So sehen Sieger aus: Der neue Landrat Robert Niedergesäß lässt sich von seinen Parteifreunden feiern. Foto: Stefan Rossmann

So feiert die CSU ihren neuen Landrat

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Ebersberg - „We are the Champions“, dröhnt es aus den Lautsprechern der Ebersberger Gaststätte. Der Sieger zieht ein. Rhythmisches Klatschen, stehende Ovationen der CSU-Aktiven für den neuen Landrat Robert Niedergesäß.

Niedergesäß lässt sich feiern, klettert auf einen Stuhl, zieht das Sakko aus, reißt beide Arme hoch. Dann dirigiert er die mitsingenden Parteifreude: „We are the Champions of Ebersberg.“

Wenig später beschwört er das Wir-Gefühl. „Es war nicht mein Erfolg, es war unser Erfolg“, sagt er mit belegter Stimme ins Mikrofon. Das sei eine „riesengroße Teamleistung“ gewesen, freut er sich. „Ich weiß, was ihr geleistet habt.“ Niedergesäß erinnert an die frühmorgendlichen Wahlkampfauftritte an den S-Bahnhöfen, an die vielen Besuche vor Ort in den Gemeinden. „In den letzten fünf Wochen habe ich den Landkreis erst richtig kennen gelernt.“

Die Stimmung im Saal ist ausgelassen. Im Fenster hängt ein Schild: „Geschlossene Gesellschaft.“ Es ist voll, sehr voll. Von draußen, von der Terrasse, müssen Stühle geholt werden. Das Personal der Gaststätte schleppt kartonweise Gläser an. „Auf den Robert, zicke, zacke, zicke zacke, hoi, hoi, hoi“, ertönt es an einem Tisch. Die Erleichterung ist den CSUlern anzumerken. Mit Blick auf den intensiven Wahlkampf des knapp unterlegenen SPD-Gegenkandidaten Ernst Böhm heißt es: „Mit Geld kann man nicht alles kaufen.“

Die Sieges-Rede für den Kreisverband hält der Grafinger Thomas Huber: „Das ist unser Tag, der Tag der CSU in Ebersberg und im ganzen Landkreis.“ Und an Niedergesäß gewandt: „Glückwunsch zu deinem, zu unserem Wahlsieg.“ Viele der ehrenamtlichen Helfer hätten zum Schluss „die Augen verdreht“. Aber es sei notwendig gewesen, um jede Stimme zu kämpfen. Letztendlich sei auch der Wahlkampfstil von Niedergesäß ausschlaggebend gewesen. „Du hast nicht das Rote vom Himmel herunter versprochen.“

Dann auch bei ihm das „Wir-Gefühl“. Die CSU habe bewiesen, „dass wir kämpfen können. Jetzt kehren ein paar Tage Ruhe ein, dann werden wir wieder kämpfen.“ Die nächsten Entscheidungen an den Urnen stehen an. Das Ergebnis der Landratswahl sei „ein gutes Zeichen in diesem Superwahljahr in den Landkreis hinein“, so Niedergesäß. „Aber heute lassen wir es krachen, heute feiern wir“, so der 42-Jährige.

Eine der nächsten Wahlen ist in Vaterstetten. Denn dort wird für den bisherigen Bürgermeister Niedergesäß ein Nachfolger gesucht. „Wir müssen das jetzt erst mal setzen lassen“, sagt am Sonntagabend der Vaterstettener CSU-Fraktionsvorsitzende Michael Niebler. „Für uns war die Nachfolgefrage ein Tabuthema. Ob ich am Montag schon etwas sagen kann, weiß ich nicht.“ Für den Landkreis gibt Niedergesäß sein persönliches Ziel aus: „Wir müssen das Vertrauen der Bürger gewinnen, in den nächsten sieben Jahren.“

Robert Langer

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