistisch: „Manche Ideen brauchen eben etwas länger.“

VON SUSANN NIEDERMAIER

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