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Die größte Wagyu-Herde in ganz Deutschland steht inzwischen im Kreis. Die beiden Züchter Franz Kirchner (li., 54) und Thomas Lindinger sind stolz. 

Wagyu-Rinder

Edel-Fleisch aus Emmering

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Am Anfang war die Idee. Die nämlich, dass es bei uns einen Markt gibt für Rindfleisch, für das Kunden pro Kilogramm gerne bis zu 150 Euro und mehr hinblättern werden. Und diese Idee war so tragfähig, dass der Betrieb in Westerberg (Gemeinde Emmering), jetzt gut vier Jahre nach seiner Gründung, erweitert werden soll.

Westerberg – Aus kleinen Anfängen haben Franz Kirchner (54) und Thomas Lindinger (57) inzwischen eigener Auskunft nach die größte Herde von Wagyu-Rindern in ganz Deutschland entwickelt und verfolgen dabei eine ganz eigene Philosophie. Und dazu gehört auch ein eigener Hofladen.

Wagyu-Rinder haben eine angeborene Besonderheit. Sie sind japanischen Ursprungs und die Rasse ist das teuerste Hausrind der Welt. Das hat seinen Grund. Die Tiere lagern Fett zwischen den Muskelsträngen ein, was dem Fleisch eine besondere, auffällige Marmorierung und einen außergewöhnlichen Geschmack verleiht. Verbraucher konnten sich unter anderem bei Blindverkostungen schon vom Unterschied zu herkömmlich produzierten Rindfleisch überzeugen. „Die waren begeistert“, sagt Kirchner. Weil aber ein außergewöhnliches Produkt es auch verdient, besonders präsentiert zu werden, soll in Westerberg bei Emmering eine bestehende Scheune in einen Hofladen umgenutzt werden. Am Donnerstagabend entscheidet der Gemeinderat über das Projekt. „Wir wollen dort den Kunden zeigen, wie man das Fleisch schneidet und was man aus ihm alles machen kann“, erläutert Kirchner. Lange schmoren brauche man es jedenfalls nicht.

Wagyu-Rinder haben ein entspannteres Leben als herkömmliche Mastrinder und auch ein längeres. In Westerberg ist der Mutterkuh-Stall. „Dort findet die Zucht statt“, erläutert Kirchner im Gespräch mit der EZ. Dann kommen die Rinder nach Bocköd in der Nähe von Anzing. „Dort haben wir ein Freilaufgehege von eingezäunten 35 Hektar.“ Die Tiere bleiben hier für drei Jahre und bewirtschaften ihre Weideflächen selbst. Sie fressen Gras, ernähren damit ihren eigenen Nachwuchs und führen das ganz normale Leben eines Herdentieres. Einen Stall gibt es auch, ebenso Heu, aber eines gibt es nicht: Kraftfutter.

Die Rinder wachsen daher langsamer, ihr Fleisch wird dunkler als das herkömmlicher Jungbullen etwa, die in konventionellen Betrieben nach 18 Monaten Schlachtreife erlangen. „Da sind sie im Vergleich zu unseren Tieren noch junge Burschen“, so Kirchner. Zusätzliches Gewicht nehmen die Wagyu-Rinder nach einem Umzug nach Pörsdorf an, wo sie etwa ein Jahr gehalten werden. Dort ist auch das Schlachthaus, in dem die Tiere schließlich verarbeitet werden. Zu den Kunden gehören Gastronomiebetriebe in München. Im Hofladen in Westerberg soll der private Verbraucher einkaufen können und er bekommt dabei Tipps, was mit einem Fleisch, dass derart langsam gewachsen ist, alles für Gerichte zubereitet werden können.

Das Investoren-Duo ging einen ungewöhnlichen Weg. Andere Wagyu-Züchter haben mit wenigen Tieren begonnen. „Wir haben von hinten her angefangen“, sagt Kirchner. Zuerst hätten sie überlegt, was man alles brauche, um Wagyu-Rinder zu vermarkten und das Stück für Stück verwirklicht. Das Resultat dieser Strategie scheint ihnen zu schmecken.

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