Leonhard Greska (l.) konfrontierte die Hohenlindener Bürger mit knallharten Fakten zu Seniorenanlagen. Foto: mh

Experten raten: Heime nicht unter 70 Einheiten

Hohenlinden - Bei der Suche nach einem Konzept für ein eigenes Seniorenwohnprojekt macht es durchaus Sinn, auf schon gemachte Erfahrungen in anderen Gemeinden zu schauen.

Vor diesem Hintergrund fand im Gasthaus „zur Linde“ - auf Einladung der Senioren Union - ein Informationsabend statt. Dazu hatte man mit Bürgermeister Ursula Mayer aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Leonhard Greska, Geschäftsführer beim Privaten Institut für Krankenhausmanagement, zwei kompetente Gesprächspartner eingeladen. Deren Ausführungen verfolgten gut 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Die „Botschaften“ an die Hohenlindener waren klar. Beide Referenten ermutigten die örtlichen Entscheidungsträger, den Einstieg in diesen Bereich der Seniorenpolitik zu machen. „Verabschieden Sie sich von dem Leitgedanken, dass ambulant vor stationär geht“, sagte Mayer. Das sei eine schöne Idee, aber auf Dauer nicht durchzuhalten. Kurz und prägnant stellte sie das Seniorenzentrum „Wohnen am Schlossanger“ in ihrer Heimatgemeinde vor; eine Einrichtung bestehend aus Pflegeheim, Betreutem Wohnen und einem ambulanten Senioren-Informations- und Servicezentrum. Finanziert wurde das Millionenobjekt aus einer Zusammenarbeit von Kommune und Landesbank. Ein Erfolgsmodell, das durchaus auch Vorbild für Hohenlinden sein könnte, wie Senioren Unions-Vorstand Peter Speckmaier anmerkte. Die CSU-Bürgermeisterin betonte, dass es in Höhenkirchen nicht um Gewinne gehe, sondern darum, dass sich die Einrichtung selbst trage. Das sei bislang recht gut gelungen. Voraussetzung dafür sei eine genaue Bedarfsermittlung und ein ehrlicher Blick auf das, was man sich als Kommune leisten könne und was nicht.

Mayer warb nachdrücklich für einen Standort mitten im Herzen der Gemeinden. Und für eine möglichst vollständige Integration des Hauses ins Ortsgeschehen bei multifunktionaler Nutzung. Eine Anmerkung, die auch Greska mehrfach machte. In Höhenkirchen ist das geglückt; dort holt man sich regelmäßig etwa Kindergartenkinder, Jugendliche oder Vorträge für die Allgemeinheit ins Haus.

Greska warnte davor, ein Haus zu klein zu konzipieren. „Gehen sie nicht unter 70 Einheiten, sonst zahlt der drauf, der drin ist“, hieß es. Idealer seien sogar 80 bis 90 Betten.

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