Sie legten den Schalter um (v.l.): Klimaschutz-Manager Hans Gröbmayr, Landrat Robert Niedergesäß, Bürgermeister Josef Oswald und Fritz Gerneth von der REGE. Foto: EZ

Energiewende: Win-win-Situation

Glonn - Das ist ein besonderer Tag für den Landkreis“, freute sich Landrat Robert Niedergesäß anlässlich der Inbetriebnahme einer Fotovoltaikanlag in Glonn. Besonders deswegen, weil es das erste Projekt der Landkreis-Genossenschaft „Regenerative Ebersberg“ (REGE eG) ist und weil die Bürgerbeteiligung großartig war.

Es war kalt und bewölkt an diesem Tag, kein optimales Wetter für Fotovoltaikanlagen. Und doch strahlten am Glonner Bauhof alle um die Wette: Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr, die Vorstände von REGE eG, der Landrat, der Bürgermeister, der Ex-Bürgermeister, die Mitglieder des AEG 2020, die Gemeinderäte und natürlich die Anleger. Ihnen zusammen gelang ein Projekt, das Vorzeigecharakter hat und für andere Gemeinden beispielgebend sein soll.

Die Investitionssumme von 84 000 Euro kam innerhalb von zwei Wochen zustande, das beweist, wie groß das Interesse der Bürger an dem ersten Projekt der REGE war. Zwei Wochen lang hatten die Glonner Bürger das Vorrecht Anteile zu zeichnen, 22 Glonner nutzten die Gelegenheit. Nach Ablauf der Zeichnungsfrist dauerte es nur vier Minuten bis der Rest der Anteile vergeben war - und das um Mitternacht (wir berichteten).

Die 239 Module der neuen Anlage mit einer Gesamtleistung von 60,95 kWp sind auf vier Dächer rund um den Bauhof verteilt. „Die Herausforderung bestand darin, diese weit auseinanderliegenden Dächer zu vernetzen“, berichtete Fritz Gerneth von der REGE, der die gesamte Anlage projektierte. Dank der Unterstützung und der guten Zusammenarbeit mit dem Glonner Bauhof konnte dies aber fachgerecht umgesetzt werden.

Die Glonner Kläranlage hat einen Jahresverbrauch von 280 000 kWh, weit über 90 Prozent des durch die Fotovoltaikanlage erzeugten Stroms werden sofort verbraucht. Nicht nur der ökologische sondern vor allem auch der wirtschaftliche Aspekt habe die Gemeinde Glonn bewogen dieses Projekt umzusetzen, sagte Bürgermeister Josef Oswald. Für die Gemeinde sei es eine „win-win“-Situation, zudem übernahm die REGE vorbildlich die Planung und den Bau der Anlage, so Oswald. Auch der Vertrag sei „sehr fair für die Gemeinde“.

„Der Landkreis kann die Energiewende nicht allein schaffen“, konstatierte Landrat Niedergesäß. Trotz der „Wirrungen in der Energiepolitik“ riet er, nicht klein beizugeben. Dieses Projekt sei ein erster Trittstein für die Landkreis-Energiewende und zeige auch, dass die Bürger ihr Geld nicht in anonymen Fonds, sondern vor Ort anlegen wollen. In der Zusammenarbeit zwischen Politik, Landkreis, den Gemeinden und den Bürger können wir die Energiewende schaffen“, so Niedergesäß.

Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr sagte: „Wir hoffen, dass die REGEnun das Vertrauen für weitere Projekte aus den Landkreisgemeinden erhält.“

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