Brigitta Grasser Vorsitzende des Familienzentrums. foto: dul

Familienzentrum setzt mehrere tausend Euro in den Sand

Poing - Das Familienzentrum Poing hat mehrere tausend Euro für einen Steuerberater umsonst ausgegeben. Der Experte sollte die Kassenbuchungen des Vereins übernehmen, erledigte dies aber nicht zur Zufriedenheit des Vorstandes.

Weil die ehrenamtliche Arbeit für Vereinskassiererin Elvira Schlögl zu viel geworden sei, habe der Vorstand zu Beginn des Jahres beschlossen, einen Teil der Kassentätigkeit - die Buchungen der einzelnen Posten auf dem Konto - in professionelle Hände zu geben. "Doch die ausgewählte Kanzlei war mit den Aufgaben überfordert und hat auch nach Monaten kein zählbares Ergebnis geliefert", musste Brigitta Grasser in der Jahreshauptversammlung berichten. Die Vorsitzende des Familienzentrums zeigt sich enttäuscht von dem Steuerberater, der in den vergangenen Monaten kein einziges Mal beim Verein nachgefragt habe, wie die Buchungen erfolgen sollen. "Er hat unseren Erwartungen nicht entsprochen."

Zum Ende des Jahres sah sich der Vorstand mit einem unvollständigen Kassenergebnis konfrontiert, weshalb das Gremium in der Mitgliederversammlung auch nicht entlastet werden konnte. Bezahlt worden sei der Steuerberater für seine Tätigkeit dennoch, "er hat ja Arbeit geleistet - aber leider nicht in unserem Sinne", sagt Grasser. Mehrere tausend Euro habe der Verein an die Kanzlei überwiesen; das Geld zurückfordern, darin sieht die Vorsitzende keinen Sinn. Auch wenn es schmerzlich sei, werde man die Angelegenheit auf sich beruhren lassen.

Mittlerweile hat das Familienzentrum eine andere Steuerberaterkanzlei mit der Aufgabe betraut. "Die betreut bereits einige Familienzentren in München und kennt sich mit der Materie aus", hofft Brigitta Grasser auf eine positive Zusammenarbeit. Anfang nächsten Jahres soll der vollständige Kassenbericht vorliegen.

Pro Jahr erledigt Elvira Schlögl rund zehn Stunden pro Woche ehrenamtlich die Kassenarbeit des Vereins, erläutert Grasser. Weil das Familienzentrum und dessen Angebot immer größer werde, sei die komplette Arbeit nicht mehr rein ehrenamtlich zu stemmen. Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, die in der Jahreshauptversammlung vor einer Woche beschlossen worden sind, hätten mit dem Steuerberater-Reinfall nichts zu tun, betont Grasser.

Laut Elvira Schlögl hat der Verein im Jahr 2010 rund 13.300 Euro erwirtschaftet. "2011 wird es weniger sein", schätzt die Kassiererin.

von Armin Rösl

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