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Braucht die Gemeinde Egmating einen örtlichen Lebensmittelhändler? Vor Ort wird gerade die Meinung der Bevölkerung abgefragt.

Umfrage zum Egmatinger Dorfladen

SPD „spielt“ Gemeinde

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Braucht die Gemeinde einen Dorfladen? Eine Frage, die die Egmatinger derzeit beantworten – mittels Fragebogen. Für diesen wirbt die örtliche SPD.

Damit möglichst viele mitmachen, hat der SPD-Ortsverein den Fragebogen jetzt auf seiner Homepage spd-egmating.de eingestellt. Dort kann er heruntergeladen werden. „Etwas mehr Öffentlichkeitsarbeit ist schon nötig, um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten“, begründet Gemeinderätin Magdalena Wagner (SPD) diese Initiative, mit der Ortsvereins-Chef Bernhard Wagner eine deutliche Kritik am Verhalten der Gemeindeverwaltung und an Bürgermeister Ernst Eberherr (CSU) verbindet. „Die Veröffentlichung hätte eigentlich die Gemeinde machen müssen“, sagt Wagner.

Mittlerweile müssen 510 Kommunen in Bayern ganz ohne eine wohnortnahe Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs auskommen. 158 davon haben nicht mal mehr einen Bäcker oder Metzger. Im Schnitt machen im Freistaat alle 15 Monate fünf solcher kleinen Läden zu. Demgegenüber stehen aber tatsächlich Neugründungen, so wie jüngst in Moosach.

Mit dem Fragebogen sucht die Gemeinde nach Motiven, die die Egmatinger Bürger bei einem Einkauf im Dorfladen leiten könnten. Zu allererst wird da nach der Mobilität gefragt und auch nach der Bereitschaft, überhaupt im Dorfladen einzukaufen. Und zwar nicht nur dann, „wenn man im Supermarkt etwas vergessen hat“. Nach Preisvorstellungen wird ebenso gefragt wie nach Einkaufsfrequenz, bevorzugten Ladenzeiten und Produkten. Dass ein Dorfladen inzwischen eine Konkurrenz bekommen könnte, die bisher noch niemand auf dem Zettel hatte, wird in der Umfrage auch berücksichtigt. „Beabsichtigen Sie, Ihre Lebensmittel zukünftig über das Internet zu bestellen?“, wird da nachgebohrt.

Dass eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort viel mehr ist, als nur ein kurzer Weg zum Kramer, mag ein Blick auf einen Teufelskreis illustrieren, vor dem die Landtags-SPD warnt: „Gerade die ältere Bevölkerung ist auf eine wohnortnahe Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs angewiesen und junge Familien ziehen gar nicht erst in eine Gemeinde, die keinerlei Einkaufsmöglichkeiten bietet.“ Damit würde einem attraktiven Nahversorger sogar die Aufgabe zukommen, der Überalterung der Bevölkerung in Landkommunen entgegenzuwirken. Umso mehr wäre eigentlich Einsatz der Gemeinde selbst gefragt, meint die Egmatinger SPD.

„Etwas lieblos sieht er schon aus, der Umfragezettel. Aber um das geht es eigentlich nicht“, räumt Gemeinderätin Wagner ein. Wichtig sei ihr ein aussagekräftiges Ergebnis. Bis Freitag, 5. Mai, müssen die Fragebögen in der Gemeindeverwaltung abgegeben oder unter der Nummer (0 80 95) 2045 ans Rathaus gefaxt werden. Das Ergebnis gibt’s bei der Bürgerversammlung am 24. Mai.

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