Der Bahnhof in Steinhöring wird umgebaut, um das neue Zugangebot leisten zu können. Foto: Stefan Rossmann

Filzenexpress wird attraktiver

Ebersberg - Schneller, häufiger, und endlich auch spät am Abend ab Dezember 2014: Die Ankündigung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und der Südostbayernbahn (SOB) bringt Pendlern Hochgefühle. Es geht um den „Filzenexpress“.

Etwa 150 Zuhörer waren zur Veranstaltung des Fahrgastverbands Pro Bahn und der Steinhöringer Wählergemeinschaft PWG ins Betreuungszentrum gekommen, um endlich offiziell zu erfahren, wie es mit dem Filzenexpress weitergeht. PWG-Chef Sepp Huber strahlte übers ganze Gesicht. Der Steinhöringer Gemeinderat rang nach Worten: „Ich bin überwältigt!“ Das waren auch die meisten Zuhörer, nachdem Peter Högl von der BEG seine Botschaft verkündet hatte:

Ab Dezember 2014 fährt der Filzenexpress an Wochentagen stündlich, an Wochenenden im Zwei-Stunden-Rhythmus. Es wird mehr Züge im Berufsverkehr von Wasserburg bis nach München geben. Högl sprach dabei von vier Zügen am Morgen und vier am Abend. Neu wird auch ein Morgenzug um 7.30 Uhr Richtung Wasserburg sein. Nachtschwärmer kommen um 22.10 Uhr und um 0.20 Uhr von Grafing nach Wasserburg. Auch aus Richtung Wasserburg werden am späten Abend Züge fahren. „Die Fahrtzeiten werden etwas kürzer“, versprach Högl und bedankte sich bei allen Beteiligten für die dazu notwendige Schließung einiger Bahnübergänge.

Ab kommenden Jahr rauscht der Filzenexpress an einigen Stellen mit bis zu 80 km/h durchs Ebrachtal. Doppeltes Zugangebot heißt auch doppeltes Platzangebot. Högl appellierte an die Kommunen und Landkreise, die Busverbindungen an die Haltestellen des Filzenexpress weiter zu optimieren, um die Bahn attraktiver zu gestalten.

Das Projekt steht und fällt mit dem Kreuzungsbahnhof, der in Steinhöring gebaut werden soll. Nur mit einem zweiten Gleis, bei dem sich die entgegenkommenden Züge ausweichen können, ist der Stundentakt realisierbar. Dieser Bahnhofsumbau sowie die Modernisierung der Haltestellen in Tulling, Forsting, Edling und Reitmehring/Wasserburg - übrigens für die ferne Zukunft ausgerichtet bereits im S-Bahn-Standard - kostet rund acht Millionen Euro.

Denis Kollai und Mathias Krause von der SOB erklärten die Details: In Steinhöring werden zwei Weichen, ein Stellwerkgebäude, ein barrierefreier Übergang, ein 140 Meter langer und vier Meter breiter Mittelbahnsteig sowie ein zweites Gleis zwischen den Weichen und vier Wetterschutzanlagen gebaut. „Während der Bauarbeiten wird es ziemlich laut werden in Steinhöring“, kündigte Kollai vorsorglich schon mal an.

Der Zeitplan für den neuen Filzenexpress steht. Mit dem neuen Winterfahrplan, der am 15. Dezember in Kraft tritt, reduziert sich die Fahrtzeit zwischen Reitmehring und Grafing-Bahnhof von 42 auf 37 Minuten. Die Bauphase in Steinhöring dauert vom 5. Mai bis zum 26. September 2014. In den Pfingstferien sowie zum Ende der Bauarbeiten wird es Schienenersatzverkehr geben. Stellwerk und Mittelbahnsteig werden am 28. September in Betrieb genommen, und der Stundentakt des Filzenexpress an Wochentagen beginnt mit dem Winterfahrplan 2014/15 am 14. Dezember 2014.

Nur „ein kleines bisschen Salz in die Wunde streuen“, wollte Rainer Kurzmeier vom Fahrgastverband Pro Bahn. „Wir sind froh, dass es weitergeht mit dem Filzenexpress“, sagte er. Aber der Stundentakt könne nur ein Anfang sein: „Wir gehören doch zur Metropolregion München!“ Da müsse eine deutlich höhere Taktfrequenz drin sein.

Sabine Heine

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