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Energiewende: Ebersberger bauen auf Starnberger Modell

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Landkreis Ebersberg - Die Gemeinden im Landkreis Ebersberg wollen in Sachen Windenergie vom Landkreis Starnberg lernen. Am 6. Dezember informiert der dortige Kreisbaumeister die hiesigen Bürgermeister über den „Starnberger Weg“.

In Starnberg ist das bereits umgesetzt, was auch die Rathauschefs im Landkreis Ebersberg für ihre Kommunen gerne hätten: ein gemeinsames Vorgehen beim Thema Windenergie. Ihre Sorge: Ohne eine konzertierte Aktion könnten Windräder nach dem Sankt-FloriansPrinzip auf der Landkarte hin und her geschoben werden.

Die Energiewende nimmt rasante Fahrt auf, die Gemeinden befürchten, plötzlich mit Windrad-Anträgen konfrontiert zu sein, ohne im Vorfeld die planerischen Weichen gestellt zu haben. Allerorts wird deshalb darüber diskutiert, möglichst schnell im Rahmen des Flächennutzungsplans Konzentrationsflächen für Windenergie-Anlagen zu schaffen. Und dies soll in einem landkreisweiten Konzept über die Gemeindegrenzen hinweg geschehen.

Im Landkreis Starnberg wurden Anfang des Monats alle derzeit in Prüfung befindlichen Vorranggebiete für Windenergieanlagen veröffentlicht. Mitte 2013 könnten sich dort die ersten Windräder drehen, sind sich die Verantwortlichen sicher.

Alle 14 Gemeinden haben so genannte Billigungsbeschlüsse für Teilflächennutzungspläne gefasst - mit zwei Ausnahmen einstimmig. Derzeit laufen die Auslegungen an, also können sich die Bürger die Planungen selbst in den Rathäusern ansehen.

Der weitere Zeitplan sieht eine Abwägung der Stellungnahmen aus der Auslegung und eine weitere Auslegung der dann geänderten Pläne bis zum Frühjahr vor. Einen konkreten Termin, wann der Plan für den gesamten Landkreis Starnberg gelten wird, konnten Landrat Karl Roth und Kreisbaumeister Christian Kühnel bei der Vorstellung der Kreiskarte noch nicht nennen.

Drei Gemeinden im Landkreis Starnberg haben wegen der Kriterien - 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung, Schutz zentraler Landschaftsteile und einiges mehr - keine Gebiete gefunden. Alle anderen haben mehr oder minder große Flächen ausgewiesen, die nun durch ein in einigen Wochen vorliegendes Ertragsgutachten für die Wirtschaftlichkeit der Windräder konkretisiert werden. Auch laufen die natur- und artenschutzrechtlichen Untersuchungen weiter.

Insgesamt sind Kreis und Gemeinden stolz, dass alles so reibungslos geklappt hat. „Es ist nicht einfach, 14 Gemeinden unter einen Hut zu bringen“, sagte Landrat Roth. Bürgermeistersprecher Rupert Monn betonte, dass die Gemeinden nur auf diesem Wege ihre Bürger vor Windrädern an vielen unerwünschten Stellen schützen könnten.

Derzeit sind dem Landratsamt Ebersberg nach Auskunft von Norbert Neugebauer zwei Windenergieprojekte bekannt - nämlich das im westlichen Ebersberger Forst und das in der Gemeinde Bruck. Darüber hinaus würden keine entsprechenden Anträge oder Anfragen vorliegen, so der Büroleiter von Landrat Gottlieb Fauth. Für die Stadt Ebersberg sagte Bürgermeister Walter Brilmayer bei der Bürgerversammlung, dass es im Moment „keine konkrete Anfrage“ gebe.

Von Michael Acker

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