Rundgang

So sieht‘s im neuen Egmatinger Rathaus aus

Die Arbeiten sind erledigt, die Verwaltung bereits eingezogen. Jetzt schauen wir einmal hinein ins neue Egmatinger Rathaus.

Der Sitzungssaal im neuen Egmatinger Rathaus.

Egmating – Das neue Egmatinger Rathaus ist fertig, die Verwaltung bereits umgezogen. Seit Montag führt Bürgermeisterin Inge Heiler (44) ihre Amtsgeschäfte vom neuen Schreibtisch aus. Jetzt wäre ein Tag der offenen Tür für die Bürger angebracht, doch situationsbedingt ist der nicht erlaubt. Dafür steht das neue Haus wie gewohnt jeden Mittwoch für Parteiverkehr und zur Bürgermeistersprechstunde offen.

Schon von der Straße aus ist durch die großen Fensterscheiben des Foyers ein festlich geschmückt Christbaum zu sehen, er trägt rote und goldene Kugeln. „Hereinspaziert, am ersten Tag im neuen Ratsgebäude“, begrüßt Bürgermeisterin Inge Heiler die Ebersberger Zeitung. Im Gebäude ist es kuschelig warm, dank Fußbodenheizung in allen Räumen. Fenster vom Boden bis zur Decke fluten den Willkommensbereich mit Licht, ein marmorierter Steinboden und moderne Sessel in Grau und knalligem Rot geben dem Raum ein elegantes Flair.

Planung startete schon im Jahr 2014

Das Gebäude initiierte Heilers Vorgänger Ernst Eberherr, die Planungen reichen ins Jahr 2014 zurück. Das Innenleben: helle Möbel, moderne Lampen und zeitgemäße Technik – trägt Heilers Stil. Die Einrichtung der Räume gestaltete sie in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat.

Die Tür vom Foyer ins Vorzimmer der Rathauschefin steht offen, Assistentin Karin Dinger (36) grüßt herzlich, die Verwaltungsfachangestellte unterstützt Heiler seit Mai. Auch hier viel Licht und helle, moderne Möbel. Die neuen Kanzlei dehnt sich auf rund 221 Quadratmetern aus – in der alten Kanzlei waren es 60.

Sitzungssaal hat 80 Quadratmeter

Ins großflächige neue Ratsgebäude integrierte das kleine Egmating (aktuell 2346 Einwohner) einen riesigen Sitzungssaal auf 80 Quadratmetern. Vorausschauend für die weitere Entwicklung gibt es darin bereits jetzt mehr Stühle, als Ratsmitglieder. Denn – steigt die Einwohnerzahl weiter rasant, gilt auf kommunalpolitischer Ebene: die gewachsene Bürgerschaft durch entsprechend mehr Mandatsträger im Gemeinderat zu vertreten. Die Gesamtkosten für das großzügige Bauprojekt wurden 2018 mit 2,9 Millionen Euro geschätzt. Zu den tatsächlichen Kosten des Neubaus meint Heiler nur: „Die Baukosten lagen im Planansatz.“

Sie öffnet die Tür zum kleinen Besprechungsraum, hier wird sie sich mit Planern, Bauspezialisten oder auch mit Bürgermeisterkollegen aus Nachbargemeinden zu Besprechungen treffen. Speziell mit Oberpframmern soll es Gespräche geben, Heiler weist auf den Schulverbund mit der Nachbargemeinde hin und deutet auf das alte Schulhaus gegenüber, das durch das Fenster des Besprechungsraumes zu sehen ist. „Wir haben einen Experten mit einer Vorplanung zu allen Gebäuden beauftragt, um eine gute Lösung zu finden“, sagt sie und wirkt nicht mehr so entspannt. Eberherrs Idee des Gebäude-Mix aus Ratszimmern, Klassenzimmern und Wohnungen ist zwar jetzt realisiert, aber offensichtlich schwer umzusetzen. „Derzeit bringen wir die Schüler hier nicht rein, weil es keinen eigenen Zugang gibt, die müssten alle durchs Rathaus. Noch ist die künftige Verwendung der leer stehenden Räume nicht klar definiert“, betont die Bürgermeisterin. „Ich hoffe es gelingt, aus den gegebenen Umständen das Beste zu machen und das Gebäude so schnell wie möglich bezugsfertig zu bekommen.“

Die zweite Idee ihres Vorgängers: auf das alte Schulgebäude sieben Wohnungen draufzusetzen, fegte der neue Gemeinderat im Juni vom Tisch. „Die geplanten Wohnungen werden nicht gebaut, dafür entsteht mehr Raum für Schule und Hort“, sagt Heiler und weist auf einen Berg an Aufgaben hin, vor dem die Gemeinde zusätzlich steht. „Es gilt, Lösungen für die leer stehenden Räume in diesem Gebäude, für die Schulhauserweiterung, eine Erweiterung des Hort und einen guten Zeitpunkt für den Abriss des alten Rathauses zu finden. Bevor das Gebäude jedoch abgerissen wird, brauchen wir eine Zwischenlösung, wo die Kinder von Hort und Schule während der weiteren Bauphase untergebracht werden.“

Offen ist zudem, ob das derzeitige Schulhaus erweitert oder komplett neu gebaut wird – und welche Fördermittel es zu welcher Variante gibt.

Susann Niedermaier

Rubriklistenbild: © Susann Niedermaier

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