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Das Ende der meist leeren Traglufthalle

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Von: Armin Rösl

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Die Inneneinrichtung der Traglufthalle in Grub wird derzeit wieder ausgeräumt. Spätestens im Mai soll auf diesem Grundstück ein Container-Camp für 150 Flüchtlinge stehen. © Armin Rösl

Die Traglufthalle im Poinger Ortsteil Grub wird nach zehn Monaten wieder abgebaut. Benutzt wurde sie lediglich für gut drei Monate, ansonsten stand sie leer. An gleicher Stelle wird ein Container-Camp für 150 Flüchtlinge errichtet.

Grub – Nachdem die Traglufthalle in Grub wieder leer ist, haben die Abbauarbeiten begonnen. Derzeit wird die Inneneinrichtung ausgeräumt, anschließend wird im wahrsten Sinne des Wortes die Luft aus dem mobilen Gebäude gelassen. Sobald der Abbau abgeschlossen ist, wird ein Container-Camp errichtet mit mehreren Modulen. Laut Evelyn Schwaiger, Sprecherin des Landratsamtes Ebersberg, wird es für 150 Personen Platz bieten. „Die Container-Anlage ist in verschiedene Einheiten unterteilt“, teilt sie mit. „Jede Einheit wird mit einem Küchenbereich zur Selbstversorgung ausgestattet sein.“

Läuft alles nach Plan, soll das Camp spätestens im Mai fertiggestellt sein. Einziehen wird Schwaiger zufolge ein Teil der Bewohner der Traglufthalle in Pliening. Diese wird Ende April geschlossen, da zum 30. April der Vertrag zwischen Gemeinde Pliening, die das Grundstück zur Verfügung gestellt hat, und dem Landkreis Ebersberg ausläuft – und auf Wunsch und Forderung von Pliening nicht verlängert wird. Bürgermeister Roland Frick hatte in der Vergangenheit mehrmals erläutert, warum: Er sieht in einer Traglufthalle keine dauerhafte und menschenwürdige Lösung für die Unterkunft von Asylbewerbern. Außerdem habe die Gemeinde Pliening mit der Entscheidung pro Massenunterkunft vor einem Jahr den Landkreis in jener Zeit, als die Flüchtlingsnot am größten war, tatkräftig genug unterstützt.

Die Traglufthalle in Grub wurde im April 2016 aufgebaut und war für die Unterbringung von bis zu 300 Schutzsuchenden gedacht. Dazu ist es allerdings nie gekommen – abgesehen von der Zwischenlösung, als Anfang November die Flüchtlinge die Massenunterkunft Pliening wegen eines Brandes verlassen mussten und übergangsweise für gut drei Monate in Grub untergebracht waren. Ansonsten stand die Halle leer.

Zu den Kosten, die dem Landkreis bzw. der Regierung von Oberbayern als Auftraggeber durch die Halle entstanden sind, macht das Landratsamt derzeit keine Angaben. Weder zu den Ausgaben für das Auf- und Abbauen, noch zur monatlichen Miete oder zu laufenden Ausgaben wie Strom für die Belüftung, damit die Halle überhaupt stehen kann. Auch in den mehr als sechs Monaten, als sie leer stand. „Das ist Gegenstand des Vertrages mit der Vermieterfirma“, heißt es dazu. Entsprechend lautet auch die Antwort auf die Frage unserer Zeitung, wie viel das künftige Camp an Miete kostet: „Die Kosten für die Container sind Inhalt eines privatrechtlichen Vertrages.“

Lediglich zur Erschließung des Grundstücks am östlichen Ortseingang von Grub macht das Landratsamt Angaben: Die Verlegung von Wasser-, Kanal- und Stromleitungen sowie das Vorbereiten des Geländes für die Halle habe etwa 160.000 Euro gekostet. Die Gesamtabrechnung für den Unterhalt (Strom, Wasser, Abwasser) liegt laut Landratsamtssprecherin Evelyn Schwaiger noch nicht vor.

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