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Stunde ausgefallen? Solche Nachrichten gibt‘s direkt aufs Handy. Im Bild die Entwicklerin Claudia Linnhoff und der Poinger Schulleiter Matthias Wabner.

Neue App im Test

Eltern bekommen Schul-Nachrichten aufs Handy

Poing - Die Realschule Poing hat Bayerns erste eigene App fürs Handy. Eltern und Schüler erhalten damit schnell wichtige Mitteilungen – wenn zum Beispiel eine Stunde ausfällt. Ab dem Schuljahr 2013/14 soll die Schul-App bayernweit angeboten werden.

"Bitte für den Erdkunde-Unterricht den Atlas mitbringen.“ „Morgen fällt die erste Stunde aus.“ „Die S-Bahn hat Verspätung, wir kommen eine halbe Stunde später vom Wandertag zurück.“ Kurzfristig abgesetzte, wichtige Meldungen wie diese bekommen Eltern und Schüler der Realschule Poing im Kreis Ebersberg künftig via App, einem speziellen Programm für internetfähige Handys.

In Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und T-Systems haben Schüler, Lehrer und Eltern die bayernweit erste Schul-App gebastelt. „Wir kommen nicht drumherum, uns den modernen Zeiten und Medien anzupassen“, sagt Schulleiter Matthias Wabner. Der 37-Jährige war es, der die Idee für die Applikation (kurz: App) hatte, und bei der Suche nach einem geeigneten Partner für das Projekt ist er im eigenen Haus fündig geworden: Claudia Linnhoff ist Informatikprofessorin an der LMU, ihre Tochter geht in die 6. Klasse der Realschule. Eine Idee, ein Anruf, eine Zusage – los ging’s. „Apps sind kein Hype, der kurz da ist. Apps sind die Zukunft“, sagt Linnhoff.

Nachdem T-Systems zugesagt hatte, das Pilot-Projekt nicht nur zu begleiten, sondern auch zu finanzieren, waren seit April die Eltern, Schüler und Lehrer an der Reihe. In einer extra Unterrichtsstunde beschäftigten sich alle Klassen der 5., 6. und 7. Jahrgangsstufen der Realschule mit der App. Was soll sie beinhalten? Welche Nachrichten sind wichtig? Wollen wir sie überhaupt? Die Begeisterung war groß, der Rücklauf der Fragebogen, die an Schüler und Eltern verteilt wurden, ebenso. Es folgten Seminare und Gesprächsrunden mit Studenten, die das Projekt begleiten, dann war die erste Testversion fertig. Aus der ist mittlerweile ein Prototyp geworden, den Eltern und Schüler kostenlos im App-Store aufs Handy laden können.

Die Schul-App hat bereits einen prominenten Fan: Ludwig Spaenle. Bei der offiziellen Eröffnung der neuen Realschule Poing saß Bayerns Kultusminister kürzlich staunend in der ersten Reihe, als Claudia Linnhoff und einige Schüler die App präsentierten. „Ich finde es super, dass man den aktuellen Vertretungsplan sehen kann, und welche Stunden am nächsten Tag ausfallen“, erklärte eine Schülerin den für sie wichtigsten Grund, warum die Schul-App sinnvoll ist.

Claudia Linnhoff, die Informatikexpertin, erläutert, worauf sie bei der Entwicklung aus Sicht einer Mutter Wert legte: „Es muss eine Hochsicherheits-App sein“, betont sie. Zugang haben nur Eltern und Schüler der Realschule; den für das Freischalten der Applikation notwendigen Code gibt es ausschließlich von der Schule. „Unser Ziel ist es, dass jede Klasse einen eigenen Kanal erhält, so dass der Lehrer nur mit seinen Schülern und deren Eltern kommunizieren kann“, verrät Linnhoff die nächste Stufe, die ab Januar online sein wird.

Freilich, merkt Schulleiter Wabner an: Nicht alle Eltern haben die für Apps notwendigen Smartphones, „wir müssen weiterhin an alle denken“. Deshalb, so betont er, sehe er die App als Ergänzung für die Kommunikation mit Eltern und Schülern. Weiterhin werden wichtige Nachrichten per E-Mail und/oder Anruf mitgeteilt. Und: „Während der Unterrichtszeit gibt’s keine App-Nachrichten.“ Die könnten die Schüler auch gar nicht lesen: In dem neuen Schulgebäude gibt’s keinen Handy-Empfang.

Ab dem Schuljahr 2013/14 soll die Schul-App bayernweit angeboten werden. Wer sich schon jetzt darüber informieren möchte, kann dies auf der Internetseite www.dieschulapp.de tun.

Armin Rösl

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