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Maria Hoiß, die gute Seele des TSV Emmering, an ihrem „Arbeitsplatz“.

Die Koryphäe des Kurzwaschgangs

Maria Hoiß, die gute Seele des TSV Emmering im Gespräch

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Von Samstagfrüh bis teilweise Montagabend laufen bei Maria Hoiß reihenweise junge Männer durchs Haus. Sie kommen durch die Haustüre, durchs Gartentor, meistens durch die Garage und wollen immer nur das Eine: Die Tasche mit den Dressen.

Emmering – Die gute Seele des TSV Emmering hat ihren ganz individuellen Anteil am Kreisliga-Aufstiegsmärchen, überhaupt am erfolgreichen Spielbetrieb und kann sich gar nicht mehr genau daran erinnern, wie lange sie bereits ihre zwei Waschmaschinen jedes Wochenende in Dauerbetrieb hat. „Vor ungefähr 50 Jahren war mein Mann Josef Spartenleiter und Mädchen für alles beim TSV“, erzählt Maria Hoiß. „Irgendwann kam er mit den Trikots daher und hat gesagt: Das könntest du doch auch machen.“ Konnte sie und macht sie bis heute gerne. „Wenn‘s mir keinen Spaß machen würde, würde ich ja auch aufhören.“

Die Meinung ihrer beiden Töchter zu der speziellen Wochenendbeschäftigung, kennt Maria Hoiß genau. „Sie helfen manchmal aus, aber sagen dann immer: Die hätten mich schon längst am A…“ Es ist noch nicht lange her, da wurden im Hause Hoiß die Trikotsätze von bis zu neun Mannschaften durch die Wäschetrommeln geschleudert. Ob das Arbeitsgerät wenigstens vom Verein bezahlt wurde? Maria Hoiß lacht laut auf: „Die Emmeringer haben nicht gerade Spendierhosen an!“

Für den einwandfreien Zustand der Fußballhosen ist sie zwar gerne zuständig, die Abholung ist aber eindeutig Spielersache. So gut wie jeder Kicker beim TSV kennt daher die Steigen hinab in den Waschkeller und den Aggregatzustand von „da Mare“, wenn die Stutzen nicht umgedreht sind. „Bei der Ersten sind nur ein paar dabei, aber die vielen jungen Spieler aus der Zweiten müssen es noch lernen. Die bekommen ja daheim von der Mama die Socken umgedreht.“ Nicht selten wird den Abholern mit Nachdruck ein „dreht‘s mir fei ja die Stutzen um!“, mit auf den Weg gegeben.

Und für etwaige verzweifelte Mütter, hat die 80-jährige Koryphäe des Kurzwaschgangs noch einen Tipp für Grasflecken auf weißem Polyester parat: „Im Waschbecken mit Pril einweichen. Viel besser als Gallseife.“

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