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Enge und Stress - aber die Bücherei ist beliebt wie nie zuvor

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Vaterstetten - Von beengten Lagerkapazitäten und zu wenig Personal spricht Vater-stettens Büchereileiterin Christina Walser bei ihrer Bilanz des Jahres 2009. „Doch sie weiß, dass wir angesichts unserer finanziellen Lage da nichts machen können“, erstickte Bürgermeister Robert Niedergesäß jeglichen Keim einer Hoffnung auf Abhilfe.

Walser war in den Familien- Kultur- und Sportausschuss des Gemeinderats gekommen, um das Jahr 2009 in der Stadtbücherei Revue passieren zu lassen. „Das hohe Arbeitspensum ist für alle Mitarbeiter belastend“, hatte Walser in ihrem 13 Seiten umfassenden Jahresbericht festgehalten. Verursacht werde dies „durch die stark gestiegene Ausleihe und die ständig steigende Akzeptanz und Nutzung der Büchereiangebote, wie Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit Schulen“.

Die „drangvolle Enge im Büro und die fehlenden Lagerkapazitäten werden nun, da wir an die Grenzen der Belastbarkeit gelangt sind, zum Problem“. Dass die Abläufe noch reibungslos funktionierten, sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass das Team gut funktioniere und jede Mitarbeiterin Verantwortung für das Gelingen des Gesamtkonzepts übernehme. Dennoch oder gerade auch deshalb wartete die Büchereileiterin auch mit positiven Nachrichten auf: „Wir haben eine viel längere Aufenthaltsdauer der Leser in der Bücherei, weil sie beraten werden wollen“, sagte Christina Walser. Dabei sei das Ausleiheplus im Sachbuchbereich „ungewöhnlich hoch“.

Man mühe sich um eine gute Bestandspflege. Denn wegen der Aktualität solle kein Medium älter als zehn Jahre sein. Doch 30 Prozent seien das noch. „Erst in fünf Jahren werden wir auf dem gewünschten aktuellen Stand sein.“

Das Ergebnis der belastenden und engen Situation in der Bücherei sei allerdings „eine Gratwanderung zwischen knapp 200 Ausleihvorgängen pro Stunde, die bewältigt werden müssen, und Lesern, deren Fragen man kompetent und freundlich beantworten möchte, obwohl sich eine meterlange Schlange vor der Verbuchungstheke staut“, berichtete Walser. Ein „ganz großes Problem“ nannte sie den Verschleiß der Medien. Sie beklagte einen „wenig sorgsamen Umgang“, auch „mangelndes Problembewusstsein der Nutzer“, nannte aber auch die hohen Ausleihzahlen als einen weiteren Grund. So gibt es einen Kriminalroman, immerhin 700 Seiten stark, für den es gegenwärtig 23 Voranmeldungen gebe. „Der Letzte bekommt somit das Buch erst im März 2012“, beschrieb Walser die Lage.

Mit zum Erfolg der Bücherei trage die Basisarbeit an Schulen bei, in denen man künftige Leser rekrutieren will. Hier gehe es um den Abbau von Hemmschwellen und die Förderung des Lesens „als Grundlage für erfolgreiche schulische Bildung“. Vorleseprojekte und die vom Förderverein an Erstklässler ausgegebene Büchereikarte, aber auch die Buchwerkstatt für Viertklässler unterstützten dies. „Jedes Kind besucht in seiner Grundschulzeit mindestens einmal im Jahr unsere Bücherei“, wertete Walser als stolzen Erfolg. Ausruhen will sie sich darauf nicht. Walser kündigte an, dass ihr Team in diesem und im kommenden Jahr drei Seminare besuche. Dort gehe es um die Entwicklung einer neuen Bibliothekskonzeption.

Von Eberhard Rienth

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