Nur in eine Richtung befahrbar: die Hauptstraße in Poing. foto: dz

"Eine Frechheit!"

Geschäftsleute sauer wegen Dauer-Baustelle

Poing - Noch bis Mitte/Ende November ist die Hauptstraße in Poing-Süd Einbahnstraße. Grund ist die Verlegung der Fernwärmeleitung. Die Arbeiten gehen vielen Geschäftsleuten zu langsam. Sie sind sauer und beklagen Umsatzeinbußen.

Manche Geschäftsleute aus der Hauptstraße in Poing-Süd sind derart sauer, dass sie ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollen. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund. "Das ist eine Frechheit!", schimpft eine Geschäftsinhaberin über die Dauerbaustelle. Seit Ende September ist die Hauptstraße nur in eine Richtung befahrbar, vom Liebhart’s Bräuhaus runter zur Plieninger Straße. Umgekehrt ist die Hauptstraße ab der Kreuzung Plieninger/Bahnhofstraße gesperrt. "Warum eigentlich?", fragt die Geschäftsfrau und deutet hinaus auf die Hauptstraße: "Kein Arbeiter zu sehen, da wird ja gar nicht gearbeitet." Das sei nicht nur an diesem Montag so, sondern schon an anderen Tagen so gewesen. Dennoch war die Straße stets einseitig gesperrt. "Ich habe viele Kunden, die mit dem Auto von auswärts herkommen. Einige tun dies nicht mehr. Ich habe etwa 30 Prozent Umsatzeinbußen", berichtet die Geschäftsfrau.

Gisela Bruhns, Verkäuferin in der Bäckerei Nagler, schüttelt ebenfalls verständnislos den Kopf. "Schauen Sie raus: Direkt vor unserem Laden parkt ein Lastwagen. Gearbeitet aber wird nicht." Wieso müsse man gleich die ganze Straße sperren? Und dann noch für so einen langen Zeitraum, von Ende September bis Mitte/Ende November?

In der Hauptstraße wird derzeit die neue Fernwärmeleitung verlegt. "Dafür habe ich ja Verständnis; aber wenn ich so eine Baumaßnahme in der Hauptstraße habe, in der Geschäfte sind, dann sollte sie doch zügig von statten gehen, und nicht stückweise", meint Bruhns.

Das gleiche Problem gab’s vor ein paar Wochen schon einmal: in der Rathausstraße. Hermann Baptist, Leiter des Hauptamtes im Rathaus, berichtete vor einigen Wochen in einer Gemeinderatssitzung, dass die Straße zwar aufgerissen worden war für das Verlegen der Fernwärmeleitung, danach aber tagelang nichts passiert sei.

Gleiches erzählen Geschäftsleute nun aus der Hauptstraße. Die haben ihrem Ärger auch im Rathaus Luft gemacht; daraufhin berichtete Bürgermeister Albert Hingerl in der jüngsten Gemeinderatssitzung vom Unmut und davon, dass er mit E.on und den beteiligten Baufirmen gesprochen habe. Die aber hätten lediglich um Verständnis gebeten.

Monika Murr von der Metzgerei in der Hauptstraße bekommt von der aktuellen Baumaßnahme nicht viel mit, weil sie weiter unten in der Hauptstraße geschehe. "Als die Arbeiter vor ein paar Wochen bei uns vor der Türe waren, haben wir mal einen halben Tag zugesperrt, weil es nicht mehr anders ging", erzählt sie.

Laut Landratsamt Ebersberg dauert die aktuelle Baumaßnahme noch bis Mitte/Ende November. Bis dahin werde die Einbahnstraßen-Regelung in der Hauptstraße gelten.

von Armin Rösl

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