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Der alte Bahndamm zwischen Moosach und Glonn. Die CSU will, dass er zum Radweg ertüchtigt wird. Es handelt sich um Landschaftsschutzgebiet.	Foto: Stefan Rossmann
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Der alte Bahndamm zwischen Moosach und Glonn. Die CSU will, dass er zum Radweg ertüchtigt wird. Es handelt sich um Landschaftsschutzgebiet.

Pro und Contra

Bahndamm zwischen Glonn und Grafing: Soll er zum Radweg werden?

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Naturschützer wettern gegen den geplanten Radweg. Wir haben bei den Kreisräten Thomas Huber (CSU) und Thomas von Sarnowski (Grüne) nachgefragt.

„Fahrradstraße ist Schnapsidee“

Thomas Huber: Seit das Thema aufgekommen ist, bin ich ein großer Befürworter eines Radwegs am alten Bahndamm entlang. Aus der Bevölkerung kam damals der Wunsch nach einem sicheren Radweg von Glonn über Moosach nach Grafing. Auf der Staatsstraße zu fahren, ist viel zu gefährlich. Wir sind daher schon vor Jahren mit Jägern, der Unteren Naturschutzbehörde, dem ADFC, beteiligten Bürgermeistern und Kreisräten den alten Bahndamm abgefahren. Ich hatte damals das Gefühl, es ginge in Richtung Pro Bahndamm-Radweg.

Huber: Der alte Bahndamm soll aus meiner Sicht als „Grundtangente“ genutzt werden

Der alte Bahndamm soll aus meiner Sicht als „Grundtangente“ genutzt werden. Man muss ja nicht zu 100 Prozent auf der Trasse fahren, nur da, wo es natur- und umweltverträglich ist. Wo Flora und Fauna stark beeinträchtigt werden, kann man den Radweg auch links und rechts vom Bahndamm entlang führen.

Ich fände es schade, wenn der Bahndamm weiter zuwächst. Er hat ja einen historischen Wert. Teils sind alte Überbleibsel der Bahnstrecke zu sehen. Das soll für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Ich kann mir einen Radweg in Verbindung mit einem Naturerlebnispfad vorstellen. Der Radweg sollte eine wasserdurchlässige Decke haben. Die genaue Ausgestaltung kann noch diskutiert werden.

Thomas Huber (CSU), Kreisrat aus Grafing.

„Fahrradstraße auf der Staatsstraße ist eine absolute Schnapsidee“

Eine Fahrradstraße auf der Staatsstraße ist eine absolute Schnapsidee. Sie müsste erst gegen den Willen der beteiligten Gemeinden in eine Kreis- und dann Gemeindestraße umgewandelt werden. Das würde schon an der realistischen Umsetzung scheitern. Außerdem wäre das Radfahren auf der Straße nicht sicher. Anlieger und Bulldogs wären auch hier unterwegs, ein Nebeneinander ist nicht so einfach. Die Grünen, die sich selbst „Umweltpartei“ nennen, fordern weniger Flächenverschließung. Für einen sicheren Radweg auf der Staatsstraße bräuchte es bauliche Veränderungen.

Der alte Bahndamm zwischen Moosach und Glonn.

„Bahndamm ist viel zu schmal“

Thomas von Sarnowski: Die Idee eines Bahndamm-Radwegs klingt grundsätzlich gut. Aber der Bahndamm ist in 40 Jahren zu einem Biotop-Verbund von landkreisweiter Bedeutung geworden. Es ist gut möglich, dass es für den Radweg Ausgleichsflächen braucht. Faktisch kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Fahrradfahrer auf dem Weg schnell vorankommen. Hier gibt es auch viele Spaziergänger, gerade im Bereich Glonn.

Der Bahndamm ist nämlich zu schmal. Der Damm müsste verbreitet werden, das Gelände würde aber so seinen wichtigen Biotop-Charakter verlieren. Es gibt viele Pendler und Schüler, die nach Grafing oder Kirchseeon mit dem Fahrrad fahren – für sie braucht es eine alltagstaugliche Lösung.

Wir wollen die Staatsstraße zu einer Fahrradstraße machen

Wir wollen die Staatsstraße stattdessen zu einer Fahrradstraße machen. Die Idee ist, den motorisierten Verkehr rauszuhalten. Die Straße ist dreieinhalb bis vier Meter breit, das ist keine Staatsstraße. Das Herabstufen zur Kreisstraße ist kein Problem. Bevor wir aber an die große Planung gehen, sollten wir einen Verkehrsversuch machen.

Der würde zwei Jahre dauern. Anlieger, Forst- und Landwirte dürften die Straße benutzen, allerdings nur mit Tempo 30. Sogar unter der Woche fahren Sportwagen aus München, Rosenheim und sogar Wiesbaden die Strecke entlang. Das bringt uns im Landkreis nichts.

Thomas von Sarnowski (Grüne), Kreisrat aus Ebersberg .

Unser Plädoyer: Tempo 30, Vorrang für Fahrradfahrer

Unser Plädoyer: Tempo 30, Vorrang für Fahrradfahrer. Wir sollten es einfach mal ausprobieren. Wenn es niemanden gefällt, können wir in zwei Jahren eine andere Lösung suchen. Mit dem Verkehrsversuch fallen keine großen Kosten an. Verkehrsschilder reichen.

Die Staatsstraße war für die Krötenwanderung und vor einigen Jahren in den Wintermonaten bereits gesperrt. Damals hatte sich niemand aufgeregt. Die verkehrliche Bedeutung der Straße ist nicht da.

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