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Euphoriewelle mit Verspätung

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Gute Blockarbeit: Grafings Armin Dewes (l.) und David Schirmer punkten.  foto: sro
Gute Blockarbeit: Grafings Armin Dewes (l.) und David Schirmer punkten. foto: sro

Grafing - Still ist es in der Jahnsporthalle zu Grafing - gleichwohl am Samstagabend wieder über 250 Zuschauer den Weg in die Arena der Zweitliga-Volleyballer gefunden haben. Doch von der Euphorie der vergangenen beiden Wochenenden und Heimspiele ist an diesem Samstag zunächst nichts zu spüren.

Der Aufsteiger, der sich in dieser Saison zum Aufstiegsfavoriten entwickelt hat, tut sich schwer gegen die Volley YoungStars Friedrichshafen.

Die Nachwuchstalente vom Bodensee dominieren den ersten Satz, spielen die Grafinger förmlich an die Wand - und stehen am Ende doch mit leeren Händen da. Denn es offenbart sich die Prophezeiung von Grafings Coach Jürgen Pfletschinger vor der Partie: „Es wird ein schweres Spiel, aber die Punkte bleiben in Grafing.“ Mit 3:1 gewinnt der TSV letztlich doch deutlich und souverän und hat im Kampf um den Titel in der 2. Bundesliga Süd weiter alle Chancen.

Dass zu Beginn dennoch die YoungStars der Partie ihren Stempel aufdrücken, liegt freilich nicht an der Absenz von Manager Marcus Bohle. Der Einpeitscher wird an der Seitenlinie von Sebastian Held, der immer noch verletzt fehlt, würdig vertreten. Vielmehr liegt es an der Risikobereitschaft der Gäste, die ihr Heil in der Angabe suchen und jeden Aufschlag mit größter Intensität über das Netz dreschen.

„Das hat uns im ersten Satz enorme Probleme bei der Annahme bereitet“, sagt dementsprechend Pfletschinger über den ersten Satz. „Die Friedrichshafener hatten nichts zu verlieren. Da kann man natürlich ein so hohes Risiko gehen.“ Vor allem wenn es sich auszahlt: Mit 25:18 überrollen die YoungStars die Grafinger Gastgeber und sorgen für die große Überraschung des Abends.

Doch nach Pfletschingers eindringlichem Appell vor dem zweiten Satz besinnen sich die Bärenstädter plötzlich ihrer Stärken: Disziplin beim Aufschlag, saubere Annahme und der Schlagkraft von Konstantin Schmid, Benno Voggenreiter und David Schirmer. Die Partie dreht sich plötzlich. „Obwohl uns Friedrichshafen wirklich alles abverlangt hat“, weiß Grafings Trainer. „Das ist eine Mannschaft mit sehr viel Talent und Potential.“

Denn den Verlust des zweiten und dritten Durchgangs (22:25, 11:25) können die jungen Südwürttemberger dennoch nicht verhindern. Zu viele Fehler entstehen durch die risikobehaftete Taktik von Gästetrainer Adrian Pfleghar. „Und meine Spieler haben endlich ihre Stärken ausgespielt - das hat uns auch durch den vierten Satz gerettet“, sagt Pfletschinger. Bis zum Ende bleibt der Durchgang spannend, ehe Konstantin Schmid das Spiel mit einem Kracher zum 25:23-Satzgewinn beendet. Still ist es in Grafing zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Vielmehr kehrt die Euphorie der vergangenen Wochen zurück. (hbe)

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