In der Gemeinde Emmering muss der politische Frieden wiederhergestellt werden.
+
In der Gemeinde Emmering muss der politische Frieden wiederhergestellt werden.

KOMMUNALWAHL In Emmering tritt der Nachfolger von Max Maier ein schweres Erbe an

Bürgermeister muss zuerst Vertrauen wieder zurückgewinnen

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
    schließen

Wenn einer Gemeinsamkeiten finden wollte bei den Bürgermeisterkandidaten in einer Kommune, so müsste er in Emmering wohl nicht lange suchen.

Emmering – Allen drei Kandidaten ist erklärtermaßen Eines wichtig: Ein Neuanfang im Gemeinderat.

Das Gremium war in der vergangenen Legislaturperiode arg gebeutelt von Auseinandersetzungen rund um den scheidenden Bürgermeister Max Maier (Bürger für Emmering). Dass der Amtsinhaber seine Mitbürger bis zum Schluss im Unklaren ließ, ob er noch für eine dritte Periode antreten würde, ist nur ein Hinweis darauf, dass zwischen ihm und dem Ratsgremium das Tischtuch nicht gründlicher zerschnitten hätte sein können. Zum Schluss war er vom Gremium einstimmig zum Rücktritt aufgefordert worden. Das soll und muss anders werden im Interesse seiner sachorientierten Arbeit, die auch in einer kleinen Kommune unabdingbar ist. Soweit besteht Konsens.

Bürgermeister muss Risse kitten

Es wird mit zu den ersten Aufgaben des neuen Gemeindeoberhauptes gehören, die Risse zu kitten, die sich in der Kommune im Gefolge der politischen Auseinandersetzungen gebildet haben und auch das Vertrauen in das Amt eines Bürgermeisters selbst muss erst wiederhergestellt werden. Deshalb wird der oder die Neue auf diesem Posten in den ersten Monaten seiner oder ihrer Amtszeit bestimmt argwöhnischer beobachtet werden, als das vielleicht in anderen Gebietskörperschaften üblicherweise der Fall ist. Dem Start in die neue Legislaturperiode wird mit dieser Vorgeschichte aber gerade in Emmering eine besondere Bedeutung zukommen, soll nicht ein Fehlstart daraus werden.

Das wissen die Kandidaten und ihre Mitstreiter natürlich selbst, allen voran Josef Stocker, der für die Bürger von Emmering Maiers Erbe antreten will und dem deshalb zur Verstärkung Peter Perfler und Max G. Maier zur Seite gestellt wurden, mit denen er ein „Triumvirat“ bilden will.

Alle müssen einen Neuanfang meistern

Auch der Kandidat der CSU, Hubert Rüegg, müsste einen Neuanfang meistern. Denn immerhin war es damals die CSU, die mit dem plötzlichen Rauswurf ihres eigenen Bürgermeisterkandidaten kurz vor der Wahl den Grundstein legte für einen zwei Legislaturperioden lange andauernden Zwist, nachdem ihr Spitzenkandidat Martin Killi gegen Maier überraschend durchfiel. Das alles ist freilich Schnee von gestern, wurde aber den Emmeringern durch die Streitereien im Gemeinderat immer wieder in Erinnerung gerufen.

Unbelastet in dieser Hinsicht ist alleine Claudia Streu-Schütze, die Bürgermeisterkandidatin der Freien Wählergemeinschaft Emmering. Sie hat viele Frauen in ihrem Zwölfer- Team, darunter zwei amtierende Gemeinderätinnen und vier neue, junge Gesichter.

Die Bürger für Emmering wollen erkennbar parteipolitisch unabhängig mit Verwaltungskompetenz punkten, Kinderbetreuung und Bauprojekte wurden von der Freien Wählergemeinschaft als Schwerpunkte mit Nachholbedarf in der Kommune identifiziert und mit Rüegg kann die CSU einen Mann vorweisen, der bereits Erfahrung im Emmeringer Gemeinderat hat, weil er dort schon langjährig einmal tätig war.

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zu den Landratswahlen über die dort antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Messerstecherei in Aßling: Polizei schnappt Täter in Grafing
Eine Messerstecherei hat die Polizei in Aßling in Atem gehalten. Der Täter war zunächst auf der Flucht. Ein Großaufgebot suchte nach dem Mann, der schließlich …
Messerstecherei in Aßling: Polizei schnappt Täter in Grafing
Rauf auf den Berg - mit Tragetuch oder Kraxe
Conny Klittich aus Markt Schwaben hat das Wanderbuch „Tragetuch- & Kraxentouren" geschrieben. Für Eltern, die mehr wollen als mit Kinderwagen wandern.
Rauf auf den Berg - mit Tragetuch oder Kraxe
Der letzte Hochzeitslader im Landkreis Ebersberg: Bernhard Sedlmaier aus Baiern
Bernhard Sedlmaier, 56, ist eigentlich Schreinermeister von Beruf. Wie man Prograder wird, verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung.
Der letzte Hochzeitslader im Landkreis Ebersberg: Bernhard Sedlmaier aus Baiern
Fast gesamtes Personal kündigt gleichzeitig: Schock in katholischem Kindergarten
An einem Tag hat fast das gesamte Personal des katholischen Kindergartens Am Endbachweg gekündigt. Über 70 Kinder müssen ab September anderweitig untergebracht werden.
Fast gesamtes Personal kündigt gleichzeitig: Schock in katholischem Kindergarten

Kommentare