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Frauen krempeln ganze Gmoa um

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Von: Josef Ametsbichler

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Der junge Verein krempelt mit seinen Aktivitäten den kleinen Ort um, zuletzt mit einem Gala-Dinner samt Zauberer (li.)
Der junge Verein krempelt mit seinen Aktivitäten den kleinen Ort um, zuletzt mit einem Gala-Dinner samt Zauberer (li. © Privat

Noch nicht einmal ein Jahr alt, freut sich der Verein „Emmeringer Frauen“ über sagenhaften Zuspruch. Die Mitglieder werden immer mehr, sogar Männer melden sich an.

Emmering – Mit einem festlichen Vier-Gänge-Gala-Dinner haben die Emmeringerinnen kürzlich nicht nur das neue Jahr gefeiert, sondern auch sich selbst. In der Gemeinde herrscht Aufbruchsstimmung, es ist so viel los wie lange nicht. Das liegt an einem neu gegründeten Verein: Die „Emmeringer Frauen“ sind im Juli 2022 aus dem Stand mit 99 Mitgliedern gestartet. Seit der Neujahrsgala im örtlichen Gasthaus Bichler sind sie mehr als doppelt so viele. Für die drittkleinste Landkreisgemeinde mit 1515 Einwohnern ist das, gelinde gesagt, bemerkenswert.

Mehr als ein Achtel der Bevölkerung ist an Bord, obwohl sich das Angebot – scheinbar – nur an die Hälfte der Leute, die Frauen, richtet. Mehr dazu später im Text. Wichtiger ist, es scheibt sich richtig was im Südostzipfel des Landkreises. „Die Resonanz ist gut“, sagt Vereinssprecherin Melanie Folk (41) in einem durchsichtigen Anlauf auf die Regionalmeisterschaft im Untertreiben.

Melanie Folk
ist Sprecherin der „Emmeringer Frauen“, die sich gar nicht retten können vor lauter neuen Mitgliedern.
Melanie Folk ist Sprecherin der „Emmeringer Frauen“, die sich gar nicht retten können vor lauter neuen Mitgliedern. © Privat

Die Emmeringer Frauen haben in ihrer kurzen Existenz schon über 30 Veranstaltungen auf die Beine gestellt – es grenzt an ein Wunder, dass die Teilnehmerinnen mit dem Teilnehmen noch hinterherkommen. Sie sind gemeinsam Walken gegangen, haben an Kirta Schmalznudeln gebacken, und zu Weihnachten Adventskränze gebunden. Sie haben einen Bus zum Rosenheimer Herbstfest gechartert und sind nach Kufstein auf den Weihnachtsmarkt, zählt Folk ohne Anspruch auf Vollständigkeit auf.

Jetzt gibt es auch eine Besuchergruppe für Senioren

Neu ist eine Besuchergruppe für Senioren, die mal auf einen Ratsch vorbeischaut oder bei einem pflegebedürftigen Menschen die Stellung hält, damit die Angehörigen mal zum Einkaufen raus können. Dazu kommt alle zwei Wochen ein Stammtisch, einer abends, einer nachmittags, damit alle Altersgruppen dabeisein können. Natürlich wechseln sie dabei alle vier Wirtschaften in der Gmoa durch.

Das Angebot kommt auch bei vielen Jüngeren an, sagt die Sprecherin. „Von 18 bis über 90 sind wir bunt gemischt.“ Vielleicht liegt es auch daran, dass die Organisation basisdemokratisch ausgerichtet ist. Den Vorstandsposten teilen sich sieben Frauen, jede gleicher als gleich. Und Veranstaltungen oder Kursangebote kann jedes Mitglied anleiern. „Jeder soll das einbringen, was er gern macht oder gut kann“, erklärt Melanie Folk das Erfolgsprinzip.

Schaukasten und Vereinsplaner-App

Was geboten ist, erfahren die weniger technikbegeisterten Frauen über einen Schaukasten im Ort. Für Smartphone-Besitzerinnen gibt es die Vereinsplaner-App. Jedes Mitglied hat Zugriff, jede Veranstaltung, jeder Kurs wird eingetragen. „Zusagen drücken, dann bist du dabei“, sagt die Vereinssprecherin.

Das monumentalste Ereignis in der bisherigen Vereinsgeschichte war die Neujahrsgala Mitte Januar: Rund 100 Gäste genossen in Abendkleidung das Gala-Menü, die tanzenden Seifenblasen, den Zauberkünstler, die Liveband und den DJ. Und weil es sonst auf der Tanzfläche vielleicht ein bisserl langweilig geworden wäre, durften auch die Männer dabeisein.

Jetzt werden auch Männer Mitglieder

Und so kam es am monumentalen Gala-Abend gleich noch zu einer Zeitenwende in dem jungen Verein. In Person von Stefan Hilger (51) unterschrieb der erste Mann seinen Mitgliedsantrag bei den Emmeringer Frauen. Drei weitere folgten am selben Tag, erzählt Melanie Folk, die das hörbar freut. Denn die Männer waren bei der ganzen Vereinsgaudi nie ausgeschlossen, das haben sie von Anfang an betont. „Es hat sich nur bisher keiner getraut“, frotzelt die Sprecherin. Und schiebt halbernst nach: „Was wir mit ihnen anfangen können, wird sich noch herausstellen.“

Als erstes wäre ihr der Barkeeper-Dienst am Unsinnigen Donnerstag in Bruckhof eingefallen. Doch dafür kamen die Neueintritte zu spät. Die Männer dürfen also wieder mittanzen. Nur bitte nicht den Emmeringer Frauen auf der Nase herum.

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