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So ist es ihm recht: Beim Neujahrsempfang in Egmating freute sich Bürgermeister Ernst Eberherr über das große Interesse.

Egmatinger Rathauschef Ernst Eberherr bedankt sich bei allen

Bürgermeister mit Bürgern zufrieden

In einem funktionierenden Gemeinwesen gibt es viele, die etwas beitragen. Bei ihnen bedankte sich im Rahmen des Neujahrsempfanges Egmatings Bürgermeister Ernst Eberherr.

Egmating – Auf den ersten Blick ist alles wie jedes Jahr. Gleich nach dem Sonntagsgottesdienst in der Kirche St. Johann Baptist überqueren die Gemeindebürger in Scharen die Schloßstraße, Richtung Gemeindehaus. Den großen Raum im ersten Stock nutzen die Egmatinger für Theater und Faschingsbälle, dort tagt auch der Gemeinderat. Heute am Sonntag folgen die Gemeindebürger der Einladung des Bürgermeisters und der katholischen und evangelischen Pfarrgemeinde zum gemeinsamen Neujahresempfang.

Wie immer drei flotte, bayerische Stücke der Egmatinger Blaskapelle, dann ist der Bürgermeister dran. Ernst Eberherr rückt sich das Mikro zurecht, blickt auf, lässt die Augen über die gut gefüllten Tischreihen gleiten, dann lässt er sich Zeit. Das was er heute hier sieht, will er erst einmal genießen.

Ein freudiges Lachen zieht über sein Gesicht, diesmal ist er zufrieden – und das sagt er auch gleich zu Beginn des diesjährigen Empfangs seinen Gästen. „Nach mageren Jahren ist der Saal endlich wieder voll.“ Warum das diesmal so ist, enthüllt sich der Zuhörerschaft nicht. Wie gewohnt begrüßte das Egmatinger Gemeindeoberhaupt Ratskollegen, Vorstände der Vereine, Blaskapelle und Geistlichkeit – und die Gemeindebürger. Dann wurde Eberherr politisch. Wer aber Weltpolitik wie im letzten Jahr erwartet hatte, lag falsch – denn diesmal holte der Bürgermeister sich Themen der Bundespolitik in den Egmatinger Gemeindesaal. Die eigenen kommunalen Themen wird der Bürgermeister während der kommenden Bürgerversammlung behandeln.

Eberherr streifte die Arbeitslosenzahlen, zeigte sich zufrieden damit und betonte, dass derzeit „selbst willige Migranten“ eine Arbeitsstelle bekämen. Anschließend klagte der Bürgermeister, er ist selbst Schreinermeister, über die geringe Anerkennung für die Handwerksberufe in der Gesellschaft. „Da muss ein Umdenken stattfinden.“ Weiter widmete Eberherr sich den Straftaten im Lande und kritisierte, dass vorschnell Verbrechen gleich nach Geschehen den Migranten zugeordnet würden. „Viele Verbrechen sind normale Straftaten, die sollten keiner bestimmten Gruppe zugeordnet werden, das erzeugt Hass und Unzufriedenheit.“ Besonders rügte Eberherr hier Politiker, die sofort eine Verschärfung von Gesetzen und Maßnahmen fordern. Auch den kürzlich geschehenen Datendiebstahl, verübt an Promis und Politikern durch einen 20-jährigen Schüler aus Mittelhessen, relativierte der Rathauschef: „Das war ein ganz normaler Mann, ohne besondere IT-Ausbildung – früher wäre das wahrscheinlich als gelungener Streich durchgegangen, jetzt fordern sie wieder eine Verschärfung der Gesetze.“

Abschließend bedankte sich das Egmatinger Gemeindeoberhaupt beim Gemeinderat, der örtlichen Feuerwehr, allen anderen Vereinen und Institutionen und wünschte allen Gemeindebürgern ein gutes Neues Jahr.

VON SUSANN NIEDERMAIER

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