Kolumne 

Wieso gegrillte Weihbischöfe nicht ganz so abwegig sind

  • schließen

Weihbischöfe auf, ja: auf! den Grill? Geht es nach dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend, dann ja. Was dahinter steckt und wieso geräucherte Geistliche nicht abwegig sind, weiß unser Kolumnist.

Was nicht alles auf dem Grill landet: Gemüse, Käse, ja sogar Tofu. Was der Bund der Deutschen Katholischen Jugend jetzt ankündigt, sprengt jedes kulinarische Experiment. Die wollen allen Ernstes Weihbischöfe der Erzdiözese München und Freising grillen. Zumindest ist es so aus der Pressemitteilung zu entnehmen, die der Jugendbund diese Woche verschickt hatte: „Grill den Weihbischof“ steht da. Ich musste die Zeile gleich ein paar Mal lesen. Ein Weihbischof auf dem heißen Grill? Setzt der sich da drauf? Wird er zum BBQ-Märtyrer? Um Gottes Willen, habe ich mir gedacht. Weit ist es gekommen in Oberbayern? 

Wenn viel Kohle verbrennt...

Als Katholik und gebürtiger Regensburger hat mich die Ankündigung ganz schön beschäftigt. Der Pressetext geht weiter – Gott sei Dank! Sommerliche Grillabende sollen es werden, in Rosenheim, Freising und München, Ende Juni, bei denen Jugendliche mit den Weihbischöfen gemeinsam bei Gegrilltem (Fleisch vom Tier) diskutieren können. Vielleicht darüber, wie viele in der katholischen Kirche tatsächlich ganz schön viel Kohle verbrennen, um in der sakralen Grillsprache zu bleiben. Bischöfe müssen jedenfalls doch nicht auf den Grillrost!

Messwein zum Grillfest

Wobei...ganz abwegig ist so ein gegrillter Geistlicher nicht. Glauben Sie nicht? Dann passen Sie mal auf! Als ich als Kind Ministrant war, habe ich liebend gerne, wenn es bei besonderen Messen Weihrauch gab, das Fässchen geschwenkt. Mit einem Spezl habe ich immer besonders viel vom guten, schwarzen Weihrauch auf die Kohle gelöffelt. Der schwarze qualmte am stärksten, ich glaube er hieß „Lourdes“. Das Ergebnis waren fette Rauchschwaden im Altarraum, sodass die Kirchengemeinde nach der Wandlung nur schemenhaft unseren Pfarrer sehen konnte. Am Ende der Messe hieß es dann: „Heit ham de Ministranten wieder ganz schee eingheizt!“ Kam übrigens bei älteren Frauen nicht gut an. Man könnte natürlich sagen: Wir haben regelmäßig unseren Pfarrer gegrillt. Der fand’s gut. Es gab Messwein zum Grillfest.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Patrick Pleul

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

In Egmating entsteht neues Bauland
Ein neues Wohngebiet soll in Egmating am Wolframsweg entstehen, es soll an die bestehende Bebauung angrenzen. Dazu gaben die Gemeinderäte in jüngster Sitzung grünes …
In Egmating entsteht neues Bauland
Am eigenen Haus der Zukunft gebaut
Eine besondere Ehrung ist den besten vier Maurer-Junggesellen der Bauinnung Wasserburg/Ebersberg zuteil geworden. Obermeister Martin Schmid sprach bei der …
Am eigenen Haus der Zukunft gebaut
Angefahren und dem Schicksal überlassen
Es kommt leider immer wieder vor: Allein in den letzten Wochen wurden im Landkreis Ebersberg sechs Katzen überfahren. Und das sind nur die Fälle, die dem …
Angefahren und dem Schicksal überlassen
Urgestein jetzt Ehrenmitglied
Über 40 Jahre war Markus Burgmair Vorsitzender der Pleaninga Theaterbagasch. Zusammen mit seiner Frau Antonia hat er den Verein zu dem gemacht, was er heute ist: Eine …
Urgestein jetzt Ehrenmitglied

Kommentare