Beitragserhöhung von 85 Euro auf 135 Euro

Kinderbetreuung in Emmering könnte drastisch teurer werden

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50 Euro im Monat mehr für die Kinderbetreuung: Diese Hiobsbotschaft steht in Emmering im Raum. Welchen Anteil davon die Eltern leisten müssen, die ihren Nachwuchs ins Kinderhaus St. Pankratius schicken, steht jedoch noch nicht fest.

Emmering – Der zur Gemeinderatssitzung geladene Vertreter des Erzbischöflichen Ordinariats ließ sich entschuldigen, „die Entscheidung über die Beitragshöhe fällt erst in der Sitzung am 8. Juni“, informiert Bürgermeister Max Maier darüber, dass der Tagesordnungspunkt abgesetzt wurde.

Die Emmeringer Betreuungseinrichtung gehört zum Kita-Regionalverbund Ebersberg der Erzdiözese, Träger ist die katholische Kirchenstiftung. Auslöser der Diskussion ist die Tatsache, dass die Übernahme des Defizits, das jährlich aufläuft, neu geregelt werden soll – auch auf Betreiben des Ordinariats. „Im neuen Vertragswerk ist eine Verbilligung für die Geschwisterkinder nicht mehr enthalten“, bedauert der Bürgermeister. Ihm ist klar, welche Belastung das für manche Familie bedeuten würde: „Das ist ein Haufen Geld. Das muss sich einer erst mal leisten können, besonders wenn die Mutter noch zuhause ist“ und die Familie zeitweise nur einen Verdiener habe.

Bisher hat die Gemeinde jährlich zwischen 20 000 und 25 000 Euro zum Defizitausgleich beigetragen. „Das wurde immer am Jahresende fällig“, beschreibt Maier die Situation. Unbefriedigend für die Kommune ist dabei, dass sie erst spät über die genaue Höhe des Fehlbetrages ins Bild gesetzt wird. „Das soll planbarer werden“, würde sich der Bürgermeister wünschen.

Sollte sich der Gemeinderat dazu entschließen, die Eltern bei einer Erhöhung des monatlichen Betrages etwa mit 20 Euro zu „sponsern“, hätten sie dafür gute Gründe an der Hand. Denn die Betreuungseinrichtungen im Landkreis Ebersberg konkurrieren untereinander um den Nachwuchs. Das wird vor Beginn eines Kindergartenjahres unter anderem dadurch deutlich, dass sich die Tagesstätten gegenseitig überbieten mit Informationen, in denen sie das jeweilige pädagogische Angebot ihres Hauses in den schillernsten Farben öffentlich schildern und so auf sich aufmerksam machen. Wenn also Eltern sich aufgrund der Erhöhung des monatlichen Betrages von 85 auf 135 Euro entschließen sollten, ihr Kind woanders zur Betreuung zu geben, könnte die Kalkulation in Emmering schnell ein Loch bekommen. Das Defizit würde sich vielleicht erhöhen, statt vermindern. „Solche Kinder gibt es schon zuhauf bei uns“, schildert Maier, dass es diesen Mechanismus bereits jetzt gibt.

Rubriklistenbild: © dpa

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