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Auf dem Hof zwischen den drei Poinger Schulen fand die spontane Demonstration am Dienstag statt.

Nach Hakenkreuzschmierereien

Fast 900 Poinger Schüler machen Lärm und setzen ein Zeichen gegen Fremdenhass

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Poing - Unbekannte haben eine Wand der Seerosenschule mit einem Hakenkreuz beschmiert und "go home" dazu geschrieben. Um die Ecke, in der Turnhalle, leben knapp 50 Asylbewerber auf engstem Raum. Fast 900 Kinder und Jugendliche von drei Poinger Schulen haben am Dienstag gegen Fremdenhass protestiert.

Ein dunkelhäutiger Mann geht am Dienstagvormittag über den leeren Platz in der Mitte des Poinger Schulzentrums. Als er an der Seerosenschule vorbeigeht, stutzt er kurz: An der Wand prangt seit dem Morgen aufgesprüht ein Hakenkreuz und die Worte „go home“. Der Mann geht weiter. Gleich um die Ecke, in der Turnhalle, leben knapp 50 Asylbewerber auf engstem Raum. Die Worte bleiben unwidersprochen – aber nicht lange.

Denn dann wird es laut: Fast 900 Schüler der Seerosenschule, der Mittelschule und der Realschule strömen auf den Platz. Dabei haben sie Plakate, auf denen klare Ansagen stehen wie: „No to racism“ und „You are welcome“. Einige machen mit Blechdosen kräftig Lärm. Ein großes, buntes Transparent halten die Schüler vor die rechte Wandbotschaft: „Gegen Rasissmus – für Toleranz“. Die Botschaft ist trotz des fehlenden „s“ eindeutig: Den Poinger Schülern passt gar nicht, was Unbekannte in der Nacht auf ihrem Pausenhof hinterlassen haben.

Die Schulleiter fassen dieses Gefühl in spontane Worte: „Wir wollen diese Schweinereien bei uns nicht!“, ruft Matthias Wabner, Rektor der Dominik-Brunner-Realschule. Sein Kollege Jörn Bülck von der Seerosenschule betont: „Wir Schulen stehen gemeinsam für Weltoffenheit und Toleranz!“ Luitgard Stephan-Wagenhäuser, die Rektorin der Mittelschule, ermutigt die Schüler bei der spontanen Kundgebung: „Macht Lärm! Setzt ein Zeichen!“

Verständnislos sind die Schülersprecher der Seerosenschule ob der nächtlichen Verschandelung. „Wer macht so eine Scheiße“, ärgert sich Melinda aus der 9. Klasse. „Die Asylbewerber würden bestimmt gerne wieder nach Hause, wenn da nicht Krieg wäre. Für die ist es schlimm, wenn sie dann bei uns solche Sachen sehen“, ergänzt ihre Klassenkameradin Jessica. Schülersprecherkollege Nino aus der Achten erzählt, dass die Schüler viele positive Begegnungen mit den in ihrer Turnhalle untergebrachten Asylbewerbern hatten: „Wenn sie vorbeigehen, scherzen wir mit ihnen und sie mit uns.“ Auch hälfen die Flüchtlinge manchmal sogar bei Schulprojekten mit – und lernten dadurch Deutsch.

Kurz darauf ist die Kundgebung vorbei, die Schüler haben klar Stellung bezogen. Es ist wieder still auf dem Pausenhof. Der Hausmeister schrubbt die Schmierereien von den Wänden. Einige Flugblätter mit rechten Parolen hat er im Pausenhof aufgelesen. Sie wurden an die Polizei übergeben. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt.

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