ehemalige Raiffeisenbank Emmering
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Emmerings Gemeindekanzlei zieht in das ehemalige Bankgebäude im Ort, das hatte die Gemeinde 2019 gekauft.

Gemeinderäte denken auch laut über neuen Kindergarten nach

Emmering hat große Pläne: Aus Bank wird Rathaus

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Emmering baut die Bank zum Rathaus um – und denkt laut über einen neuen Kindergarten nach. Große Pläne in der kleinen Gemeinde im südlichen Landkreis Ebersberg.

Emmering - So harmonisch geht es bei einem Rathaus-Bau selten zu: Binnen einer knappen Viertelstunde hat der Gemeinderat Emmering in seiner Sitzung den Umbau des ehemaligen Bankgebäudes in der Südgemeinde zur Gemeindekanzlei einstimmig durchgewunken. „Schaut gut aus“, kommentierte Dritter Bürgermeister Hubert Rüegg (CSU) den Vorschlag des Architektenbüros. Dabei blieb es debattenmäßig, zur merklichen Überraschung von Bürgermeisterin Claudia Streu-Schütze (FW), da das Emmeringer Gremium als diskussionsfreudig gilt.

in Klausur über Pläne beraten

Fairerweise ist aber anzumerken, dass sich die Räte schon am Wochenende zuvor in einer Klausursitzung die Pläne angeschaut hatten – und offenbar gut damit leben können, dass das Vorhaben etwas teurer wird als zunächst gedacht: 626 000 Euro beträgt die erste grobe Kostenschätzung des Architekten. Eingepreist ist da die energetische Sanierung des Altbaus für rund 218 000 Euro. Günstiger könnte es laut Bürgermeisterin auch noch werden, falls der Staat für Barrierefreiheit und Energieeffizienz Fördermittel lockermacht.

Bankgebäude schon 2019 gekauft

Gekauft hatte die Gemeinde das Gebäude bereits 2019 für rund 550 000 Euro. Zuvor hatte die Raiffeisen-Volksbank ihre Filiale in dem Ort aufgegeben und schließlich – zum Ärger der Bürger – auch den einzigen Geldautomaten in der Gemeinde abgezogen (wir berichteten).

Der erste Entwurf für die Neugestaltung des alten Emmeringer Bankgebäudes, das zum Rathaus werden soll (Blick von der Straßenseite). Gemeindefarben und -wappen finden sich an der Fassade wieder.

Herauskommen sollen am Ende ein Sitzungssaal, ein Bürgermeister- und ein weiteres Büro, behindertengerechte Zugänge und Toiletten sowie Platz für das Gemeindearchiv und weitere Lagermöglichkeiten im Keller, wo der vergitterte Tresorraum des ehemaligen Bankgebäudes liegt. Die zwei Wohnungen im ersten Stock des Hauses sollen bestehen bleiben.

Skeptisch nahmen die Räte den Vorschlag von Grünen-Gemeinderat Max Maier auf, doch anlässlich des Umbaus nochmals über ein gemeindliches Nahwärmenetz nachzudenken. „Da sehe ich schwarz“, sagte Johann Veicht (FW). Streu-Schütze merkte an, dass der Bedarf in den gemeindlichen Gebäuden nicht für eine kontinuierliche Auslastung reiche, was das Vorhaben wohl unrentabel mache.

Anstelle der jetzigen Kanzlei samt Sitzungssaal (li.) könnte ein neuer Kindergarten entstehen.

Bleibt noch zu klären, was mit der bisherigen Gemeindekanzlei geschieht: Das in die Jahre gekommene Gebäude mitsamt dem Grundstück drum herum dürfte als nächstes Großprojekt in den Fokus des Gemeinderates rücken, das klang in der Sitzung durch. „Wir brauchen Platz für Kindergarten- und Krippenkinder“, sagt Bürgermeisterin Streu-Schütze auf EZ-Anfrage. Das „gesunde Wachstum“ der Gemeinde bedinge, dass es Überlegungen gebe, den Gemeindebau durch einen neuen Kindergarten zu ersetzen oder mit einem Anbau aufzurüsten – Platz sollen mindestens zwei Gruppen finden und auch eine Hortbetreuung, die sich der Freistaat ab 2025 von der Gemeinde für die Grundschulkinder wünscht.

Im Gespräch sei ein Kindergartenbau schon seit Jahren, sagt die Bürgermeisterin. Jetzt werde es Zeit, anzuschieben, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Streu-Schütze rechnet damit, dass die Kosten dafür im Millionenbereich liegen werden – möglicherweise aber unterstützt von staatlichen Fördergeldern. Auch über einen möglicherweise angegliederten Bau von Sozialwohnungen oder einen Mehrzweckraum für Vereine will Streu-Schütze mit dem Gemeinderat diskutieren. Sie sagt: „Momentan steckt das Projekt noch nicht einmal in den Kinderschuhen.“

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