Energiewende: Jetzt zahl' ich, jetzt fahr' ich

Glonn - Das Thema Verkehr ist in den bisherigen Klimazielen des Aktionskreises Energiewende Glonn 2020 (AEG 2020) bewusst ausgeklammert worden. Das soll sich in diesem Jahr ändern.

Mit zwei Vorträgen zu den Themen „Carsharing“ und „intelligente Mitfahrsysteme“ startete der AEG 2020 seinen Jahresschwerpunkt „energieeffiziente Mobilität“ und lockte damit zahlreiche Interessierte aus dem ganzen Landkreis nach Glonn.

„Verkehr trägt mit 30 Prozent zum gesamten CO2-Ausstoß in Deutschland bei und liegt damit deutlich vor Strom“, begründete Hans Gröbmayr, AEG-Vorsitzender und Landkreis-Klimamanager, die aktuelle Initiative. Es solle dabei nicht darum gehen, die Mobilität jedes Einzelnen einzuschränken, sondern die Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Klaus Breindl, Mitbegründer des Vaterstettener Car-sharing-Vereins, berichtete über Vorteile und praktische Erfahrungen des seit vielen Jahren erfolgreichen Vereins. „Eigentlich müsste das Auto ,Stehzeug’ heißen“, begann Breindl seinen Vortrag. Denn: Ein Auto in Deutschland wird im Durchschnitt weniger als eine Stunde am Tag gefahren.

Ein Carsharing-Auto ersetze vier bis acht PKWs, die somit weder Parkraum beanspruchen noch überhaupt energieaufwändig hergestellt werden müssen. Während ein ,normaler’ Autobesitzer auch zahlt, wenn er mit seinem Auto gar nicht fährt (dreiviertel aller Kosten sind Fixkosten und fallen unabhängig von der Fahrleistung an), gilt für Carsharing: gezahlt wird nur für das, was auch tatsächlich gefahren wurde und das ist erstaunlich wenig, weil der Anreiz zum Umstieg auf andere Mobilität (z.B. MVV) steigt. „Nur wer fährt, zahlt auch“, hob Breindl die Vorteile hervor.

Einen ganz anderen Aspekt von energieeffizienter Mobilität zeigte Josef Biesenberger aus Grafing auf. In seinem unterhaltsamen Vortrag berichtete er zunächst von seinen persönlichen Erfahrungen mit Fahrgemeinschaften und gab anschließend eine Übersicht über existierende Plattformen zur Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten. Das größte Problem der Plattformen sei, dass kleinere Orte oft nicht eingegeben werden können. Als hoffnungsvollen, neuen Ansatz präsentierte Biesenberger anschließend die Plattform „flinc“ (www.flinc.org), die durch innovative technische Konzepte den Benutzungskomfort erhöht und durch modernes Marketing breitere Nutzerschichten anspricht.

Auf eine breitere Basis muss auch die seit über zehn Jahren bestehende Carsharing-Initiative Glonn „Glonner Autoteiler (Glatt)“ gestellt werden, darin waren sich die Besucher bei der regen Diskussion einig. Ansprechpartner ist Barbara Klesen, Telefon: (0 80 93) 4058. ez

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