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Lieblingssorte „Korona“ - Ebersberger Erdbeerbauern ziehen Zwischenbilanz

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Von: Raffael Scherer

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Die beliebten roten Buden stehen noch einige Zeit an den Erdbeerfeldern im Landkreis, hier an der Ebersberger Ludwigshöhe. Es zeichnet sich bereits ab: So schlecht wie andernorts läuft bei uns die Saison nicht.
Die beliebten roten Buden stehen noch einige Zeit an den Erdbeerfeldern im Landkreis, hier an der Ebersberger Ludwigshöhe. Es zeichnet sich bereits ab: So schlecht wie andernorts läuft bei uns die Saison nicht. © Stefan Roßmann

Erdbeeren haben gerade Hauptsaison. Wie in den Jahren vor der Pandemie erfreut sich besonders die Sorte „Korona“ großer Beliebtheit.

Landkreis – Klein, rot, rund und süß: Es ist Hauptsaison für die heimischen Erdbeeren. „Gerade ist die beste Zeit zum Pflücken, da die mittleren Sorten anfangen zu reifen“, erklärt Erdbeerbauer Johann Lang. Ihm gehören neun Erdbeerfelder, unter anderem in Ebersberg, Egmating, Grafing, Hohenlinden und Vaterstetten. In den Pfingstferien sei der Kundenansturm dabei besonders spannend gewesen: „Die Frage ist immer: Wie viele machen bei uns Urlaub und wie viele fahren weg?“, erklärt er.

Bisher könne er über die Kundenzahlen nicht klagen, gerade an den Wochenenden seien die Felder gut besucht. Dem kann sich Johann Schimpf mit seinem Feld zwischen Poing und Angelbrechting nur anschließen. Gerade bei seiner reinen Selbstpflückanlage sei das Wetter der wichtigste Faktor: „Oft ist es so, wenn längere Zeit schlechtes Wetter ist, dann kommen alle bei schönem Wetter auf einmal, ist das Wetter länger schön, verteilt es sich mehr auf die einzelnen Tage“, weiß er. In dieser Saison sei das Wetter jedoch derzeit „optimal“.

Egmatinger Erdbeerbauer: „Leute kaufen weniger und kleinere Mengen“

„Es ist schon verhaltener“, heißt es währenddessen in Egmating auf den Feldern von Sigmund Adlmeier. „Die Leute kaufen weniger und kleinere Mengen“, so sein Zwischenfazit. Die Menschen seien einfach sparsamer, vermutet er: „Die Leute schauen schon mehr aufs Geld als die Jahre bisher, das merkt man auch beim Trinkgeld. Sie lassen es sich aufs Zehnerl genau herausgeben.“

Ein Minusgeschäft, wie es Erdbeer-Bauern in anderen Regionen Bayerns beklagen, befürchtet Adlmeier jedoch nicht. Er hofft, dass jetzt nach den Pfingstferien die heimkehrenden Urlauber wieder vermehrt auf die Felder zum Pflücken zurückkehren. Deshalb habe er auch die Preise nicht angehoben: „Ich habe so was schon geahnt.“

Preise mussten leicht erhöht werden

Bauer Lang musste dagegen die Preise „ganz leicht“ erhöhen, schließlich sei er von steigenden Energie-, Gas- und Spritkosten genauso betroffen wie alle anderen: „Die Kosten für alles steigen, das ist allgemein Fakt“, fasst er zusammen. Qualität und Kundenzufriedenheit würden bei ihm jedoch weiterhin auf Platz eins stehen, betont er: „Nicht jammern, jeder muss mit der Situation klar kommen.“

Auch Schimpf musste die Preise für die von seinen Mitarbeitern gepflückten Erdbeeren „minimal“ erhöhen. Die Selberpflücker zahlen weiterhin die gleichen Preise wie in den Vorjahren. Zwar habe auch er von dem ein oder anderen Münchner Bauern gehört, dass die Verkäufe zurückgehen, diesen Eindruck hat er bei seinem Feld jedoch bisher nicht. Gerade seine Hauptsorte „Korona, wie die Krankheit nur mit K“, erfreue sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Erdbeerbauer: „Bei uns im Landkreis sind die Leute noch brav“

Und bleibt die ein oder andere Erdbeere übrig, sei das gar nicht so schlimm. „Erdbeeren sind eine sehr verderbliche Frucht, die kann man nicht aufsparen wie Getreide oder Kartoffeln, sondern müssen gepflückt und verkauft werden“, so Schimpf. Durch den fehlenden Zeitpuffer gäbe es bei einer großen Ernte eben nur die Möglichkeit, die Früchte entweder zu Dumpingpreisen zu verkaufen, sodass der Bauer am Ende draufzahlt, oder einen Teil der Ernte zu mulchen: „Das ist nicht ungewöhnlich, weil der Schaden viel höher wäre, wenn ich zu wenig Erdbeeren hätte, als wenn ich zu viel Mulchen muss“, erklärt er. Exakt zur Nachfrage Früchte wachsen zu lassen, sei eben ein Ding der Unmöglichkeit.

Gerade für Familien seien die Felder eine gute Möglichkeit für einen Ausflug zum Sammeln und Naschen. Eine „Naschpauschale“, also einen Eintrittspreis für die auf dem Feld verzehrten Erdbeeren, wie es sie bei manchen Feldern um München herum gibt, brauche es dagegen nicht, sind sich die drei Bauern einig: „Bei uns im Landkreis sind die Leute ja noch brav“, erklärt Lang. Solange sich alle gemäß dem Motto „Naschen heißt nicht Bauch vollschlagen“, verhalten, sei die ein oder andere vor Ort verzehrte Erdbeere komplett in Ordnung.

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