Plakatständer zur Europawahl am Ebersberger Marienplatz.
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Plakatständer zur Europawahl am Ebersberger Marienplatz.

Grüne stark wie nie - SPD verschwindet - Europa siegt

Europawahl 2019 im Landkreis Ebersberg: Ergebnisse und Reaktionen

  • Michael Acker
    VonMichael Acker
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Die Europawahl hat im Landkreis Ebersberg zwei klare Sieger. Das sind die Grünen und das ist Europa selbst.

Landkreis – Die Grünen steigerten sich gegenüber ihrem respektablen Ergebnis von 2014 (damals 15,5 Prozent) noch einmal deutlich (plus 7,3 Prozent) und freuten sich am Ende über 22,8 Prozent. Gewonnen hat aber auch die EU, weil ihre Feinde in der AfD längst nicht so stark geworden sind, wie die meisten befürchtet hatten. Die Rechtspopulisten landeten im Landkreis bei 7 Prozent (2014; 8,7). Die Wahlbeteiligung lag bei starken 68 Prozent (2014: 47,6 Prozent).

Das Europawahl-Ergebnis für den Landkreis Ebersberg nach allen Parteien aufgeschlüsselt lesen Sie hier.

Die CSU bleibt die mit Abstand bestimmende Partei zwischen Baiern und Pliening. Sie konnte ihren Abwärtstrend der vergangenen Wahlen stoppen und in einen leichten Aufwärtstrend umwandeln. Sie kam auf 39 Prozent, das ist ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber 2014.

SPD stürzt ins Bodenlose

Ganz anders die Sozialdemokraten: Sie stürzen ins Bodenlose und verlieren gegenüber 1914 noch einmal 9,6 Prozent. Ihr Endergebnis von 8,6 Prozent kommt einem Debakel gleich, das aber nach der verheerenden Landtagswahl 2018 zu erwarten war.

Die Vaterstettener CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler, die als Listenzweite dem Parlament wieder angehören wird, sagte unserer Zeitung: „Ich bin total zufrieden mit dem Wahlergebnis.“ Die hohe Wahlbeteiligung zeige, „dass die Menschen Europa ernst nehmen“. Die Vaterstettenerin, die seit 1999 im Europäischen Parlament ist, freut sich auf den Wiedereinzug mit voraussichtlich insgesamt sieben Abgeordneten von der CSU. Bisher waren es fünf. Die CSU-Ergebnisse für ihre Heimatregion seien „besser als der Bayern-Trend“, freut sich die 56-Jährige. Die Christsozialen müssten aber auf den Höhenflug der Grünen reagieren, meint die Politikerin: „Man muss sich schon überlegen, wie man die Jüngeren wieder anspricht. Wir sind Volkspartei und wollen alle ansprechen.“

Lenz: Offensiver mit Grünen auseinandersetzen

Eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung mit den Grünen forderte auch der Frauenneuhartinger CSU-undestagsabgeordnete Andreas Lenz: „Das dürfte ein langfristige Entwicklung sein, auf die wir offensiv reagieren müssen.“

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Die Ebersberger SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher sagte, die hohe Wahlbeteiligung und das mäßige Abschneiden der AfD stimme sie froh. Das Ergebnis ihrer eigenen Partei kommentierte Rauscher so: „Mir fehlen die Worte.“ Man erreiche die Menschen nicht mehr, „unsere Themen berühren sie nicht“. 

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