Die Raiffeisen-Volksbank Ebersberg in der Gemeinde Emmering – hier tun nur noch Automaten ihren Dienst.
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Die Raiffeisen-Volksbank Ebersberg in der Gemeinde Emmering – hier tun nur noch Automaten ihren Dienst.

Geldautomat wird verschwinden

Emmeringer Bankomat: Automatisch Ärger

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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In der kleinen Gemeinde Emmering erhitzt ein Bankomat im Wahlkampf die Gemüter. Die Hintergründe.

Emmering – Manchmal sind es die eher kleinen Dinge, die große Wellen schlagen. Schon mancher machte aus einer Mücke einen Elefanten, um dann festzustellen, dass mit dem Dickhäuter mitunter noch schwieriger umzugehen ist als mit dem lästigen Kleingetier. In der Gemeinde Emmering geht’s gerade um so ein kleines, wenn auch – zugegeben – wichtiges Ding.

Selbstbedienungsfiliale

Die Rede ist vom Geldautomaten der Raiffeisen-Volksbank Ebersberg. Der ist seit drei Jahren die einzige Quelle, die die Emmeringer mit frischem Bargeld versorgt, seitdem es in der kleinen Gemeinde keine freundliche Fachkraft hinter dem Bankschalter mehr gibt. Selbstbedienungsfiliale heißt das im Deutsch der Banker.

Geldautomat soll verschwinden

Jedenfalls soll dieser Geldautomat jetzt ganz verschwinden, was viele Emmeringer mächtig erzürnt. So sehr, dass sogar Unterschriften gesammelt wurden. Das Thema beschäftigt auch den Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 13. Februar, um 19.30 Uhr im örtlichen Rathaus. Dann soll ein hochoffizielles Schreiben der Raiffeisen-Volksbank verlesen werden.

Haus an Gemeinde verkauft

Warum aber dreht die Bank den Emmeringern den Geldhahn zu? Das hat einen einfachen Grund, glaubt man den Worten von Vorstand Christian Weber. Im November vergangenen Jahres hat sein Haus das Gebäude an die Gemeinde verkauft, weil diese darin Teile der Verwaltung unterbringen möchte. Ein Architekt erstellte einen Plan, wie die Räume am besten umzubauen und zu nutzen seien. Und dann flatterte der Bank die Mitteilung ins Haus, dass der Geldautomat beim neuen Konzept im Weg umgeht, wie man so schön sagt.

Bank sieht sich als „Spielball des Wahlkampfs“

Zuvor habe die Bank der Gemeinde einen Vorschlag gemacht, wie der Geldautomat im selben Gebäude weiter zu betreiben wäre, das Geldhaus hätte Miete und andere Kosten getragen. „Jetzt sind wir zum Spielball des Wahlkampfs geworden“, bedauert Vorstand Weber.

Dass das in Emmering schnell passieren kann, wundert niemanden, der die politischen Querelen in den vergangenen Jahren beobachtet hat – Querelen, die zum Zerwürfnis zwischen Bürgermeister Max Maier und weiten Teilen des Gemeinderats geführt hatten.

Schon lange nicht mehr wirtschaftlich

Es ist wie es ist: Die Bank, für die sich der Automat rein aus wirtschaftlicher Sicht eh schon lange nicht mehr rentiert hat, wird ihn abbauen. Die alte Kiste laufe noch mit dem Betriebssystem Windows 7 und lasse sich nicht aufrüsten, von daher seien die Tage der Geldmaschine eh gezählt gewesen, so die Bank.

Jetzt gibt es Stimmen, die sagen, dass Emmering auch ohne Geldautomat weiter bestehen werde, weil man in dem schönen Dorf sowieso kein Geld ausgeben könne – außer beim Wirt und im Kramerladen, sei hinzugefügt. Wer aber für Besorgungen ins Auto steigen müsse, der könne sich auch dort, wo er einkaufe, Geld ziehen, heißt es. Das sehen nicht alle so. Ein Politikum eben.

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