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Moderne Technik und altes Brauchtum sind kein Widerspruch, wie diese Mädchen beim Gaufest in Emmering beweisen.

96. Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes in Emmering

Unvergesslicher Heimatabend

Emmering - Es ist d a s Großereignis der Trachtler in diesem Jahr: In Emmering findet das 96. Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes statt. Ein Höhepunkt war der Gauheimatabend am Freitag.

„Weil’s da Brauch is“. Unter diesem Motto marschierten die Emmeringer Trachtler vor dem Gauheimatabend vom Festzelt zum Kriegerdenkmal und erinnerten in einer würdigen kurzen Andacht der Gefallenen und Verstorbenen. Der Inngautrachtenverband sowie der Festverein „Almarausch“ Emmering legten danach je einen Kranz nieder.

1. Gauvorstand Georg Schinnagl eröffnete den Gauheimatabend in seiner Ansprache mit den Worten: „Die Welt draht se“. Er machte damit auf den Wandel, nicht nur in der weiten Welt, sondern auch in der Heimat aufmerksam. „Sei es in der Kultur der Völker oder in unserer Natur“. Sein Gedenken galt hier besonders den Trachtlern und Hochwasseropfern im Unteren Inntal. Dann: Ein lauter Pfiff und schon rannten die kleinsten Emmeringer Trachtler auf die Bühne und sangen lautstark vor dem Publikum im voll besetzten Festzelt: „…vom Inngau die lustigen Leut, jawoll...“.

Zwei junge Emmeringer Dirndl holten den 1. Vorstand des Festvereins, Peter Trenkler, und den „Herrn mit Schirm“, Bürgermeister Max Maier, auf die Bühne. Trenkler sagte, dass er „sehr stolz ist und sich narrisch gfreid, zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte die Vereine des bayerischen Inngautrachtenverbandes und Trachtler aus Nah und Fern in der Gemeinde Emmering willkommen zu heißen.“.

Was dann kam, war ein kurzweiliger Abend. So gut wie sämtliche Trachtenvereine der nahen und weiteren Umgebung erwiesen dem Gastgeber-Verein durch eine Delegation die Ehre. Es folgten hinreißende Auftritte der Jugend I und II mit dem „Inntaler“, „Olympiasternpolka“, „Mühlradl“, der Gaujugend mit dem „Inngautanz“ und dem „Gaujugendtanz“, der Aktiven des Vereins mit dem „Bruckhofer“ und dem „Emmeringer“. Die Gaugruppe erfreute mit dem „Böhmisch Grenz“, dem „Alztaler“ und dem „Priener Marsch“. Erstklassig vorgetragen wurde der „Sterntanz“ durch die Jugend I und II mit Gesang. Hier waren insgesamt 76 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren auf der Bühne. „So etwas gab es noch nie“, ist sich der Verein sicher. Die Aktiven führten nach der Pause einen neu entworfenen „83 3/4ler“ auf. Anschließend erklärten Trachtenkinder, wie das so ist im Gau und der Gaugruppe, dass es die Gaujugend und die Gauaktivengruppe gibt. Wie man als junger Trachtler dazu kommt und dass es etwas Besonderes ist, dabei zu sein. Sie schlossen ihre Erklärungen mit den treffenden Worten: „Hoamat is, wofia ma se net schama muass“. Die musikalische Untermalung aller Aufführungen erfolgte in exzellenter Weise durch die bestens eingestimmte Emmeringer Musi.

In seinem Grußwort freute sich 2. Gauvorstand Pankraz Perfler, die Gauehrenmitglieder Anneliese Weinzierl, Balthasar Stacheder, Rudi Maierbacher und Richard Bonnetsmüller begrüßen zu dürfen. Er dankte dem Festverein und allen, die zum Gelingen dieses 96. Gaufestes mit allem drum und dran beigetragen haben. Im Beisein des 1. Gauvorstandes Georg Schinnagl überreichte er an Bürgermeister Max Maier und Festleiter Peter Trenkler ein Gaukrügerl.

Max Bertl, Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes, sagte: „Sowas wie heute brauchen wir“, Gemeinschaft erleben“.

Bilder: 96. Gaufest des Inngau-Trachtenverbandes in Emmering

Lehrer Vogel, der vor 168 Jahren in Emmering geboren wurde und Begründer der Trachtenbewegung war, hätte es sich wohl nicht träumen lassen, was die Emmeringer Trachtler geschaffen haben. Die Patenvereine „Almarausch“ Ostermünchen und „Inntaler“ Rott/Inn überreichten nach ihren Ehrentänzen durch Brigitte Kiemer und Peter Winklmaier zwei Essenskisten und dankten für die allzeit gute Patenschaft. Der Abend wurde mit dem legendären „Kronentanz“ der Altaktiven des Festvereins, darunter der gesamte Vorstand, spektakulär beendet. Das Publikum spendete zu jeder Darbietung viel herzlichen Beifall. Ein einzigartiger Trachten-Heimatabend ging nach gut drei Stunden offiziell zu Ende aber viele Trachtler dachten noch lange nicht ans heimgehen.

Otto Hartl

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