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Spurensuche: Im Kaltenbrunner Schlag suchten Polizeikräfte im Sommer 2009 am Tatort jeden Quadratzentimeter des Waldbodens ab. Bisher gelang im Fall Luise Zimmermann aber keine Aufklärung.

Staatsanwalt wird im Fall Luise Zimmermann wieder aktiv

Der perfekte Mord im Egmatinger Forst

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„Bei Kapitalverbrechen ist die Aufklärungsquote hoch. Es kommt aber auch vor, dass ein Täter nicht ermittelt werden kann“, sagt Ken Heidenreich von der Staatsanwaltschaft München II. Noch immer ist der Mörder von Luise Zimmermann auf freiem Fuß. Sicher fühlen kann er sich aber nicht. Zur Erinnerung: Der Mordfall machte im Sommer 2009 Schlagzeilen.

Luise Zimmermann wurde von einem Unbekannten ermordet.

Egmating - Die 73-jährige Rentnerin Luise Zimmermann wurde damals bei einem Wandertag im Egmatinger Forst Opfer eines Gewaltverbrechens. Am 21. Juni 2009 entdeckten Spaziergänger die unbekleidete Leiche der Frau aus München im „Kaltenbrunner Schlag“. Die 73-Jährige war von einem Wandertag nicht nach Hause zurückgekehrt. Knapp zwei Wochen vorher hatte deshalb die Tochter der Rentnerin ihre Mutter als vermisst gemeldet.

Sonderkommission wurde gegründet

Es begannen umfangreiche Ermittlungen, eine Sonderkommission wurde gegründet, die Polizei veröffentlichte ein Phantombild des mutmaßlichen Täters und warb mit Plakaten um die Mithilfe der Bevölkerung. Auch die Sendung Aktenzeichen XY schaltete sich ein. Alle Bemühungen blieben bislang ohne Ergebnis. Aber: Auch wenn die Soko Zimmermann inzwischen aufgelöst ist, die Ermittlungen laufen weiter.

Staatsanwaltschaft bleibt am Ball

Heidenreich bestätigte am Freitag auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung, dass die Staatsanwaltschaft aktuell in diesem Fall wieder aktiv geworden sei. „Da gab es ein paar Sachen, die überprüft wurden“, berichtet er über die Aktivitäten. „Es hat sich aber kein neuer Sachverhalt ergeben.“ Auch wenn die Soko aufgelöst wurde, bleibt die Staatsanwaltschaft am Ball und Heidenreich erklärt, warum das so ist: In einer Art behördlichen Routine würden ungelöste Fälle immer mal wieder auf die Frage untersucht, ob bei den Ermittlungen etwas übersehen worden sei. Diese Routine hat jetzt auch im Fall Zimmermann gegriffen. „Man versucht alles, um so einen Fall aufzuklären“, sagt Heidenreich.

Die Möglichkeiten der DNA-Analyse haben sich in den vergangenen Jahrzehnten ständig verbessert. Immer wieder kann deshalb auch nach langen Zeiträumen ein Täter dingfest gemacht werden. Im Fall Zimmermann war das bisher noch nicht gelungen. Der Täter hatte die Leiche angezündet, um seine Spuren zu verwischen.

Mordfall weist auf Kurioses hin

So sieht der Täter aus: Mit diesem Phantombild sucht die Polizei den Täter.

Der Mordfall Zimmermann weist auch kuriose Vorgänge auf. Die Polizei glaubte sich schon kurz vor dem Ziel, als bei der Auswertung einer Wildkamera plötzlich das Foto eines unbekannten Mannes zutage trat. Wie sich herausstellte, war das aber nicht der Täter, sondern ein Durchreisender Rosenheimer, der im Wald seine Notdurft verrichtet hatte. Auch die Suche nach einem Unbekannten mit einem roten Pullover verlief im Sand.

Die Staatsanwaltschaft gibt die Hoffnungen trotzdem nicht auf, auch wenn dabei Kommissar Zufall mithelfen müsste. Heidenreich kann sich an einen Mordfall am Ammersee erinnern, bei dem der Täter „20 Jahre später in der Psychiatrie“ ein Geständnis ablegte.

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